Nach dem Krieg studierte Günter Grass Grafik und Bildhauerei zunächst in Düsseldorf, in den 1950ern in Berlin. Er sah sich als Bildhauer.
Doch schon früh erhielt er auch Anerkennung als Schriftsteller bei einem Lyrikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks. 1959, ein Jahr bevor dieses Foto entstand, veröffentlichte Grass seine "Blechtrommel".
Grass war ein ungewöhnlich politischer Künstler: 1982 trat er der SPD bei. Hier sieht man ihn mit Willy Brand (Mitte) und dem jungen Gerhard Schröder (links) vor der Landtagswahl in Niedersachsen. Schon seit 1965 setzte er sich für die SPD in Wahlkämpfen ein.
"Die Blechtrommel" wurde 1979 verfilmt. Günter Grass war bei den Dreharbeiten dabei.
Im Bild: Günter Grass, David Bennent und Volker Schlöndorff (v.l.n.r.).
Im selben Jahr heiratete Grass die Organistin Ute Grunert. Es ist seine zweite Ehe.
Günter Grass ist seit Jahrzehnten nicht wegzudenken aus der deutschen Literaturlandschaft. Ebensowenig wie der Kritiker Marcel Reich-Ranicki, mit dem er hier zu sehen ist.
Für sein Lebenswerk erhält Günter Grass am 10.12.1999 in Stockholm den Nobelpreis für Literatur.
In selben Jahr wird der Schriftsteller 72 Jahre alt. Ein Freund spielt ihm auf einer Blechtrommel ein Geburtstagsständchen.
Bei den Feierlichkeiten sind auch zwei von Grass' Enkelsöhnen dabei. Insgesamt hat er 17 Enkel.
Das Günter-Grass-Haus in Lübeck: Seit 2001 befindet sich hinter dieser Fassade das Forum für Literatur und Bildende Kunst. Das Haus ist nicht willkürlich zum Grass-Haus geworden: Das Sekretariat des Schriftstellers, der seit 1986 in der Nähe Lübecks wohnt, befindet sich ebenfalls hier.
Mit dem Erscheinen seiner Autobiografie "Beim Häuten der Zwiebel" 2006 geriet Grass in die Kritik der Öffentlichkeit, die von seiner Vergangenheit bei der Waffen-SS erfuhr.
Obwohl er seine größten Erfolge als Schriftsteller gefeiert hat, wendet er sich immer wieder auch der bildenden Kunst zu. In dieser Kohlezeichnung interpretiert Grass "Des Kaisers neue Kleider".
Noch immer ist Grass politisch aktiv, obwohl er schon Anfang der 90er Jahre aus der SPD austrat. Hier diskutiert er mit dem SPD-Politiker Olaf Scholz.
Gemeinsame Lesungen dieser drei Schriftsteller sind selten. Hier trafen Hans Magnus Enzensberger (l.), Günter Grass (M.) und Peter Rühmkorf zum ersten Mal seit 38 Jahren aufeinander.
2012 sorgte Grass mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" für Furore. In dem Israel-kritischen Gedicht weist er auf die explosive Lage im Nahen Osten hin.