Dieses Thema im Programm:
Eine packende Liebesgeschichte.
Liebesromane sind der landläufigen Meinung nach ja vor allem etwas für Frauen, geschrieben werden sie aber immer häufiger von Männern. Von Nicholas Sparks zum Beispiel, oder von David Nicholls, von Nicolas Barreau oder von David Foenkinos. Und das tun diese Herren allesamt sehr einfühlsam, und ziemlich erfolgreich. David Foenkinos allerdings bringt seine Romane seit Neuestem im Anschluss daran sogar auch gleich noch auf die Leinwand.
Gemeinsam mit seinem Bruder Stéphane hat der Franzose seinen jüngsten Roman "La Délicatesse" verfilmt. Genau der startet heute in den deutschen Kinos, unter dem Titel "Nathalie küsst". Und am kommenden Montag kommt dann das Hörbuch heraus.
Nathalie ist schlicht und einfach bezaubernd. Attraktiv, diskret und klug, ein heiteres Wesen, das gerne liest, dabei aber traurige Geschichten bevorzugt. Ihren zukünftigen Mann Francois lernt sie, sehr romantisch, mitten auf der Straße kennen. Er spricht sie an, sie geht mit ihm in ein Café.
Die große Liebe, im Roman von David Foenkinos jedoch lediglich der erste Akt. Zwei Jahre nach dem Kennenlernen heiraten die beiden, weitere fünf Jahre später ist Francois tot. Beim Joggen wird er von einem Auto überfahren, fällt ins Koma und stirbt wenige Tage später. Und Nathalie? Vergräbt sich in die Arbeit und wehrt nebenbei die Annäherungsversuche ihres aufdringlichen Chefs ab.
Bis sie drei Jahre nach dem Tod ihres Mannes aus völlig heiterem Himmel einer spontanen Eingebung nachgibt. Nathalie küsst! Interessanter Kniff, mit dem Kuss springt der Focus der Erzählung von Nathalie auf ihr "Opfer". Markus ist Schwede, unscheinbar, gewissenhaft und nur leidlich attraktiv. Eher im Gegenteil. Er verfügt über ein "leicht unangenehmes Äußeres".
Der Kuss mit der schönen Nathalie bringt ihn völlig durcheinander. Noch dazu, weil sie ihm kurz darauf eröffnet, dass so etwas garantiert nie wieder passieren wird. Doch Markus beschließt, völlig entgegen seiner eigentlichen Natur, auf´s Ganze zu gehen und zieht in den Kampf um Nathalie!
Und das ist, wider Erwarten, gar nicht kitschig, schnulzig oder banal. Noch dazu, weil der Roman gespickt ist mit feiner Ironie. Durchwoben von kleinen Randnotizen, unnötigen Zusatzinformationen, wie etwa den drei Siegern der Puzzle-Weltmeisterschaft 2008 in Minsk, welche drei Bücher Nathalie am liebsten mag, oder was Markus und Nathalie bei ihrem ersten Rendezvous essen. Schauspielerin Ulrike Grote liefert diese skurrilen Einsprengsel, die der ganzen Erzählung einen angenehm schrägen Touch geben.
"Nathalie küsst", eine fast alltägliche Liebesgeschichte, packend und empfindsam geschildert von David Foenkinos, schön erzählt vom Schauspieler Stefan Kaminski.

David Foenkinos