Die beiden Wahl-Mecklenburger Cenci Goepel und Jens Warnecke begeben sich nachts auf die Suche nach Motiven für ihre Light Paintings: Langzeitbelichtungen in finsterer Nacht.
Bis zu einer halben Stunde öffnet das Fotografenpaar die Objektive seiner Kameras und zaubert mit einem Arsenal von selbstgebauten Lampen fremdartige Figuren in die Szenerie: Langgezogene Lichtwirbel, skurrile Figuren, Sternenpunkte in unwirklicher Landschaft.
Auf Expedition gehen Cenci und Jens mit 80 Kilo Gepäck und das rund um den Globus: Argentinien, Patagonien, Spanien – überall, wo die Landschaft bereits aussieht wie von einem anderen Stern.
"Es muss nicht die trockene Weite Kaliforniens oder die bombastischen Gletscher auf Grönland sein", sagt Cenci Goepel, die in ihrem schwarzen Outfit aussieht, als würde sie gleich irgendwo einbrechen wollen. Im Schein der Kopflampe nimmt sie ihre Kamera aus der Tasche: "Mecklenburg-Vorpommern ist eigentlich noch schöner."
"Anfangs haben wir einfach eine Taschenlampe an ein Seil gebunden und im Kreis gewirbelt – nach jahrelangem Experimentieren sind wir heute weiter", so das Fotografenpaar. Inzwischen haben sie 50 Leuchten zur Auswahl.
Tagsüber werden passende Stellen gesucht und es wird "trocken" geprobt. Welche Lampe, welche Form? Kreise oder Ellipsen, Lichtpunkte oder langgezogene Bögen?
Nachts kommt es vor allem darauf an, dass alles stockfinster ist. Was am Ende herauskommt, bleibt aber dem Zufall überlassen. Digital fotografieren? Ohne die "Light-Painter", schließlich geht es ihnen ums Unberechenbare.
Cenci zieht im Schein der Taschenlampe eine LED-Leuchte aus ihrer Tasche und zieht die Sturmhaube auf. "Wie ein Einbrecher", lächelt sie, "aber schließlich soll am Ende nicht ich auf dem Bild zu sehen sein." Dann tritt sie ins Dunkel: Magische Lichtwirbel zaubern irgendwo im Nirgendwo.
Outdoor-Lightpainting funktioniert also folgendermaßen: Die Szenerie wird mit einer Taschenlampe beliebig beleuchtet, um so Figuren, Wirbel und Spiralen in die Landschaften zu zaubern.