Kulturjournal
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Fischstäbchen, Würfelzucker, Toblerone - wieso ist ein Produkt, das man isst, so wie es ist? Mit "Food Design" beschäftigt sich ab Donnerstag die gleichnamige Sonderausstellung im Museum August Kestner in Hannover.
Selten werden Nahrungsmittel so gegessen, wie sie in der Natur vorkommen. Wir kochen, braten oder verarbeiten sie zu anderen Gerichten - und gestalten damit ihr Aussehen. Die Nahrungsmittel-Industrie unternimmt bei der Formung viel größere Anstrengungen als der Konsument zu Hause und ist dabei so erfolgreich, dass wir uns manche Dinge gar nicht mehr anders vorstellen können. Es wäre schon eine große Überraschung, wenn aus dem quadratischen Würfelzucker plötzlich "Kugelzucker" würde oder aus rechteckigen Fischstäbchen "Fisch-Tetraeder".
Wie fühlt sich Marmelade an? Im "Sensorium" wird der Besucher mit mit den Grundkonstanten unserer sinnlichen Wahrnehmung konfrontiert.
Wie fühlt es sich an, beide Hände in einen großen Behälter mit Marmelade zu tauchen? Würde ich den Duft von Pilzen erkennen ohne sie zu sehen? Warum sind in einer Tüte mit Gummibärchen immer mehr rote als grüne? Im ersten Ausstellungs-Raum wird der Besucher mit allen Sinnen angesprochen: Essen zum Sehen, Hören, Riechen und Tasten.
Im zweiten Raum greifen die Kuratoren verschiedene Aspekte von Food Design auf - angerichtet auf neun thematischen Tischen. Pragmatische Gründe wie Transportierbarkeit, Teilbarkeit und Herstellung können die Form von Speisen vorgeben. Ein Beispiel dafür ist der Leibniz-Keks.
Das, was auf unserem Teller liegt, ist nicht zufällig rot, gelb, rund oder eckig. Von den Spaghetti über die Sachertorte bis hin zum Butterzopf hat jedes Lebensmittel seine Geschichte. Auf Texttafeln erhält der Besucher Erläuterungen zu den unterschiedlichen Formen, zu Design-Erfindungen und der wissenschaftlichen Erforschung der Formungs-Prozesse von Lebensmitteln.
Ein abwechslungsreiches Programm zum Ausstellungs-Thema mit Vorträgen, Kochschule und Veranstaltungen für junge Besucher und Kindergarten-Kinder ergänzt die Design-Schau.

Wieso ist ein Produkt, das man isst, so wie es ist? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Ausstellung "Food Design" im Museum August Kestner in Hannover.