Stand: 01.12.2015 17:22 Uhr

Augusteum erwacht aus "Dornröschenschlaf"

Neugestaltete Räume für alte Meister: So lässt sich die Sanierung des Oldenburger Augusteums in einem kurzen Satz zusammenfassen. Ganz so einfach war es in der Realität allerdings nicht. Zwei Jahre lang musste das 1865 erbaute Gebäude aufwendig renoviert werden. Während des 1,75 Millionen Euro teuren Umbaus wurden mehrere Räume wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt und eine neue Klimaanlage sowie moderne Sicherheitstechnik eingebaut. Ab Mittwoch ist das Augusteum, das zum Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte gehört, wieder für Besucher geöffnet.

Das neue Augusteum öffnet seine Tore

Augusteum wurde wieder "wachgeküsst"

"Das Gebäude war in einer Art Dornröschenschlaf", sagte der Leiter des Landesmuseums, Rainer Stamm. "Wir mussten es wieder wachküssen. Jetzt ist es die schönste Galerie alter Meister im Nordwesten." Eine wichtige Neuerung ist, dass die Werke der alten Meister ab sofort einen festen Standort im Erdgeschoss haben. In vier thematisch gegliederten und farbig gestalteten Räumen werden die bedeutendsten Bilder aus der Sammlung des Landesmuseums präsentiert - darunter Höhepunkte der Malerei des Spätmittelalters, der Porträtkunst des 16. Jahrhunderts, des Goldenen Zeitalters der Niederlande und des europäischen Hoch- und Spätbarocks. Viele der insgesamt 90 Werke wurden in den vergangenen zwei Jahren ebenfalls restauriert. Mit der Sanierung sei aus dem denkmalgeschützten Gebäude ein zeitgemäßes Museum mit überregionaler Strahlkraft geschaffen worden, sagte die niedersächsische Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne).

Ein Gebäude mit wechselvoller Geschichte

Der Oldenburger Großherzog Nikolaus Friedrich Peter hatte das Gebäude zwischen 1865 und 1867 bauen lassen und als erstes Kunstmuseum der Stadt auch für die Bevölkerung geöffnet. Bis zum Ersten Weltkrieg wurde die Großherzogliche Gemäldegalerie im Obergeschoss präsentiert, das Erdgeschoss nutzte der Oldenburger Kunstverein für Wechselausstellungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen für fast drei Jahrzehnte die Justizbehörden und die Bundespost in den gelben Backsteinbau. 1976 wurde das Augusteum schließlich vom Land Niedersachsen erworben und seit Anfang der 1980er-Jahre wieder als Museum genutzt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 01.12.2015 | 17:00 Uhr