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Die Rixdorfer machen 50 Jahre Druck

Die Berliner Künstlergruppe "Die Rixdorfer" steht für Drucke, die sich seit Jahrzehnten respektlos und originell mit dem politischen und kulturellen Leben Deutschlands auseinandersetzen. 1963 haben Lyriker und Grafiker um den Berliner Poeten Günter Bruno Fuchs auf einem Hinterhof in Kreuzberg eine Druckwerkstatt gegründet, die sie die "Werkstatt Rixdorfer Drucke" nannten.

Zum 50-jährigen Bestehen der Vereinigung zeigt die Hamburger Fabrik der Künste nun einen liebevoll zusammengestellten Querschnitt dessen, was die Werkstatt seitdem hervorgebracht hat.

Ein "Brillenmann" als Bürgerschreck

Neben Fuchs sind an dem Projekt die Künstler Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Arno Waldschmidt und Johannes Vennekamp beteiligt. In den frühen 60er-Jahren pflegen die "Rixdorfer" ein Image des Bürgerschrecks. Jeder der Künstler hat zwar sein persönliches Oeuvre, stellt dennoch das eigene unter das gemeinsam beschlossene Projekt der Gruppe.

Die Künstler drucken Bücher, Flugschriften, grafische Einzelblätter mit Texten vergessener und junger Dichter in kleinen Auflagen in ihrer Handpressen-Werkstatt. Sie verwenden alte Holz- und Bleischriften oder Holzstöcke eigener Herstellung.

Unter dem Signet des "Rixdorfer Brillenmannes" entstehen Kalender, Bilderbögen, Mappen und Illustrationen mit einer unverwechselbaren Handschrift. Charakteristisch dafür ist eine "Minimal-Art": In die unbehandelte Holzfläche wird lediglich eine Zeichnung als helle Kontur hineingeschnitten und die Typografie liegt auf Höhe des beschnittenen Holzstocks. Eine große formale Nähe von Text zum Bild ist die Folge. Das Arbeitsmaterial ist antiquiert, das Ergebnis der Arbeit innovativ.

Prominente Mitstreiter

Udo Lindenberg (2. von rechts) zu Gast in der Werkstatt von Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Arno Waldschmidt, Johannes Vennekamp, Ausstellung "50 Jahre Rixdorfer Drucke", Fabrik der Künste, Hamburg © Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Arno Waldschmidt, Johannes Vennekamp / Fabrik der Künste Hamburg Detailansicht des Bildes Ihre Gemeinsamkeiten - formal und inhaltlich - sind unverkennbar: Udo Lindenberg bei den "Rixdorfern". Das Konzept ist literarisch, was zur Zusammenarbeit mit zahlreichen bekannten Dichtern und Schriftstellern führt. Nicolas Born, Sophie von Behr, Sarah Kirsch, Michael Krüger, Udo Lindenberg und Peter Rühmkopf sind unter ihnen. Die Themen sind oft zeitkritisch, ohne Trends zu folgen. Viele Texte entstehen exklusiv für Druckprojekte.

Auch nach fünf Jahrzehnten besteht die Gruppe aus den vier Künstlern Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Johannes Vennekamp und Arno Waldschmidt noch heute (Günter Bruno Fuchs verstarb 1977). Allein das ist schon bemerkenswert und sollte neugierig machen auf den künstlerischen Output dieses Langzeit-Projekts.

Udo Lindenberg (2. von rechts) zu Gast in der Werkstatt von Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Arno Waldschmidt, Johannes Vennekamp, Ausstellung "50 Jahre Rixdorfer Drucke", Fabrik der Künste, Hamburg © Uwe Bremer, Albert Schindehütte, Arno Waldschmidt, Johannes Vennekamp / Fabrik der Künste Hamburg

Die Rixdorfer machen 50 Jahre Druck

Seit fünf Jahrzehnten nehmen die "Rixdorfer" das politische und kulturelle Leben aufs Korn - mit Texten und Grafiken. Eine Ausstellung in Hamburg würdigt nun die Künstlergruppe.

  • Art: Ausstellung
  • Datum:
  • Ende:
  • Adresse:
    Fabrik der Künste
    Kreuzbrook 10-12
    20537   Hamburg
  • Preis: 5,- Euro (ermäßigt 3,-, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre frei)
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 14-19 Uhr, Sonntag 11-18 Uhr
  • Besonderheit: Eröffnung Fr., 01.02.2013, 18 Uhr
  • Hinweis: Die Künstler sind bei der Ausstellungseröffnung anwesend.

    Öffentliche Führungen sonntags 15 Uhr, Gruppenführungen nach Vereinbarung.

    Zum Jubiläum erscheint die Mappe "Rixdorfer Totentanz" mit Versen von Otto Jägersberg und außerdem im Folienformat "Die Druckwerkstatt der Dichter - Rixdorfer Wort- und Bilderbögen" (448 Seiten).
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