Hanse- und Universitätsstadt Greifswald
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Man könnte Klaus Ender als Enthüllungs-Bildjournalisten bezeichnen. Doch das beträfe nur einen Teil seines künstlerischen Schaffens - wenn auch einen zentralen. Der Fotograf konzentriert sich in seiner Arbeit auf zwei Schwerpunkte: Landschaften und Akte.
Eine Sonderausstellung im Pommerschen Landesmuseum Greifswald widmet Ender nun eine Retrospektive, die schlicht wie treffend "Akt & Landschaft" betitelt ist. Mit rund 150 Fotografien, Dokumentationen zu den Werken sowie Publikationen des Künstlers gewährt die Schau einen Einblick in dessen Arbeit aus fünf Jahrzehnten.
Viele der in Greifswald gezeigten Landschaftsaufnahmen entstanden auf Rügen, seine Akte binden unverkennbar in die unmittelbare Umgebung der Ostsee ein. Die Steilküste, der Strand, Wellen und Wasser sind typische Bildmotive, ebenso Fischerhäuser, Boote oder Netze. Die Darstellung der Menschen im Einklang mit der Natur entwickelte sich über die Jahre zu einem persönlichen Markenzeichen Enders.
Der Titel der Ausstellung erinnert an die vielbeachtete gleichnamige Aktfoto-Ausstellung der DDR. Der 1939 in Berlin geborene Ender hatte sie zusammen mit dem aus Cottbus stammenden Kollegen Gerd Rattei 1975 ins Leben gerufen. Die für das Thema Aktfotografie Maßstäbe setzende Schau war zunächst in Potsdam zu sehen und wurde als Triale ins offizielle Kulturprogramm der DDR aufgenommen. Nach weiteren Stationen in fünf weiteren Städten hatten mehr als 100.000 Besucher die Ausstellung gesehen.
Mit seinen Aktfotografien vor Naturkulisse ist Klaus Ender vor mehr als 30 Jahren bekannt geworden.
Klaus Ender begann als Amateurfotograf 1964 auf Rügen. Am FKK-Strand Bakenberg-Nonnevitz fotografierte er mehr als 50 junge weibliche Modelle. Die Veröffentlichung dieser Aktaufnahmen sorgte in zahlreichen Zeitschriften für große Anerkennung. Knapp zwei Jahre später erhielt er auf Grund seiner fotografischen Leistung die Zulassung für eine freischaffende journalistische Tätigkeit.
Für sein Schaffen auf dem Gebiet der Akt- und Landschaftsfotografie bekam Enders in den 70er-Jahren etliche Auszeichnungen in der DDR, wie auch international. Anfang der 80er-Jahre entschloss er sich wegen der für ihn zunehmend schwierigen Arbeitssituation nach Österreich überzusiedeln. Dort gelang ihm bald der internationale Durchbruch als Fotograf, Ende der 80er-Jahre auch als Autor.
1996 kehrte Ender nach Rügen zurück, wo er seither lebt und arbeitet. Neben Fachbüchern schreibt und veröffentlicht er seit 2002 auch Gedichte.

Zu seinem Thema Mensch und Natur zählen Landschaften wie Akte. Das Pommersche Landesmuseum präsentiert in einer umfassenden Retrospektive Arbeiten des Fotografen Klaus Ender.