Stand: 27.02.2016 15:29 Uhr

So "schick" war der DDR-Sozialismus

Als es noch zwei deutsche Staaten gab, hatten auch die Menschen in der DDR das Bedürfnis nach schöner, zeitgemäßer Kleidung. Das Museum Nordenham beleuchtet in der Sonderausstellung "Chic im Sozialismus: Kleidung in der DDR" ein Stück deutsch-deutsche Zeitgeschichte anhand von Mode aus DDR-Zeiten. Zu sehen sind unter anderem selbstgenähte Schlaghosen bis hin zur offiziellen Ausstattung sogenannter Sportkader.

Nicht nur ASV und NVA - "Chic im Sozialismus"

Museumsdirektor: "Ostdeutsche waren auch modebewusst"

Im Osten Deutschlands habe die Mode eine ebenso große Rolle gespielt wie im Westen, sagt Museumschef Timothy Saunders. Ein Statussymbol seien vor allem Jeans aus dem Westen gewesen. Erst im Laufe der Zeit habe die Führung in Ostberlin erkannt, dass es ohne Jeans auch im Sozialismus nicht geht. Doch von Anfang an war die DDR-Wirtschaft vom Mangel an Rohstoffen geprägt, so Saunders.

Kleidung zwischen Kittel und Exquisit

Als Reaktion darauf ließ die DDR-Führung von der petrochemische Industrie synthetische Stoffe entwickeln und produzieren. Kittel, die in der Ausstellung ebenfalls zu sehen sind, seien ein typisches Beispiel dafür. Andererseits gab es in der DDR die sogenannten Exquisit-Läden, in denen hochwertige, teils aus dem Westen importierte Mode angeboten wurde. "Allerdings konnte sich diese Kleidung kaum ein Mensch in der DDR leisten, denn mancher Dress verschlang einen halben Monatslohn", erklärt der Historiker Saunders.

DDR-Regime scheute keine Kosten für Olympia-Kleidung

Aber nicht nur der Geldbeutel bestimmte, ob man sich im Osten modisch kleiden konnte, so Saunders. Generell sei das Warenangebot auf dem Modesektor, ebenso wie bei anderen Konsumgütern, in Ostberlin, den Bezirkshauptstädten und der Messestadt Leipzig deutlich besser gewesen als auf dem platten Land. Dort sei es deutlich schwieriger gewesen, sich modisch zu kleiden. Keine Kosten und Mühen habe die DDR-Führung hingegen gescheut, wenn es beispielsweise um die modische Ausrüstung ihrer Olympia-Mannschaft ging. "Dafür wurde zum Teil Stoff im Westen eingekauft", macht Saunders deutlich.

Neben den Stoff-Exponaten vermitteln zahlreiche Zeitschriften und Versandkataloge einen Eindruck von Modekonzepten und Warenangebot in der DDR. Entstanden ist die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur Nordwolle in Delmenhorst.

So "schick" war der DDR-Sozialismus

Ostdeutsche waren auch modebewusst: Das Museum Nordenham zeigt die Sonderausstellung "Chic im Sozialismus: Kleidung in der DDR" - ein Stück deutsch-deutsche Zeitgeschichte.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Museum Nordenham
Hansingstraße 18
26954  Nordenham
Telefon:
(04731) 26 99 75
Preis:
Drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro.
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 10.30 - 17 Uhr, Sonnabend 14 - 17 Uhr, Sonntag 10.30 - 17 Uhr.
Besonderheit:
Karfreitag geschlossen
Hinweis:
Die Eröffnung ist öffentlich und der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.
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