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Das Büchermagazin mit Denis Scheck im Ersten.
Link in neuem Fenster öffnenVorgestellt von Margarete von Schwarzkopf
Das Cover von Martin Walkers "Femme fatale"
Frankreich als Schauplatz für Kriminalromane erfreut sich wachsender Beliebtheit, verbinden sich doch meist mit den hier geschilderten Kriminalfällen präzise Darstellungen von Land, Leuten und vor allem Essen und Trinken. Der ungekrönte Meister dieses Genres ist der in Schottland geborene Martin Walker, der seit vielen Jahren im Périgord ein Haus besitzt und seinen Bruno Chef de Police nun schon zum fünften Mal gegen das Böse in seiner an sich eher friedlichen Region antreten lässt.
Bruno ist, wie es so schön zu Beginn von "Femme fatale" heißt, der erste und einzige Polizist von Saint Denis, einer fiktiven Kleinstadt im lieblichen Périgord. Doch wieder einmal wird dieser Frieden bedroht, als eines Tages eine nackte Frauenleiche in einem Boot auf dem Fluss treibt.
Zwar lautet die Diagnose des Pathologen, dass die unbekannte Schönheit Selbstmord begangen habe, doch es mehren sich die Zeichen, dass dahinter nicht nur ein tragisches Schicksal steht, dessen Wurzeln in die Vergangenheit einer mächtigen Familie der Gegend zurückreichen. Vielmehr hat dieser Tod auch mit Schwarzen Messen und magischen Liebestränken zu tun, wie sie einst am Hofe des Sonnenkönigs von einer seiner Geliebten zu dunklen Zwecken benutzt wurden.
Und schon ist Bruno mitten in einem Fall, der zudem auch noch mit Immobilienhaien und Geldwäsche zu tun hat, mit verführerischen Frauen und Familienintrigen. Bruno schlägt sich wacker, kann sogar zwischendurch ein wenig kochen, darunter Martin Walkers eigenes Lieblingsessen, Spargel, und erlebt zudem ein paar glückliche Stunden mit seiner Ex-Geliebten Isabelle und einem neuen Hund namens Balzac, der seinen bei einem Attentat getöteten Bassett Gigi ersetzen soll.
"Femme fatale" ist tempo- und aktionsreicher als die Vorgänger, verzichtet aber nicht auf die immer wieder liebenswerten Beschreibungen von französisch dörflicher Lebensart und Lebensfreude und enthüllt zudem einige Geheimnisse mehr aus Brunos Vergangenheit, die dem Roman noch ein paar I-Tüpfelchen mehr aufsetzen.

Martin Walker