Stand: 27.01.2016 11:56 Uhr

Hommage an den Alien-Vater in Hamburg

von Jens Büchsenmann

Der Schweizer Maler und Grafiker HR Giger ist weltberühmt für "Alien", es ist "sein" Monster: Er hat es immer wieder gemalt und gezeichnet und er bekam für die Verfilmung sogar einen Oscar. Giger hat die Vorlagen für eine ganze Reihe von Science-Fiction-Filmen geliefert und sogar Möbel und eine Bar entwickelt. Er hat sein eigenes Museum, aber selbst in der Schweiz will man ihn nicht so recht anerkennen. Das ist in Hamburg anders - bereits zum zweiten Mal ist in der Fabrik der Künste eine große Ausstellung zu sehen.

Eigentlich sollte Giger Apotheker werden

Giger war der Sohn eines Apothekers, die Buchstaben HR in seinem Namen stehen für Hans Ruedi. Die Geschichte, wie Giger zu seinem Vornamen kam, ist eine ganz pragmatische, weiß Kunstvermittler Marko Witzig. "Es gab schon das Apothekenschild, auf dem HR Giger stand. Und Giger sollte damals - ganz klassisch - ebenso wie sein Vater auch Apotheker werden. Deshalb musste ein Name gefunden werden, der zu HR passte. Und das war eben Hans Ruedi."

Witzig stammt aus Zürich. Er ist Kurator der Ausstellung in der Hamburger Fabrik der Künste. Ihn haben die futuristischen Monster des HR Giger schon als Kind gepackt, lange bevor er alt genug für den Kinofilm "Alien" war. Für den gruseligen Science-Fiction-Film wurden unter anderem das Monster und sein Nest voller Eier nach Gigers Entwürfen gebaut. Es entstanden Wesen aus einer anderen Welt.

"Die meisten Leute schrecken zurück"

Auf Gigers Bildern sind Maschinen zu sehen, die wie Organe wachsen, Roboter, Skelette, es gibt viel Erotisches, auch Blasphemisches bis hin zum Kitsch. Paul Walter ist Gigers größter und beständigster Sammler. "Gigers Bilder kann man meiner Ansicht nach nicht im Privathaushalt aufhängen", meint Walter. "Ich glaube, die meisten Leute schrecken zurück, wenn sie solche Bilder sehen." Paul Walter war von Gigers Bildern so fasziniert, dass er sie - so erzählt er - einfach kaufen musste. Der Kardiologe fand in den Bildern des Schweizers eine Art emotionales Ventil für seine beruflichen Erlebnisse, wenn eine Operation mal nicht erfolgreich verlief.

Ausstellung ursprünglich mit Künstler geplant

In Hamburg ist Gigers Werk fast häufiger zu sehen als in der Schweiz. Horst Werner, Chef der Fabrik der Künste, wollte diese neue Ausstellung eigentlich mit dem Künstler zusammen eröffnen. Da die Stadt Zürich ihn nicht entsprechend würdigte und auch seinen 75. Geburtstag ignorierte, haben wir mit Giger besprochen, dass wir noch mal eine große Ausstellung in Hamburg machen. Er wollte auch gerne kommen, doch dann ist er ein paar Monate vorher tödlich verunglückt.“

Giger stürzte auf der Treppe im eigenen Haus. Tragisch und so sehr passend zur morbiden Anmutung der jetzigen Ausstellung in der Fabrik der Künste. Zu den Exponaten gehört sogar das Modell einer Bar. Sie ist ganz im Giger-Stil gebaut, wirkt wie aus einer fernen Galaxie. Es gibt diese Bar tatsächlich, sie steht im Giger-Museum im schweizerischen Gruyères, das allerdings eher für seinen Käse berühmt ist.

Hommage an den Alien-Vater in Hamburg

Durch "Alien" wurde der Maler und Grafiker HR Giger weltberühmt. Er bekam für sein Monster sogar einen Oscar. Derzeit werden in Hamburg Zeichnungen, Skulpturen und auch Möbel des Künstlers gezeigt.

Datum:
Ende:
Ort:
Fabrik der Künste
Kreuzbrook 10/12
20537   Hamburg
Preis:
Erwachsene 5,- Euro, Jugendliche unter 18 Jahre frei
Öffnungszeiten:
Di. bis Sa.: 14 -19 Uhr
So.: 11 bis 18 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Abendjournal | 26.01.2016 | 19:00 Uhr