Stand: 13.02.2016 18:29 Uhr

"Sie haben sich aber gut gehalten!"

Schädel mit dunklen, leeren Augenhöhlen blicken den Besucher an. Zähne sitzen fest in der knochigen Mundhöhle. Schaurig und faszinierend zugleich sehen die Körper der zum Teil vor Jahrtausenden Verstorbenen aus. 26 vollständig erhaltene menschliche Mumien sind derzeit im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim zu sehen. Die Sonderausstellung "Mumien der Welt" ist nach Angaben des Museums die größte, jemals in Deutschland präsentierte Mumienausstellung. Sie soll den Besuchern einen Einblick in die weltweite Praxis der Konservierung Verstorbener geben, teilte Museumssprecherin Kristina Freise mit. "In der Mumifizierung findet die uralte Sehnsucht des Menschen Ausdruck, der eigenen Vergänglichkeit entgegenzuwirken", so Freise.

Der Kopf einer mumifizierten Leiche.

Mumien-Ausstellung in Hildesheim

Hallo Niedersachsen -

Im Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim ist die größte deutsche Mumienausstellungen zu sehen: 26 menschliche Körper, bis zu 4.500 Jahre alt.

4,62 bei 8 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

2.000 Jahre alte Guanchen-Frau untersucht

Einer der Höhepunkte der Ausstellung ist eine Guanchen-Mumie aus dem Anthropologischen Institut der Georg-August-Universität Göttingen. Guanchen waren die Ureinwohner der Kanarischen Inseln. Weltweit gibt es nach Angaben des Museums nur rund 40 dieser Mumien. Bei der aus Göttingen handelt es sich um den Leichnam einer Frau aus Teneriffa, die vor rund 2.000 Jahren gelebt haben dürfte. Seit 1802 wird die Mumie in Göttingen verwahrt. Vor der Ausstellung wurde die Mumie umfangreich untersucht. Dabei entdeckten die Forscher unter anderem, dass in der Mumie die inneren Organe erhalten sind.

Mumien liefern neue Erkenntnisse über Tuberkulose

Außerdem sind in der Ausstellung fünf natürlich mumifizierte Leichen aus einer ehemaligen Dominikanerkirche in der ungarischen Kleinstadt Vác zu sehen. Sie wurden 1994 in einer vergessenen Gruft entdeckt und verhalfen Medizinern zu neuen Erkenntnissen über den Ursprung und die Verbreitung von Tuberkulose. In Hildesheim werden die Lebensgeschichten der fünf Verstorbenen nachgezeichnet. Neben den menschlichen Mumien aus unterschiedlichen Kulturen und von verschiedenen Kontinenten werden in Hildesheim zudem zahlreiche Tiermumien gezeigt. Insgesamt sind 200 Ausstellungsstücke zu sehen. Ergänzt wird die Ausstellung, die bis zum 28. August geöffnet ist, durch neueste Forschungsergebnisse.

Weitere Informationen

Jens Klocke restauriert Mumien: "Sie sind Menschen"

Jens Klocke geht einer Arbeit nach, für die er weit zurückreisen muss. Der Hildesheimer untersucht Mumien als Zeugen der Vergangenheit - und macht sie hübsch für die Ewigkeit. (22.01.2016) mehr

19 Bilder

Größte deutsche Mumienausstellung in Hildesheim

Die Ausstellung "Mumien der Welt" öffnet am Sonnabend im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim. Die Schau erzählt dabei auch die Geschichten der Menschen, die dort mumifiziert sind. Bildergalerie

6 Bilder

Wann hat die Guanchen-Frau gelebt?

Experten haben einer Guanchen-Mumie am Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim Geweproben entnommen. Sie erhoffen sich davon Erkenntnisse über den Lebenszeitraum der Frau. (14.12.2015) Bildergalerie

"Sie haben sich aber gut gehalten!"

Die größte deutsche Mumienausstellung zeigt das Roemer- und Pelizaeus-Museum in Hildesheim. Zu sehen sind 26 vollständig erhaltene Mumien aus verschiedenen Kulturen.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Römer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim
Am Steine 1-2
31134  Hildesheim
Telefon:
(05121) 936 90
Preis:
Erwachsene: 10 Euro, Ermäßigt: 8 Euro
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 18 Uhr
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

Aktuell | 11.02.2016 | 06:00 Uhr