Kulturjournal
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Bunte, meist auf wenige, klare geometrische Formen reduzierte Motive zeichnen das künstlerische Werk von Jean Leppien aus. Der Maler hat seine Wurzeln in Deutschland und doch hat er die ihm gebührende Aufmerksamkeit hierzulande noch nicht gefunden.
Die Hamburger Kunsthalle präsentiert in ihrem Kuppelsaal unter dem Titel "Jean Leppien - Vom Bauhaus zum Mittelmeer" nun eine Werkschau des deutsch-französischen Künstlers. Die Ausstellung zeigt vom 16. Juni bis zum 22. September rund 40 Gemälde aus allen Schaffensperioden des Malers.
1910 wurde Leppien in Lüneburg geboren, der Vater ein Tuch-Fabrikant, die Mutter aus einer Hamburger Kaufmannsfamilie stammend. Er interessierte sich früh für die Kunst. Ab 1929 studierte er am Dessauer Bauhaus, wurde Schüler von Josef Albers, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Später zog er nach Berlin. Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten emigrierte Leppien 1933 nach Paris. Nach dem Einzug deutscher Truppen in der französischen Hauptstadt floh er nach Südfrankreich. Als Mitglied des französischen Widerstandes wurde er 1944 inhaftiert und verurteilt.
Seine bis 1945 entstandenen Arbeiten gingen verloren oder wurden vernichtet. Nach der Haft wandte er sich 1946 ganz der Malerei zu, lebte und arbeitete in Paris und an der Côte d‘Azur. In den folgenden Jahrzehnten entstand ein umfangreiches künstlerisches Werk der abstrakten Malerei - bis zuletzt blieb er der Tradition des Bauhauses verpflichtet. Im Oktober 1991 starb Leppien in Courbevoie bei Paris.
Anlass der Ausstellung ist der 80. Geburtstag von Helmut Rudolf Leppien. Der 2007 verstorbene Neffe des Malers war jahrzehntelang Kurator der Gemäldesammlung und Vizedirektor der Hamburger Kunsthalle. Er hatte sich der Pflege des Werks von seinem Onkel verschrieben.

Der deutsch-französische Künstler Jean Leppien war Bauhaus-Schüler. Kandinsky und Klee waren seine Lehrmeister. Die Hamburger Kunsthalle zeigt nun 40 Arbeiten Leppiens.