Druckfrisch
Das Büchermagazin mit Denis Scheck im Ersten.
Link in neuem Fenster öffnenVorgestellt von Margarete von Schwarzkopf
Er ist ein Mann mit vielen Talenten: Peter Heller, geboren in New York und heute in Denver, Colorado, ansässig, hat in seinem Leben einige Jobs gehabt, ehe er als Reporter für ein Natur-Magazin zu arbeiten begann und mehrere Bücher über seine Erfahrungen als Kajakfahrer und Surfer veröffentlichte. Jetzt liegt sein erster Roman vor mit dem etwas umständlichen Titel "Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte". Auch hier spielt die Natur eine große Rolle als Kulisse und zugleich als letztes Refugium in einer durch eine tödliche Grippe entvölkerte Welt.
Big Hig, der früher mit seiner Frau in Denver lebte, hat fast alles verloren, was ihm teuer war, und haust nun zusammen mit seinem Hund Jasper und einem etwas sonderbaren, reichlich schießwütigen Mann namens Bangley auf einem kleinen Flugplatz abseits der Städte. Big Hig begibt sich täglich mit seiner uralten Cessna auf einen Kontrollflug, denn die wenigen Überlebenden sind zu beutegierigen Mördern mutiert – mit wenigen Ausnahmen. Hig gibt die Hoffnung nicht auf, eines Tages auf Menschen zu treffen, die wie er der Seuche entkommen sind und noch menschliche Gefühle besitzen. Als er endlich fündig wird, überstürzen sich die Ereignisse. Peter Hellers Buch ist zwar eine postapokalyptische Erzählung, doch es geht ihm mehr um Freundschaft in Zeiten der Einsamkeit, um Hoffnung und um das Überleben in Würde als um vordergründige Aktion und düstere Untergangsszenarien. Zudem erzählt der Autor, der auch Gedichte verfasst, diese Geschichte seines einsamen Ich-Erzählers in einer poetisch bildreichen Sprache, ins Deutsche großartig übersetzt von Eva Bonné.
"Das Ende der Sterne wie Big Hig sie kannte", die Geschichte eines Helden wider Willen, ist ein fast magisches Buch, schwebend zwischen Abenteuerroman und Märchen, zwischen Realität und Traum, traurig und gelegentlich sehr komisch. Ein unvergessliches Leseerlebnis.

Peter Heller