Stand: 06.09.2017 17:50 Uhr

Sprengel Museum zeigt unbekannte DDR-Grafiken

1988 gekauft, 30 Jahre lang in den Archiven, nun ans Tageslicht geholt - das Sprengel Museum in Hannover zeigt seit Mittwoch rund 100 Druckgrafiken aus der eigenen Sammlung. Das Land Niedersachsen hatte 1988 für das Museum eine Sammlung mit 413 DDR-Kunstwerken erworben, gezeigt wurden sie bislang nie. Die Sammlung wurde in den 1980er-Jahren von dem Diplomaten und späteren Bürgermeister von Leipzig, Georg Girardet, in Berlin zusammengetragen.

Subkultur-Kunst im Sprengel Museum

"Medium der Freiheit"

Die Druckgrafik habe als künstlerisches Medium in der DDR eine herausragende Rolle gespielt, teilten die Ausstellungsmacher am Montag mit. Vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren sei die Grafik ein Medium der Freiheit gewesen, auch weil die SED-Kulturpolitik diese Kunstform nicht besonders interessiert habe.

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Grafik als Gegenkultur

Andererseits habe das Erlernen grafischer Techniken in den gut ausgestatteten Werkstätten und an den künstlerischen Fach- und Hochschulen einen hohen Stellenwert eingenommen. Die Grafik spielte nach Museumsangaben auch eine wesentliche Rolle dabei, eine künstlerische Sub- und Gegenkultur zu etablieren. Die Schau ist in das überregionale Projekt "Land der Grafik" eingebunden, beteiligt daran waren auch Ausstellungshäuser in Schwerin, Weimar, Erfurt und Nürnberg. Das Sprengel Museum Hannover zählt nach eigenen Angaben mit der Sammlung zu den wenigen westdeutschen Institutionen mit einem Bestand an DDR-Kunst.

"Grafik Ost" im Sprengel Museum

Ausstellung "Grafik Ost", Sprengel Museum Hannover
Kurt-Schwitters-Platz
30169 Hannover
Tel.: (0511) 168 - 4 38 75
Eintritt: 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, freitags freier Eintritt
Gruppen ab 10 Personen: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro
Öffnungszeiten
Montags geschlossen, dienstags 10 - 20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 - 18 Uhr

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