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Nofretete in Hannover am Ohr entlarvt

Ein Handout-Foto zeigt einen Quarzit-Kopf der berühmten ägyptischen Königin Nofretete (Foto vom 18.03.2012). © dpa Fotograf: Baaf 2012 / Alain Speltdoorn Eine Ägyptologe aus Hannover konnte beweisen: Der "falsche Echnaton" ist eine echte Nofretete.

Das Ohr gab den entscheidenden Hinweis: Bei dem Quarzit-Köpfchen aus einer Privatsammlung handelt es sich nicht etwa, wie jahrzehntelang angenommen, um den Pharao Echnaton, sondern um seine Gattin Nofretete. Die ägyptische Königin ist nach Ansicht des Ägyptologen Christian E. Loeben an ihrem Ohr zu erkennen. Details an dem Hörorgan ließen den Experten des Museums August Kestner in Hannover Schlüsse auf die Kopfbedeckung ziehen. Und bei dieser handele es sich um die Krone der Königin.

"Falscher Echnaton" im Sommer in Hannover?

Das Material Quarzit, aus dem der 5,5 Zentimeter große Kopf besteht, ist laut Experten zu 99,9 Prozent für die Darstellung von Frauen eingesetzt worden. Die Untersuchung gilt als Beweis dafür, dass es sich bei dem Werk um eine Nofretete-Darstellung handelt. Vom 6. bis 10. Juni ist die Nofretete in Brüssel zu sehen. Der Organisator der Brüsseler Ausstellung "Brussels Ancient Art Fair", Jacques Billen, sagte am Freitag: "Er hat an etwas gedacht, woran früher niemals einer gedacht hat. Für die Wissenschaft ist das eine Sensation." Loeben hofft, die Figur nun auch für eine Sonderausstellung in Hannover und Basel gewinnen zu können. "Die Qualität in der Größe ist sensationell", sagte der Experte für die Epoche des Pharaos Echnaton. Zudem sei das Köpfchen sehr fein gearbeitet.

Anerkennung von Kollegen

Für den Münsteraner Kollegen Christian Beyer ist der Beweis von grundlegender Bedeutung. Er arbeitet an der Universität Münster derzeit an einem Buch über die ägyptische Königin. "Herrn Loeben ist die Zuweisung an Nofretete gelungen. Sie ist wesentlich überzeugender als die Zuweisung an Echnaton", erklärte Beyer. Die Entdeckung helfe bei wichtigen kunstgeschichtlichen Fragen der Epoche. In frühen Darstellungen gleichen Echnaton und Nofretete sich. Die vor Hundert Jahren entdeckte berühmte Königinnen-Büste, die in Berlin ausgestellte wird, habe hingegen ganz eigene Züge. "Es ist schwer zu sagen, warum sie gegen Ende der Regierungszeit ein eigenes Gesicht bekommt", sagte Beyer.

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