Werke von Louise Bourgeois in Hamburg

von Heiko Block, NDR.de

Menschen, die Angst vor Spinnen haben, müssen in den nächsten Monaten sehr tapfer sein, wenn sie in der Hamburger Innenstadt unterwegs sind. Eine Riesen-Spinne - mehr als neun Meter hoch - "bewacht" noch bis zum Sommer den Eingang zur Kunsthalle. Arachnophobiker können aber beruhigt sein, denn es handelt sich "nur" um ein weltweit bekanntes Kunstwerk: die Skulptur "Maman" (Mutter) der Künstlerin Louise Bourgeois.

Das Werk, das 1999 in New York erstmals gezeigt wurde, soll auf die Bourgeois-Ausstellung "Passage dangereux" aufmerksam machen, die am 10. Februar eröffnet wurde und bis zum 17. Juni dieses Jahres im Hubertus-Wald-Forum der Kunsthalle zu sehen ist. Bourgeois, eine französisch-amerikanische Bildhauerin, war im Mai 2010 im Alter von 98 Jahren gestorben. Sie hätte am 25. Dezember 2011 ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Spinne "Maman" ist erstmals in Deutschland im Rahmen einer Schau der Künstlerin zu sehen.

"Ihr Ruhm kam erst spät - aber dann geballt"

Dr. Brigitte Kölle, Kuratorin der Louise-Bourgeois-Ausstellung, mit dem Korpus der Spinne "Maman" vor der Kunsthalle. © NDR Fotograf: Heiko Block Detailansicht des Bildes Dr. Brigitte Kölle ist Kuratorin der Bourgeois-Ausstellung. Bourgeois war bereits 88 Jahre alt, als sie ihr wohl bekanntestes Werk schuf. "Ihr Ruhm kam erst spät - aber dann geballt", sagte Dr. Brigitte Kölle, Kuratorin der Ausstellung, die sich auf das Spätwerk von Bourgeois konzentriert. Neben "Maman" zeigt die Kunsthalle Skulpturen, Rauminstallationen, Radierungen, Arbeiten aus Stoff und Tapisserien der letzten 15 Lebensjahre der Bildhauerin, darunter die Werkserie "Passage dangereux" (1997) und die Radierungsserie "À l'infini" (2008). Einige der ausgestellten Werke sind zum ersten Mal überhaupt öffentlich zu sehen.

Eine Hommage an ihre Mutter

Die Bildhauerin Louise Bourgeois, fotografiert von Robert Mapplethorpe © EPA/MALBA Fotograf: Robert Mapplethorpe Detailansicht des Bildes Louise Bourgeois gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen unserer Zeit. "Maman" ist die größte Skulptur aus einer ganzen Spinnen-Serie von Bourgeois. "Sie bewunderte ihre Mutter", sagte Kölle. Das Werk sei eine Ode an Joséphine Bourgeois, die in Paris als Restauratorin von Tapisserien tätig war. "Das unermüdliche Wiederherstellen und Restaurieren von Gewebe, das auch Spinnen eigen ist, wird zugleich zu einem Symbol für das unendliche, sich wiederholende und erneuernde Leben im Allgemeinen." Spinnen tauchen deshalb immer wieder im Werk von Bourgeois auf.

Spezialisten aus New York für Aufbau angereist

Das elf Tonnen schwere achtbeinige Kunstwerk aus Bronze, Stahl und Marmor wurde am 23. Januar mithilfe von zwei Kränen auf dem Außenplateau der Kunsthalle aufgestellt. Das Team um zwei extra aus New York angereiste Spezialisten war einen ganzen Tag lang mit dem Aufbau der 9,27 Meter hohen und 8,91 Meter breiten Spinne beschäftigt.

Die Skulptur kam aus der Schweiz in die Hansestadt. Dort war sie in Genf, Zürich, Bern und Basel zu sehen. Zu bewundern war sie zudem unter anderem auch schon in London, Paris, St. Petersburg, Bilbao, Kopenhagen und Hongkong. In Deutschland war "Maman" bisher nur einmal - 2004 im Schlosspark Wendlinghausen im nordrhein-westfälischen Dörentrup - zu Gast. Im Juni wird sie nach der Schau in Hamburg wieder zurück nach New York gebracht.

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Links

10. Februar bis 17. Juni 2012

Weitere Informationen auf der Webseite der Hamburger Kunsthalle.

Glockengießerwall
20095 Hamburg

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Weitere Informationen

"Passage dangereux"

10.02. bis 17.06.2012

Hubertus-Kunst-Forum in der Kunsthalle Hamburg, Glockengießerwall.

Öffnungszeiten:
Di-So 10 bis 18 Uhr (ebenso feiertags und vor Feiertagen)
Do 10 bis 21 Uhr
1. Mai 12 bis 18 Uhr, Pfingstmontag (28. Mai) geschlossen

Eintritt:
12,- Euro / ermäßigt 5,- Euro, Familien 16,- Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

Weitere Informationen
lächelnde Zuschauer © picture alliance Fotograf: Image Source
 

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