Stand: 12.11.2015 19:49 Uhr

Bund gibt Millionen für Hamburger Hafenmuseum

Ein historischer Hamburger Viermaster, direkt in Sichweite der Elbphilharmonie - dieses Bild könnte in wenigen Jahren Wirklichkeit werden: Der Windjammer "Peking" soll voraussichtlich 2018 endgültig in der Hansestadt festmachen. Möglich macht die Überführung vom derzeitigen Liegeplatz in New York eine üppige Finanzspritze vom Bund. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am Donnerstag insgesamt mehr als 139 Millionen Euro an Bundesmitteln für Kulturprojekte in Hamburg bewilligt.

Späte Rückkehr in die Heimat: Die Geschichte der "Peking"

120 Millionen Euro für Deutsches Hafenmuseum

Der größte Teil davon, nämlich 120 Millionen Euro, ist für die Errichtung eines Deutschen Hafenmuseums in der Hansestadt vorgesehen. Ein Teil dieses Geldes wiederum ist für die Überführung und Sanierung der "Peking" gedacht, die aktuell in beklagenswertem Zustand in New York liegt. Den Weg über den Atlantik auf eigenem Kiel würde sie wahrscheinlich nicht schaffen, sagte Reinhard Wolf vom Verein Freunde der Viermastbark "Peking" zu NDR 90,3. Das Schiff, 1911 bei Blohm + Voss gebaut, solle deshalb huckepack auf einem Spezialschiff transportiert werden. Als Termin wurde das kommende Frühjahr genannt. Anschließend soll der segelnde Frachter umfassend auf einer Werft restauriert werden. Die Kosten dafür liegen voraussichtlich bei etwa 30 Millionen Euro.

Neues Museum der Bedeutung des Hafens angemessen

Ihren Liegeplatz soll die "Peking" an den historischen 50er-Schuppen erhalten, wo es bereits ein Hafenmuseum gibt. Dieses scheint jedoch der Wichtigkeit des größten deutschen Hafens nicht mehr angemessen. Hier soll deshalb das erweiterte Deutsche Hafenmuseum entstehen. "Die Einrichtung eines der Bedeutung des Hamburger Hafens angemessenen Museums gibt uns die Möglichkeit, die Wirtschafts- und Kulturgeschichte des Hafens in einem größeren Zusammenhang darzustellen", sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos). Jetzt komme es darauf an, mit allen Beteiligten ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten, das die vielschichtige maritime Geschichte spannend und differenziert darstellt.

Nach Angaben von Rüdiger Kruse, Mitglied des Haushaltsausschusses, handelt es sich bei dem zur Verfügung gestellten Geld um eine "hundertprozentige Finanzierung durch den Bundeshaushalt". Die zukünftigen Betriebskosten des neuen Museums würden nach der Fertigstellung von der Stadt Hamburg getragen.

Hamburg Museum erhält 18 Millionen Euro

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Die Dauerausstellung im Hamburg Museum soll neu entwickelt werden - mit 18 Millionen Euro.

Unterstützung erhält auch das Hamburg Museum. Der Bund steuert 18 Millionen Euro für die Modernisierung des Hauses bei. Hierfür werde die Stadt in den kommenden Haushaltsberatungen über eine Kofinanzierung in Höhe von weiteren 18 Millionen Euro zu beraten haben, heißt es in der offiziellen Pressemeldung der Stadt Hamburg. Bund und Stadt wollen mit diesen insgesamt 36 Millionen Euro "gemeinsam helfen, die nationale und internationale Bedeutung eines der größten stadthistorischen Museen auszubauen". Unter anderem soll die Dauerausstellung vollkommen neu entwickelt und die Flächen für Sonderausstellungen für anspruchsvolle aktuelle Präsentationen ertüchtigt werden.

Weitere Bundesmittel gehen unter anderem an das Thalia Theater. Dessen neues Projekt "Europa im Umbruch / Umbruch in Europa" wird mit 850.000 Euro unterstützt. Die Privattheatertage erhalten eine Bundesförderung in Höhe von 500.000 Euro. Für die 7. Triennale der Photographie in Hamburg stehen 200.000 Euro aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung.

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Der Rest vom historischen Hamburger Hafen

Im bisherigen Hamburger Hafenmuseum rosten Kräne wie vergessene Zeugen einer längst vergangenen Epoche. Auch Reste der Hafenbahn und von Schuppenanlagen sind hier zu finden. Bildergalerie

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.11.2015 | 19:00 Uhr