Kulturjournal
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Die Büste der Nofretete wurde vor 100 Jahren entdeckt. Genauer: am 6. Dezember 1912. Erst viele Jahre später wurde sie der Öffentlichkeit präsentiert. Der sensationelle Fund aus der Königstadt Amarna inspirierte daraufhin Künstler und Schriftsteller.
Auch Bernhard Hoetger geriet in den Bann der Kunst der Alten Ägypter. Es begann eine mehrjährige ägyptische Phase im Schaffen des expressionistischen Künstlers. Das Landesmuseum Hannover zeigt in der Ausstellung "Faszination Nofretete. Bernhard Hoetger und Ägypten", wie die Neufunde aus Amarna die künstlerischen Werke des frühen 20. Jahrhunderts beeinflusst haben.
Im Osten Hannovers sollte 1916 ein ägyptischer Stadtteil entstehen, die TET-Stadt. Der Wunsch kam von Keksfabrikant Bahlsen. Als er verstarb, kam das Projekt zum Erliegen.
Hoetger entwickelte mit der Unterstützung seines Mäzens Hermann Bahlsen, dem Gründer der gleichnamigen Keksfabrik in Hannover, die Idee einer ägyptischen Metropolis als städteplanerisches Konzept mitten in Hannover. Wegen des frühzeitigen Todes von Bahlsen wurde sie nie realisiert. Das Landesmuseum zeigt ein Modell und eine 3-D-Simulation des fantastischen Projekts. Deutlich gemacht werden sollen Ursprung und Wirkung der Kunst Altägyptens und die besondere Rolle Hannovers als innovatives Kunstzentrum zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Ausstellungsstücke sind Leihgaben aus dem Ägyptischen Museum Berlin.

Die Büste der Nofretete zog viele Künstler in ihren Bann - auch den Expressionisten Bernhard Hoetger. Das Landesmuseum Hannover zeigt Werke aus dessen ägyptischer Phase.