Am Anfang stand Lennons Idee, ein Zeichen zu setzen für den Frieden. Ergebnis war ein Foto, das um die Welt ging: der Auftakt zum legendären "Bed-In" von John Lennon und Yoko Ono in einem Hotel in Amsterdam am 25. März 1969. Erst sechs Tage später beendete das Paar seinen "Bett-Streik".
In Hamburg hatte seine Welt-Karriere als Musiker einst ihren Lauf genommen. Hier her kam er immer wieder. Doch Lennon war viel mehr: Dichter, Denker, Künstler.
Von den "Bed-In" genannten Happenings, die mitunter wie Fotosessions oder Pressekonferenzen zelebriert wurden, gibt es Video-Clips - die Ausstellung in Lübeck zeigt sie.
Unzählige Fotos dokumentieren praktisch jede Lebensphase des Musikers - so kennen ihn seine Fans, so hat er sie teilhaben lassen.
Reduziert auf das Wesentliche ist dieses nur scheinbar hingekritzelte frühe Doppelporträt namens "John und Yoko" (1969).
Die Sehnsucht der Intellektuellen und Künstler auf ein Ende des Vietnam-Kriegs hat seine Auflösung gefunden. "War Is Over" signalisiert zugleich: dem Käfig der Gesellschaft entrückt - endlich. Zuvor hatten Lennon und Ono eine gleichnamige weltweite Plakataktion für Frieden initiiert.
Lennon wollte den Fehler, den er bei seinem ersten Sohn Julian gemacht hatte - die Vater-Rolle nicht angenommen zu haben - beim zweiten Sohn Sean nicht wiederholen. Es folgte ein Rückzug ins private Familienleben. Die Skizze "Japan Days" markiert diese Phase.
"Family Tree" ist ein Bild der bunten Phase, aus dem vor allem Lennons Bedürfnis nach Familie und Harmonie spricht.
Seine Selbstbildnisse sind Mal stilisierte Karikatur, Mal fortentwickeltes Signet, auch Persiflage seiner Selbst - oder mitunter eine Mischung aus alle dem.
Lennons mit wenigen Strichen gezeichneten Selbstbildnisse entstanden ursprünglich als Illustration zu eigenen Texten ...
... doch sie wurden zunehmend zu einem Markenzeichen, das schließlich auch Synonym als für seine Werke verwendet oder zitiert wurde.
Auch diese Umschlaggrafik à la Warhol stammt aus der Feder Lennons - ein Selbstbildnis aus den frühen Tagen der Beatles.
Das Bett in der Ausstellung in Lübeck symbolisiert die "Bühne des Lebens", zu der John Lennon sein Schlafzimmer zu Lebzeiten gemacht hat.
Die Ausstellung im Günter Grass-Haus ist dank der Sammelleidenschaft und der tatkräftigen Unterstützung des Leihgebers Michael-Andreas Wahle zustande gekommen. Bis 2. Juni ist sie zu entdecken.