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Blutige Vergeltung

Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
Vorgestellt von Stefan Maelck

John Niven - Das Gebot der Rache (Cover) © Heyne Verlag Detailansicht des Bildes Packender Thriller um einen von grenzenloser Gier nach Rache befallenen Täter. "Der perfideste und am besten konstruierte Thriller, den ich je gelesen habe", das sagt Irvine Welsh, Autor von "Trainspotting" und anderen erfolgreichen Romanen, über das neue Buch von John Niven.

John Niven ist Jahrgang 1972, er hat viele Jahre für eine Plattenfirma gearbeitet und Talente entdeckt. Seine bitterböse Abrechnung mit dieser Zeit war die Groteske "Kill your friends" - die wurde ein Bestseller. John Niven vermittelte darin einen tiefen Einblick in die korrupte Welt der Musikindustrie.

Vielseitiger Autor

Sein zweiter Roman "Coma" war ähnlich spannend und voll schwarzem Humor, spielte allerdings in der Welt des Golfs und des Kleinverbrechens. Der dritte Niven hieß "Gott bewahre". Gott ist nicht tot, so das Motto, er war nur angeln. Und nun macht sich John Niven, ein Kenner der Popkultur, ein Vertreter des gehobenen Trashs daran, einen Thriller zu verfassen.

Wer hätte das gedacht: "Das Gebot der Rache" ist ein waschechter Thriller geworden mit allem, was einen solchen ausmacht, nämlich ein ständiges Wechselspiel zwischen Anspannung und Erleichterung. Dazu benutzt der Autor Spannungsbögen und falsche Fährten.

Leseprobe:
"Ich bin erst dreiundvierzig, fühle mich aber so alt, wie ich aussehe. Als hätte ich tatsächlich zwei Leben gleichzeitig geführt. Meine Tränensäcke verkünden meinen Schlafmangel so anschaulich, dass ich es fast als Kompliment begreife, wenn mal wieder ein Taxifahrer sagt, ich sähe müde aus."

Getrübte Idylle

Donald Miller, der Erzähler, lebt mit seiner Frau Sammy und seinem Sohn Walt in der kanadischen Provinz. Sammy ist Herausgeberin der Zeitung, für die Donald Filmkritiken schreibt, und Sammy ist die Tochter des reichsten Immobilienhais der Region, dem auch besagte Zeitung gehört. Donalds Familie lebt im Wohlstand, eigentlich müsste Donald nicht wirklich arbeiten.

Eines Tages wird die vermeintliche Idylle getrübt, der Hund der Familie ist auf brutale Art und Weise zerstückelt worden. Wölfe, behauptet Donald, doch er weiß es besser. Mit Hilfe von Rückblenden und Erinnerungen erfahren wir, dass Donald aus Schottland kommt, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und, bevor er studierte, ein paar Jahre im Jugendgefängnis verbracht hat.

Dunkles Geheimnis

Niven verblendet kunstvoll dunkle Vergangenheit und plötzlich nicht mehr strahlende Gegenwart. Von Anfang an liegt eine leicht bedrohliche Stimmung über der Szenerie, denn Donald hat ein Geheimnis, das er bis ans Lebensende mit sich herumtragen muss.

Leseprobe:
"Tommy überlebte es nicht. Er wurde mit siebzehn Jahren bei einer Messerstecherei in einem Jugendknast umgebracht. Bannys Strafe wurde wegen wiederholter Gewalttätigkeiten um drei Jahre verlängert. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren entließ man ihn schließlich auf Bewährung. Er wurde beinah sofort wieder straffällig, vergewaltigte ein vierzehnjähriges Mädchen und sitzt heute noch im Gefängnis. Ich hatte mehr Glück."

Donald hat in seiner Kindheit mit zwei Freunden aus asozialen Verhältnissen einen Klassenkameraden zu Tode geprügelt. Die Jungs waren zwölf und strafmündig und wanderten ins Gefängnis. Donald ist später der einzige, der sein Leben in den Griff bekommt, ein Studium abschließt, heiratet und eine Familie gründet.

Bis ihn die Mutter des getöteten Jungen nach siebenundzwanzig Jahren Detektivarbeit findet und geradezu in einen Blutrausch gerät. Denn der Hund ist nur das erste Opfer.

John Niven hat einen perfekten Thriller geschrieben, der in seinem spannenden Showdown immer wieder zu überraschen versteht und dabei so ökonomisch wie effektvoll ist.

John Niven - Das Gebot der Rache (Cover) © Heyne Verlag

Das Gebot der Rache

John Niven, aus dem Englischen von Stephan Glietsch

  • Typ: Buch
  • Bestellnummer: 978-3-453-67584-1
  • Verlag: Heyne Verlag
  • Preis: 19,99 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Bücher | 04.02.2013 | 12:40 Uhr

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