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Eine junge Frau und ein junger Mann gehen durch die Ausstellung "Giacometti. Die Spielfelder" in der Kunsthalle in Hamburg. © dpa Fotograf: Bodo Marks
 
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Giacometti-Doppelausstellung

24.01.2013 | 19:30 Uhr
NDR Fernsehen: Hamburg Journal

Das facettenreiche Werk des Bildhauers ist in Hamburg zu sehen.

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Zum Nachhören
Die Skulpturen-Gruppe "Place" von Alberto Giacometti aus dem Jahr 1948 © Fondation Alberto et Anette Giacometti
 
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Giacometti - Der Jahrhundertkünstler

19.01.2013 | 20:15 Uhr
NDR 90,3

Die Spezialausgabe des Kulturmagazins von NDR 90,3 widmet sich dem Leben und Werk von Alberto Giacometti.

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Ein neuer Blick auf Weltstar Giacometti

Von Marc-Oliver Rehrmann

Alberto Giacometti sitzt in einem Pariser Café © dpa Detailansicht des Bildes Alberto Giacometti galt schon zu Lebzeiten als Legende. Der Höhepunkt der Ausstellung kommt ganz am Ende des Rundganges. In einem lichtdurchfluteten Raum mit Blick auf die Außenalster steht die Bronzeskulptur "Schreitender Mann" von Alberto Giacometti. Es ist eines der teuersten Kunstwerke der Welt. Eine andere Version des Schreitenden Mannes wurde auf einer Auktion in London für umgerechnet 74 Millionen Euro versteigert. Nie wurde für eine Skulptur mehr bezahlt. Der Hamburger Kunsthalle ist es für die spektakuläre Schau "Giacometti. Spielfelder" gelungen, den Schreitenden Mann aus einer Privatsammlung auszuleihen. "Aber dies ist nur ein sensationeller Nebenaspekt", sagte Kunsthallen-Direktor Hubertus Gaßner am Tag der Eröffnung. Denn die Ausstellung besticht vor allem durch ihre neuartige Fragestellung. Sie zeigt auf, dass Giacometti in seinem bislang wenig beachteten surrealistischen Frühwerk vieles vorwegnimmt, was er später in seinem Nachkriegswerk ausführt.

300 Millionen Euro Versicherungssumme

Mehr als 200 Werke hat die Kunsthalle zusammengetragen. Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde. "Es hat mehrere Jahre gedauert, all die Leihgaben zu organisieren", erzählt Kuratorin Annabelle Görgen-Lammers. Die Kunsthistorikern forscht seit zehn Jahren über das Werk Giacomettis. Mit ihrer Ausstellungsidee überzeugte sie selbst die Sammler, die ansonsten nie ihre Giacometti-Werke verleihen. Auch große Namen der Museenwelt wie das MoMA in New York, das Centre Pompidou in Paris oder das Guggenheim schickten Skulpturen und Zeichnungen. "Viele Werke, die jetzt in Hamburg zu sehen sind, wird man wohl nie wieder zu Gesicht bekommen", sagte Görgen-Lammers. Die Versicherungssumme für die gezeigten Werke betrage insgesamt 300 Millionen Euro. "Allein dafür, dass der Schreitende Mann hier drei Monate ausgestellt ist, zahlen wir 50.000 Euro an die Versicherung", verrät die Kuratorin im Gespräch mit NDR.de.

Audiobeiträge

Giacometti in der Kunsthalle - ein Rundgang

NDR 90,3

Zum ersten Mal stellt eine Ausstellung Giacomettis surrealistisches Frühwerk in den Mittelpunkt: Die Hamburger Kunsthalle zeigt ab dem 25. Januar "Giacometti. Die Spielfelder".

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"Für viele Besucher wird das ein Schock"

Die Ausstellung lädt dazu ein, mit einem neuen Blick auf das Frühwerk das Spätwerk neu zu entdecken. "Wir zeigen einen anderen Giacometti, den jungen Giacometti", sagte Görgen-Lammers. "Für viele Ausstellungsbesucher, die den bekannten Giacometti erwarten, wird der Rundgang anfangs ein Schock sein." Zu sehen sind in den ersten Räumen Zeichnungen und Objekte aus den frühern 1930er-Jahren - als Giacometti zum Kreis der Pariser Surrealisten um André Breton zählte. Der Schweizer - damals noch ein gänzlich unbekannter Künstler - befasst sich schon zu jener Zeit mit der Frage, wie Figuren auf einer horizontalen Fläche anzuordnen sind. Dieses Hin- und Herschieben erinnert an Figuren auf einem Spielbrett. Deshalb der Titel der Ausstellung: Spielfelder.

Wie sollen die Schuhe und Socken am Bett stehen?

Immer wieder beschäftigt sich Giacometti mit den Zwischenräumen von Dingen und Menschen. Von ihm selbst stammt die Anekdote, dass er schlecht einschlafen konnte, weil ihn die Frage quälte, wie er am besten seine Schuhe und Socken vor dem Bett anordnen soll. Auch im Café ließ ihn die Frage nicht los, wie die Dinge am besten zueinander stehen. Ein Zeitgenosse erzählt: "So geschah es im Café, dass ihn die Stellung der Tasse, des Aschenbechers und der Zigarettenpackung beunruhigte. Er ordnete sie auf verschiedene Weise, indem er die Stelle suchte, wo jeder Gegenstand auf dem Tisch mit jedem anderen in Beziehung gesetzt wird. Aber er findet diese Konstellation nie." So blieb Giacometti immer auf der Suche. Er wollte auch gar nicht etwas Endgültiges, Fertiges schaffen. Ihn reizte es, zu sehen, wie sich die Beziehung der Dinge zueinander ändert, wenn man sie verschiebt.

