Kulturjournal
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Die berühmteste Band der Pop-Geschichte ist untrennbar mit ihm verbunden. Als Mitglied der Beatles hat er Weltruhm erlangt, doch John Lennon war zeitlebens weit mehr als Musiker, Sänger, Komponist. Er zeichnete, malte, dichtete, schrieb Geschichten, drehte Filme, inszenierte sich und engagierte sich politisch. Er war ein kreatives Gesamtkunstwerk und zweifellos eine der schillerndsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts.
Das Lübecker Günter Grass-Haus widmet seine aktuelle Ausstellung dem Künstler Lennon. "The Art Of John Lennon" macht mit vielen Dutzend Karikaturen, Zeichnungen und Lithografien, aber auch Büchern, Fotos und Filmen den Genius von Lennon nachvollziehbar.
Ein breites Bett unter einem Himmel von weißen Luftballons inmitten des großen Ausstellungsraumes erinnert an die Rolle, die Lennon diesem Möbelstück zugedacht hatte: der Bühne für Happenings - in Anspielung auf die "Sit-Ins" der Studentenbewegung "Bed-Ins" von ihm genannt. Das Bett diente als Kulisse seiner Selbstinszenierungen und war damit zentrale "Spielstätte" seines Lebens - in vielfältiger Hinsicht.
Auch mehr als 30 Jahre nach seinem Tod geht eine große Faszination von dem vielseitigen Künstler aus, wie die Ausstellungskuratorin Tatjana Dübbel vor der Eröffnung sagte.
Lennon zeichnete seit den Kindheitstagen, er illustrierte eigene Gedichte und Kurzgeschichten. Als Schüler verfasste und illustrierte er eine eigene Zeitung. 1964 veröffentlichte er sein wiederum selbst illustriertes erstes Buch mit dem Titel "In His Own Write".
Nachdem Lennon Ende der 60er-Jahre die japanische Performance-Künstlerin Yoko Ono kennengelernt hatte, entdeckte er für sich weitere künstlerische Ausdrucksmittel. Er drehte Filme, veröffentlichte experimentelle Musikalben, veranstaltete eigene Kunstausstellungen und "erfand" sich dabei immer wieder aufs Neue. Häufig wiederkehrendes Motiv der rund 50 Zeichnungen in der Schau ist Lennons zweite Ehefrau Yoko. Als sein zweiter Sohn Sean geboren war, ging Lennon ganz in seiner Vaterrolle auf. Er malte für ihn oft Tierbilder, bunt und skurril.
Die Ausstellung mit vielen Original-Zeichnungen und Druckgrafiken zeigt auch Dokumente aus dem Bestand des hessischen Privat-Sammlers Michael-Andreas Wahle, darunter Lennons Heiratsurkunde mit Yoko Ono, aber auch das wohl letzte Foto, das den Musiker lebend zeigt. Starfotografin Annie Leibovitz hat es im Dezember 1980 aufgenommen wenige Stunden, bevor sein fanatischer Mörder Lennon vor seiner Wohnung in Manhattan erschoss.

Er hat mit seinen Songs Millionen begeistert, als Rebell Generationen bewegt. Das Lübecker Grass-Haus stellt nun den Künstler Lennon in all seiner Vielfalt vor.