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Das Büchermagazin mit Denis Scheck im Ersten.
Link in neuem Fenster öffnenDer Journalist Yassin Musharbash hat sich viele Jahre lang mit dem Thema Terror beschäftigt. Er ist Sohn eines jordanischstämmigen Vaters und einer deutschen Mutter, wuchs in Niedersachsen auf. Jetzt hat er einen Kriminalroman vorgelegt. In "Radikal" wird ein charismatischer Politiker zum Opfer von Fanatikern. Annemarie Stoltenberg stellt das Buch vor.
Leseprobe:
"Der Bundestagsabgeordnete Lutfi Latif (Grüne) wird nur drei Wochen nach seiner Wahl in den Bundestag von islamistischen Extremisten mit dem Tode bedroht. Entsprechende E-Mails, Briefe und Postkarten liegen dem Bundeskriminalamt vor ..."
Die Bedrohung schwebt auch über unserem Land. Aber in den zehn Jahren nach dem 11. September ist Deutschland von einem islamistischen Mordanschlag verschont geblieben. Geplante Terrortaten wurden glücklicherweise erkannt und verhindert. Jetzt hat der Spiegel-Online-Redakteur Yassin Musharbash mit seinem Thriller "Radikal" ein Buch geschrieben, das beängstigend wirklichkeitsnah deutlich macht, dass ein solcher Albtraum jedoch jeden Tag Realität werden kann.
Der Grünen-Politiker Lutfi Latik, ein junger Intellektueller, Spross einer ägyptischen Familie, ist ein charismatischer Mann, der für einen modernen, aufgeklärten Islam werben möchte. Die Medien feiern ihn schon als deutschen Obama. Doch kaum hat er sein Abgeordnetenbüro bezogen, wird er mit Morddrohungen überschüttet.
Der Journalist und Autor wurde 1975 geboren, hat deutsche und jordanische Wurzeln. Musharbash studierte Arabistik und Politologie, arbeitete für die taz, Jordan Times und die Neue Osnabrücker Zeitung.
Heute ist er Redakteur bei Spiegel Online mit den Schwerpunkten Terrorismus sowie Veränderungen in der arabischen Welt.
2006 erschien sein Sachbuch "Die neue Al-Qaida" - Innenansichten eines lernenden Terrornetzwerks. Sein Romandebüt "Radikal" erschien 2011.
Als Latif während einer morgendlichen Fernseh-Livesendung durch eine Bombe getötet wird, bekennt sich kurz darauf Al Kaida in einem Video zu dem Attentat. Und das BKA verhaftet einen Konvertiten als Tatverdächtigen. Die Sache scheint klar zu sein. Aber es ist dann doch komplizierter.
Leseprobe:
Nabulsi hat im Auftrag des Kommandos Karl Martell gehandelt. Wir wissen das, weil ich das Kommando selbst unterwandert habe.
Latifs Assistentin, die Deutsch-Palästinenserin Sumaya und sein Sicherheitsberater, der Terrorexperte Samson, haben erhebliche Zweifel daran, dass Al Kaida für den Anschlag tatsächlich verantwortlich war.
Neben islamistischen Scharfmachern ist Latif auch von anonymen Islamhassern massiv bedroht worden. Durch Zufall bekommt Samson Kontakt zu einem geheimen Zirkel, dem "Kommando Karl Martell", das Anschläge auf Moslems plant.
Währenddessen arbeiten drei Recherche-Experten eines großen Nachrichtenmagazins an der Titelgeschichte über das islamistische Terrornetzwerk, das Deutschland mit mörderischen Anschlägen überziehen will.
Fieberhaft wird an der Story gearbeitet, bis es heißt (Buchzitat):
"Erlinger... wir sind hier, um Ihnen zu sagen, dass es keine Samson Geschichte geben wird." Erlinger lachte: "Was soll denn der Quatsch?"
Musharbash beschreibt ein journalistisches Trio-Infernale mit dem Wissen eines Insiders. Genauso intensiv ist seine Schilderung des Politikalltags in Berlin und des dumpfen Milieus der Islam-Hasser. "Radikal" - aufregend bis zur letzten Seite.
Wie nah der Autor an der Realität ist, hat der Grünen-Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour in einem Beitrag für die Frankfurter Rundschau beschrieben. Nouripour, der als einziger im Bundestagshandbuch unter Konfession "Moslem" angegeben hat, erhält seit Jahren Hass-Mails - wie die Romanfigur Latif.

Yassin Musharbash