Stand: 17.09.2015 09:59 Uhr

Kunsthalle zeigt "Nolde in Hamburg"

von Anette Schneider

Der Maler Emil Nolde hat nie in Hamburg gelebt. Und doch heißt eine große Ausstellung, die am Freitag in der dortigen Kunsthalle eröffnet "Nolde in Hamburg". In der Hansestadt hatte Nolde früh zahlreiche Förderer seiner Kunst, seine erste Einzelausstellung - und ein Motiv, das ihn zu Hunderten Arbeiten inspirierte: der Hamburger Hafen.

Hansestadt als Ort der Kontakte

Ein kleiner Schlepper stampft durch hohe Wellen und zieht eine große Rauchwolke hinter sich her. Ein Kahn quert die Elbe, ein Segelboot, ein Fährschiff - mal von links nach rechts, dann von rechts nach links oder diagonal. Wie in einem Rausch malte Nolde während eines mehrwöchigen Hamburg-Aufenthaltes im Jahr 1910 unzählige Zeichnungen und Aquarelle von der Elbe. Und 100 dieser Arbeiten füllen gleich die ersten vier Säle der Ausstellung. Doch Hamburg bot Nolde noch viel mehr als nur ein faszinierendes Bildmotiv. "Hamburg war für ihn ein Ort der Kontakte, der Kontaktpflege. Es war ein Ort, wo sein Werk zu einem sehr frühen Zeitpunkt wertgeschätzt wurde. Hamburg war für ihn ein ganz bedeutendes Zentrum von Netzwerk", erläutert Kuratorin Karin Schick.

Auch historische Dokumente zu sehen

Dieses Netzwerk - bestehend aus Galerien, Kritikern, Sammlern und der Kunsthalle - stellt der zweite Teil der Ausstellung vor. Kabinette widmen sich der Galerie Commeter, die 1907 Noldes erste Einzelausstellung zeigte, den Kunstsammlern und Nolde-Förderern Gustav Schiefler und seiner Frau Luise, sowie Martha und Paul Rauert. Und natürlich wird anhand der zahlreichen Ankäufe durch Kunsthallendirektoren sowie historischer Dokumente auch aus der NS-Zeit das Verhältnis zwischen Nolde und der Hamburger Kunsthalle untersucht.

Kunsthalle zeigt "Nolde in Hamburg"

Zwar hat der Maler Emil Nolde nie in Hamburg gelebt, doch während eines Aufenthalts in der Hansestadt entstanden viele Bilder - vor allem vom Hafen. Die Werke sind in der Kunsthalle zu sehen.

Datum:
Ende:
Ort:
Kunsthalle, Galerie der Gegenwart, 3. Obergeschoss
Glockengießerwall
20095   Hamburg
Telefon:
040 - 428 131 200
Preis:
12 €, ermäßigt 6 €
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr, Donnerstag 10 - 21 Uhr, Montag geschlossen
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 17.09.2015 | 06:20 Uhr

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