Der Transport-Arbeiter als Künstler

So war Giacometti auch bei seinen Spielfeldern nie darauf aus, die perfekte Lösung zu finden. Später begann er, sogar den Zufall zu schätzen. So verfügte er einmal für eine große Ausstellung: Man möge die Skulpturen einfach so im Raum stehen lassen, wie sie die Transport-Arbeiter abgestellt haben. Ausschlaggebend war ein Erlebnis in seinem Pariser Atelier: Giacometti hatte eines Abends einige Skulpturen achtlos auf einen Tisch abgestellt. Als er am nächsten Morgen zurückkehrte, war er fasziniert von dem Bild, das sich ihm bot. Der Zufall hatte die Figuren besser angeordnet als wochenlange Grübelei.

Giacometti-Doppelausstellung

Hamburg Journal - 24.01.2013 19:30 Uhr

Der Schweizer Künstler Alberto Giacometti gilt als der bedeutendste Bildhauer des 20. Jahrhunderts. Sein facettenreiches Werk ist jetzt in Hamburg zu sehen.

Ein Traum bleibt unerfüllt

Jahrzehntelang träumte der Schweizer davon, eine große Skulpturen-Gruppe im öffentlichen Raum zu realisieren. 1958 erhielt er schließlich das Angebot, vor der Chase Manhattan Bank in New York, ein Monument zu schaffen. Giacometti sagte sofort zu: "Als der Architekt vorschlug, dass ich einige Skulpturen für einen Platz machen sollte, akzeptierte ich, um das Thema ein für alle mal erledigen zu können." Zwar scheiterte das Projekt letztendlich, weil der Architekt mit dem Entwurf nicht zufrieden war. Aber die drei Figuren, die Giacometti für diesen Auftrag herstellte, gelten als sein künstlerisches Vermächtnis. Zu sehen sind sie alle in der Kunsthalle: der Schreitende Mann, die Stehende Frau und der Große Kopf. "Ich konnte einfach nicht anders, als den Mann immer schreitend und die Frau immer stehend darzustellen", sagte Giacometti einmal.

2002: Dieb stiehlt Giacometti-Figur

Die Kunsthalle selbst hat für die Ausstellung nur zwei Giacometti-Werke beisteuern können: eine Skulptur und ein Gemälde. Früher hatte das Haus sogar drei Werke des Schweizers. Aber bei der Langen Nacht der Museen im Jahr 2002 gelang es einem Dieb, eine Giacometti-Skulptur unbemerkt aus der Kunsthalle zu entwenden. Sein Trick: Er stellte einfach eine - handwerklich schlecht gemachte - Kopie an die Stelle des Originals. Bei dieser Ausstellung haben Diebe schlechte Karten: Für die Sicherheit der Kunstschätze ist gesorgt.

Eie Frau betrachtet Kunstwerke von Alberto Giacometti in der Hamburger Kunsthalle © NDR.de Fotograf: Marc-Oliver Rehrmann

Ein neuer Blick auf Weltstar Giacometti

Die Hamburger Kunsthalle zeigt aktuell eine spektakuläre Giacometti-Ausstellung. Sie widmet sich dem Frühwerk des Schweizers. Selbst für Fachleute gibt es Neues zu entdecken.

  • Art: Ausstellung
  • Datum:
  • Ende:
  • Adresse:
    Hamburger Kunsthalle
    Glockengießerwall
    20095  Hamburg
  • Telefon: 040 - 428 131 200
  • E-Mail: info@hamburger-kunsthalle.de
  • Preis: 12 Euro, ermäßigt 5 Euro, Familienkarte 16 Euro. Unter 18 Jahren: Eintritt frei. Kombiticket für beide Giacometti-Ausstellungen: 18 Euro, ermäßigt 10 Euro (gültig für den Besuch an einem Tag).
  • Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr, Montag geschlossen.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 24.01.2013 | 19:30 Uhr

Dieses Thema im Programm

NDR Fernsehen, Kulturjournal, 28.01.2013, 22.45 Uhr

Dossier
Blick in die Ausstellung "Alberto Giacometti. Begegnungen" im Hamburger Bucerius Kunst Forum. Im Vordergund die Kleine Büste auf Stele von 1952.  Fotograf: Britta Probol
 

Hamburg begegnet Giacometti

Die Hamburger Kunsthalle und das Bucerius Kunstforum zeigen seit Ende Januar Werke des Künstlers. mehr

Porträt
Alberto Giacometti steht vor dem Zugang zu seinem Pariser Atelier © dpa
 
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Giacometti: Das Unmögliche als Lebensziel

Seine Werke zählen zu den teuersten der Welt. Was für ein Leben führte der Schweizer? mehr

Service
Screenshot der Internetseite über die Ausstellung "Giacometti. Die Spielfelder" © Hamburger Kunsthalle
 
Link

Die Hamburger Kunsthalle informiert im Netz über die Giacometti-Ausstellung.

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