Stand: 22.11.2017 10:43 Uhr

Werke von Beckmann, Jawlensky und Dix in Schwerin

von Axel Seitz

Das Staatliche Museum Schwerin präsentiert in seiner neuen Ausstellung rund 150 Werke der klassischen Moderne. Die Gemälde, Handzeichnungen und Druckgrafiken stammen aus der Privatsammlung Frank Brabant.

Paul Klee, Emil Nolde, Otto Dix. August Macke und Ernst Ludwig Kirchner - Bilder dieser und zahlreicher weiterer Künstler hat Kunstsammler Frank Brabant in Jahrzehnten erworben. Heute umfasst seine Sammlung weit mehr als 500 Werke.

Ausstellung: Von Beckmann bis Jawlensky

"Es wird zu wirklichen Entdeckungen kommen"

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Frank Brabant ist in Schwerin geboren und aufgewachsen. Als Geschäftsmann in Wiesbaden erfolgreich, trug er im Laufe seines Lebens eine bemerkenswerte Kunstsammlung zusammen.

Frank Brabant wurde 1938 in Schwerin geboren, seit 1958 lebt er in Wiesbaden. Mit einem Pechstein hat er Anfang der 60er-Jahre in Frankfurt am Main seine Sammlung begonnen. Er sei da in einer Galerie in eine Ausstellung von Pechstein hineingeraten und habe gefragt, ob er einen Holzschnitt von Pechstein kaufen könne - für 300 Mark. Das sei viel Geld damals für ihn gewesen und dann habe er das Kunstwerk ein Jahr lang abbezahlt, erinnert sich der Sammler.

Diesem ersten Max Pechstein folgten Hunderte weiterer Gemälde, Grafiken und Zeichnungen. Rund 150 Werke hat der Kurator der Schweriner Ausstellung, Gerhard Graulich, ausgewählt: "Zu den prominenten gehören Beckmann, Franz Marc, Kandinsky, Klee, Jawlensky, Kanoldt". Aber es gebe auch jede Menge unbekannter Namen, wie etwa Johannes Wüsten, ein Künstler der sogenannten verschollenen Generation. "Es wird zu wirklichen Entdeckungen kommen", verspricht Graulich.

Kunstaustellung Staatliches Museum Schwerin.

Von Beckmann bis Jawlensky

Nordmagazin -

Die Sammlung von Frank Brabant gehört zu den bedeutendsten Privatsammlungen der klassischen Moderne in Deutschland. Ein großer Teil ist jetzt im Staatlichen Museum Schwerin zu sehen.

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Kunstwerke sollen in zwei Sammlungen übergehen

Diese Kunstwerke sollen - so hat es Frank Brabant verfügt - nach seinem Tod in den Besitz des Staatlichen Museums Schwerin übergehen. Für Direktor Dirk Blübaum ist die Sammlung Frank Brabant aus einem ganz einfachen Grund eine ganz besondere: Frank Brabant habe sich auf sachliche Kunst, Expressionismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentriert. Diese Kunst sei im Schweriner Museum unterrepräsentiert, denn als das Museum 1918 an das Land fiel, wurde diese Kunst nicht gekauft, konnte aus wirtschaftlichen Gründen nicht gekauft werden. Das seien Künstler, die wirklich für die Kunst des 20. Jahrhunderts namensgebend und stilgebend gewesen seien.

Das Schweriner Museum wird sich in Zukunft die Sammlung mit dem Museum Wiesbaden teilen - hier lebt Frank Brabant seit 1958. Mit den Kollegen in Wiesbaden habe man sich schon jetzt sehr harmonisch auf die Hälften geeinigt. Was in Wiesbaden bleiben und was nach Schwerin kommen soll, da hatte Gerhard Graulich genaue Vorstellungen: "Mir waren bestimmte Werke von Künstlern sehr wichtig, die sich nicht in unserer Sammlung befinden, wie Kanoldt oder Max Beckmann. Also haben wir versucht, diese besonderen Werke für Schwerin zu sichern und daneben aber auch künstlerische Strömungen dokumentieren zu können, wie Brücke, Blauer Reiter, Berliner Sezession. All diese Strömungen gibt es nicht in unserer Sammlung. Deshalb ist das eine große Bereicherung."

Brabants Leidenschaft für Kunst beginnt in der Kindheit

Für den Sammler selbst schließt sich mit der Schenkung auch ein Kreis. Denn für Frank Brabant fing bereits als Kind die Leidenschaft für Gemälde an - im Schweriner Museum: "Das war die Zeit, in der ich keine Kinokarten bekommen habe für die Kindervorstellung und da bin ich ins Museum gegangen. Da habe ich auch bestimmt Lieblingsbilder gehabt, zum Beispiel diese 'Eislandschaft' von Hendrick Avercamp."

Nach der Schweriner Ausstellung zeigt im kommenden Sommer dann auch das Museum in Wiesbaden seinen Teil der Sammlung Frank Brabant.

Werke von Beckmann, Jawlensky und Dix in Schwerin

Das Staatliche Museum Schwerin zeigt Werke der klassischen Moderne von Künstlern wie Max Beckmann, Emil Nolde und Otto Dix. Sie stammen aus der Sammlung Frank Brabant.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Galerie Alte & Neue Meister Schwerin
Alter Garten 3
19055  Schwerin
Telefon:
(0385) 59 58 118
E-Mail:
info@museum-schwerin.de
Preis:
8,50 Euro/6,50 Euro ermäßigt sowie weitere Preiskategorien
Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Di - So 11 bis 18 Uhr, Do bis 20 Uhr
November bis März: Di - So 11 bis 17 Uhr, Do bis 20 Uhr
Hinweis:
Ausstellung: "Von Beckmann bis Jawlensky"
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