Druckfrisch
Das Büchermagazin mit Denis Scheck im Ersten.
Link in neuem Fenster öffnenVorgestellt von Margarete von Schwarzkopf
Justin Cronin beschäftigt sich in dem zweiten Band seiner Trilogie über Amy, dem Mädchen, das die Welt rettet, mit Endzeitphantasien. Hier steht ein durch Experimente mutiertes Virus am Anfang der dunklen Geschichte.
Die Handlung
Die menschlichen Versuchskaninchen werden mit einem geheimnisvollen uralten Virus künstlich infiziert, um zu testen, ob dieses Virus zum Nutzen der Menschheit eingesetzt werden kann – die Ziele klingen hehr, dienen aber letztlich anderen, weniger humanen Zwecken. Das Experiment geht gründlich daneben. Die dreizehn Infizierten verwandeln sich in Vampire aus den schlimmsten Albträumen. Nur die kleine Amy bleibt scheinbar von dieser Verwandlung verschont, entwickelt aber besondere Talente. Auf ihr ruht die Hoffnung, dass der Spuk einmal endet und die Menschheit überlebt. Doch bis dahin ist es ein weiter, schrecklicher Weg.
Cronin schildert in "Die Zwölf" in Vor- und Rückblicken am Beispiel des Schicksals einer Reihe von Charakteren, die zum Teil bereits im ersten Band auftauchen und an Bedeutung gewinnen, das ganze Ausmaß der Bedrohung und der Apokalypse. Was "Die Zwölf" über eine Welt am Rande des Abgrunds aus der Menge von Dystopien und gängigen Vampirgeschichten heraushebt, sind Cronins Spiel mit Zitaten aus der Weltliteratur, die komplexe Dramaturgie und die geschickte Mixtur aus Stilmitteln der Horror- und Abenteuerliteratur, angereichert mit surrealem Humor.
Für Liebhaber von Vampir- und Weltuntergangsromanen keine einfache Lektüre, da es Cronin mehr um Themen wie Schuld und Sühne geht als um Gruseleffekte. Dennoch: Spannung ist garantiert.

Justin Cronin