Stand: 08.01.2016 19:00 Uhr

US-Künstler Durham wird Träger des Kaiserrings

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Im Oktober bekommt US-Künstler Durham den Kaiserring überreicht.

Der US-Amerikaner Jimmie Durham ist Künstler, Autor und Menschenrechtsaktivist - und ab dem 8. Oktober auch Träger des Goslarer Kaiserrings. Das wurde am Freitag von der Jury bekannt gegeben. Sein Werk sei einzigartig und könne keiner künstlerischen Bewegung zugeordnet werden, erklärten die Juroren. Der Kaiserring gilt unter Künstlern weltweit als eine der bedeutendsten Auszeichnungen im Bereich der modernen Kunst - und wird im Herbst dann in der Kaiserpfalz an Durham überreicht, teilte Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk (CDU) mit.

Ausstellungen weltweit

Durham, der im Jahr 1964 als Bildhauer begann, ist bekannt für Skulpturen, Installationen, Malerei, Zeichnungen, Performances, aber auch für Videos und Fotografien. Sein Schaffen sei vielgestaltig und resultiere aus dem Prozess der Zusammen- und Gegenüberstellung von Werkstoffen oder gefundenen Objekten, heißt es in der Begründung der Jury. Durham stellte unter anderem in Berlin, München, London oder Antwerpen aus. Er war mehrfacher Teilnehmer großer Kunstausstellungen wie der Documenta in Kassel und der Biennale in Venedig.

Durham lebt seit 1994 in Berlin

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit war Durham auch in der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung politisch aktiv, unter anderem für die Rechte der amerikanischen Ureinwohner. Er selbst stammt aus dem Indianervolk der Cherokee. In der Schweiz studierte er Kunst, kehrte in die USA zurück, wirkte in den siebziger Jahren als Mitbegründer und Vorsitzender des International Indian Treaty Council bei den Vereinten Nationen war. Nach einigen Jahren in Mexiko kam er nach Berlin, wo er seit 1994 lebt.

Mikhailov, Christo, Beuys

Der Kaiserring wird bereits seit 1975 vergeben. Im vergangenen Jahr wurde der aus der Ukraine stammende Fotograf Boris Mikhailov ausgezeichnet, der den Zerfall der Sowjetunion dokumentierte. Der erste Träger der Auszeichnung war der englische Bildhauer Henry Moore. Auch Christo, Joseph Beuys und Max Ernst zählen zu den Prämierten. In jedem Jahr wird der Ring speziell für die Preisträger gefertigt.