Der erste Raum der Giacometti-Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle zeigt viele bedeutende Werke aus der frühen Schaffensphase. Sie stammen aus den 1930er-Jahren, als Giacometti zum Kreis der Pariser Surrealisten gehörte.
Dieses Objekt steht unverkennbar in der Tradition der Surrealisten. Giacometti stellt es erstmals 1929 in Paris aus. Der Titel "Blickender Kopf" deutet daraufhin, was Giacometti zeitlebens beschäftigt: Wie kann er den Blick eines Menschen darstellen?
Dieses Kunstwerk trägt den charmanten Titel: "Unangenehmes Ding zum [Weg]werfen". Laut Kuratorin Görgen-Lammers wollte Giacometti, dass man es in der Hand hält und dreht.
Dies ist eines der Spielfelder Giacomettis - mit dem Titel "Familie" (1931/1932). Zu sehen sind eine Frau, ein Segel und ein Kind. Die Rillen auf dem Brett regen den Betrachter dazu an, sich immer neue Positionen der drei Figuren im Geiste auszumalen.
Diese Gruppe entwickelt Giacometti zwanzig Jahre später - kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Figuren haben jetzt die überlangen, dünnen Beine und Körper, die das Spätwerk des Künstlers prägen.
Aus derselben Zeit stammt dieses Werk: "Figur in einer Schachtel zwischen zwei Schachteln, die Häuser sind".
Alberto Giacometti malte auch. Diese Gemälde aus dem Jahr 1921 zeigt seinen Heimatort Stampa in den Schweizer Alpen. Dort wächst er auf - und verbringt viel Zeit im Atelier seines Vaters, dem Maler Giovanni Giacometti.
Die Ausstellung widmet sich auch dem Pariser Atelier, wo Alberto Giacometti fast vierzig Jahre lang arbeitete und lebte. Ein Abbild des nur 18 Quadratmeter großen Raumes ist an die Wand projeziert. Auf dem Boden ...
... liegt die Skulptur "Frau mit durchschnittener Kehle". Giacometti wollte, dass sie auf dem Boden liegt - damit man sie von oben betrachtet. "So wie man Figuren auf einem Spielbrett betrachtet", sagt Kuratorin Görgen-Lammers.
Diese Foto aus dem Jahr 1954 zeigt, wie Giacometti in seinem Atelier seine Frau Annette malt. Sie sitzt ihm über Jahre hinweg immer wieder Modell. Den Abstand zur Staffelei hat Giacometti genau festgelegt - es sind 1,40 Meter.
Und so sieht das Ergebnis aus: Das Gemälde "Annette im Atelier" ist eines von zwei Giacometti-Werken in der Sammlung der Kunsthalle.
Das zweite hauseigene Werk ist diese Skulptur "Große Figur II". Alle anderen Ausstellungsstücke sind Leihgaben aus aller Welt.
Als Sensation gilt, dass auch der "Schreitende Mann" (Mitte) ausgestellt ist. Von der weltberühmten Skulptur gab es mal sechs Güsse. Heute sind wohl nur noch drei erhalten. "Dieser Guss ist der erste und daher der beste", sagt Görgen-Lammers. Er stammt aus einer Privatsammlung, die dieses Werk zuvor noch nie verliehen hat. Im Vordergrund: der "Große Kopf".
Die Frauenfigur "Große Stehende II" aus dem Jahr 1960 hat Giacometti - wie den "Schreitenden Mann" und den "Großen Kopf" - für die Gestaltung eines Platzes in New York gefertigt. Am Ende scheitert das Projekt. Nun gelten die drei Figuren als Giacomettis Vermächtnis.