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Neun Katzenleben

Vorgestellt von Stephan Lohr

Gerald Sammet - Der unsinkbare Kater (Cover) © Transit Verlag Detailansicht des Bildes Geschichten von Schiffskatzen, Kriegskatzen, Nasch- und Raubkatzen Wir Menschen haben zu Tieren, zumal zu den Haustieren ein Verhältnis. Unvorhersehbar reich sind wir mit Erzählungen über Pferde, Hunden oder eben Katzen ausgestattet. Davon zeugen auch die Geschichten, die gerade - und noch bis zum 4. Januar 2013 - auf NDR Kultur am Morgen vorgelesen werden "Katzenmusik und Katerstimmung".

Rätselhafte Haustiere

Dieser Spezies ist sogar ein Tag, der 8. August, gewidmet, der Weltkatzentag. Allein in Europa - so heißt es - leben etwa 60 Millionen Katzen. Von neun Katzenleben erzählt uns Gerald Sammet in seinem Buch "Der unsinkbare Kater".

Es sind wohl die vermeintlich widersprüchlichen Eigenschaften der Katzen, ihre Eleganz und ihre Rätselhaftigkeit, dass sie unter den Tieren am ehesten auch literarischen Rang gewinnen. Auch daran erinnert Gerald Sammet in seinem Buch- etwa mit der Geschichte einer Bibliothekskatze.

Eine schwarze Katze sitzt auf einer Türschwelle.  Fotograf: Paul Mayall Detailansicht des Bildes Manche Katzen fühlen sich in Gebäuden wohler als in der Natur. Leseprobe:
Bei diesem Bibliothekskater ist dies ein klassisches Beispiel: Dieser Kater ist in einer Winternacht durch die Rückgabeklappe der Bibliothek in Spencer (Iowa) geworfen worden und er hat nach dieser Erfahrung zwar ein einziges Mal noch einen Streifzug durch die Stadt gemacht. Aber dann wusste er endgültig: "Hier drin bin ich besser aufgehoben und hier drinnen finde ich die gleichen labyrinthischen Verhältnisse wie draußen, aber zu sehr viel besseren Konditionen".

Es ist eine sehr amerikanische Geschichte, denn Dewey, so wurde der Bibliothekskater genannt, war berühmt, als er nach 16 Jahren Leben zwischen den Büchern wegen eines Tumors eingeschläfert wird. Was macht das Besondere an Katzen aus?

Eleganz und Eigensinn

Kleine Katze schleicht durchs Gras © Zoonar Fotograf: Zoonar/Susanne Danegger Detailansicht des Bildes Schon ganz kleine Katzen können sich lautlos anschleichen. Leseprobe:
Ja, es ist eine Spezies, die geht von unseren Hauskatzen bis hin zu Löwen und Tigern, die noch in freier Wildbahn leben, soweit freie Wildbahn noch vorhanden ist. Das eine ist natürlich die Anatomie, verbindet sie miteinander, ganz bestimmte kognitive Fähigkeiten, mechanische Fähigkeiten und ein unerhörter Eigensinn, der etwas damit zu tun hat, das diese Tiere Ansitz- und Schleichjäger sind.

Das heißt, sie müssen sich auf eine völlig andere Weise in der Welt bewegen, als zum Beispiel Menschen oder Hunde oder Raubtiere, die eben nicht verwandt sind. Und dieser Eigensinn hat sich interessanterweise auch über den Prozess hinweg erhalten.

Skurrile Geschichten

Und so berichtet Sammet in seinem Buch auch von eigenen Katzenerfahrungen, vor allem aber von merkwürdigen, teils skurrilen Katzenstories aus aller Welt- und sei es aus der Welt der Literatur oder den Kulissen von Filmen oder dieser rätselhaften Geschichte von einer Katzenbeerdigung auf einem englischen Friedhof:

Katze am Klavier  Detailansicht des Bildes Angeblich haben einige Katzen sogar Freude an Musik. Leseprobe:
Da ist ein englisches Märchen. Das handelt einfach davon, dass ein Leichenbestatter einen Toten beerdigt und bei der Gelegenheit läuft ihm ein Trauerzug von Katzen über den Weg, die tragen einen winzigen Sarg mit einer Decke und mit einer aufgesteckten goldenen Krone. Und diesem Trauerzug voran geht ein Kater, aufrechter Gang in diesem Fall, und er sagt dem Leichenbestatter: "Sag Tom Tildrem, dass Tim Toldrem gestorben ist." Dieser Leichenbestatter geht nach Hause, am Kamin sitzt seine Frau und auf dem Kissen daneben ruht der Kater und er erzählt diese Geschichte. "Es ist etwas ganz Seltsames passiert." Und die Frau sagt: "Katzen können überhaupt nicht sprechen und sie beerdigen..." Und als dann dieser eine Satz fällt "Sag Tom Tildrem, dass Tim Toldrem gestorben ist", springt der Kater, der Tom heißt, auf und sagt: "Was, Tim Toldrem ist gestorben? Dann bin ja ich hinfort der König der Katzen!" und fährt durch den Kamin nach oben.

Spannender noch geraten jene zwei Geschichten, denen das Buch seinen Titel verdankt: "Der unsinkbare Kater". Sie handeln von Schiffskatzen und ihren Abenteuern auf hoher See, das Überleben eines Schiffsbruders eingeschlossen.

Ein Buch für intelligente und humorbegabte Katzenfreunde!

Gerald Sammet - Der unsinkbare Kater (Cover) © Transit Verlag

Der unsinkbare Kater

Gerald Sammet

  • Typ: Buch
  • Bestellnummer: 978-3-88747-281-8
  • Verlag: Transit Verlag
  • Preis: 16,80 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Bücher | 28.12.2012 | 12:40 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/kultur/literatur/buchtipps/unsinkbarerkater105.html
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