Rügen: Ferieninsel für jede Gelegenheit
Strand, Kultur, unberührte Natur: Die größte Insel Deutschlands hat für jeden etwas zu bieten. mehr
Leni Riefenstahl war Filmstar, Regisseurin und Fotografin, aber auch hemmungslose Karriere-Frau, der Ruhm und Anerkennung viel bedeuteten. Die Nähe zum NS-Regime hat sie bis zu ihrem Tode geleugnet. Sie betonte stets, während des Nationalsozialismus ideologisch unabhängig und rein dokumentarisch gearbeitet zu haben.
Knapp zehn Jahre nach ihrem Tod will eine Ausstellung in Prora mit diesem Mythos aufräumen. Mehr als 300 Fotografien, historische Dokumente und Filmsequenzen sollen die Nähe Riefenstahls zu Hitler, Speer und Goebbels belegen.
Außerdem wollen die Kuratoren Ina Brockmann und Peter Reichelt zeigen, dass die Filmemacherin Szenen des ersten Reichsparteitagsfilms von 1933 später im Studio nachgedreht und Situationen inszeniert hat. Reichelt bezeichnet Riefenstahl als eine Meisterin im Verdrängen, Vergessen und dem Gestalten ihrer eigenen Wahrnehmung.
Für ihren Film "Triumph des Willens" (1934) erhält Leni Riefenstahl im Rahmen eines Festakts der Reichskulturkammer in der Berliner Staatsoper den Nationalen Filmpreis 1934/35 (Fotografie 1935).
Die Regisseurin gehörte zur Prominenz des Hitlerreiches, ihre Arbeiten wurden in den 30er-Jahren international anerkannt. Für den Reichsparteitagsfilm "Triumph des Willens" erhielt sie 1935 auf der Biennale in Venedig den Preis für den besten ausländischen Dokumentarfilm und wurde 1937 auf der Weltausstellung in Paris ausgezeichnet.
Persönlich verbindet die beiden Kuratoren der Ausstellung eine langjährige geschäftliche, fast schon freundschaftliche Beziehung zu Leni Riefenstahl. Als ihre Agenten gingen Ina Brockmann und ihr Partner, Peter Reichelt, regelmäßig ein und aus im Hause Riefenstahl. Zusammen mit der Fotografin organisierten und planten sie neue Ausstellungen. Im Vordergrund stand dabei aber immer die Kunst. Fragen zu ihrer Vergangenheit im Nationalsozialismus waren tabu, erinnert sich Reichelt. Viele Ausstellungstücke bekamen die Kuratoren erst nach dem Tod Riefenstahls im Jahr 2003. Doch zum Teil fehlen wichtige Dokumente.
Neben den Dokumenten aus der NS-Zeit werden auch Stasi-Dokumente gezeigt, mit denen die Rehabilitierung Riefenstahls nach dem Krieg verhindert werden sollte. Etwa Fotos, die die Stasi im Jahr 1952 der Illustrierten "Revue" zugespielt hatte und die Riefenstahl als Zeugin eines Massakers von Wehrmachtssoldaten an jüdischen Zivilisten in Polen zeigen.
Eine Hinweistafel weist auf die Sonderauststellung um Dokumentationszentrum hin.
Vor den NS-Propagandafilmen hatte sich die 1902 in Berlin geborene Riefenstahl als Ausdruckstänzerin einen Namen gemacht. Eine Knieverletzung beendete diese Karriere. Anschließend spielte sie als Hauptdarstellerin vor allem in Abenteuer- und Bergfilmen mit. Nach dem Krieg ging sie als Fotografin nach Afrika, machte Reportagen über die afrikanische Volksgruppe der Nuba und unternahm Tauchexpeditionen. Riefenstahl starb 2003 in Pöcking am Starnberger See.
Die Dokumentation ist die erste, die Riefenstahl nicht selbst kontrolliert hat. Sie war bereits an anderen europäischen Orten zu Gast, etwa im Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg oder dem Holocaust-Zentrum in Oslo.

Die Nähe zum NS-Regime hat Leni Riefenstahl bis zu ihrem Tode geleugnet. Das Dokumentationszentrum Prora zeigt nun eine Sonderausstellung über die Filmemacherin und Fotografin.