Stand: 26.06.2017 15:35 Uhr

Patin für benachteiligte Kinder in Braunschweig

von Janek Wichers
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Engagiert sich beim Tandem-Verein "Abila" in Braunschweig als Patin einer kleinen Irakerin: Fenja Meyer.

Wer Fenja Meyer trifft, begegnet einem offenen, freundlichen jungen Menschen. Die 19-jährige Psychologiestudentin hat eine optimistische, lebensbejahende Ausstrahlung. Sie engagiert sich leidenschaftlich gern sozial. Nachdem sie kürzlich von Diepholz nach Braunschweig gezogen war, beschloss sie, dort ehrenamtlich etwas für andere Menschen zu tun.

Sie nahm Kontakt zum Verein Abila auf, der Patenschaften für Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familienverhältnissen vermittelt. Sie wurde Patin eines siebenjährigen Mädchens, das mit seinen Eltern aus dem Irak geflüchtet war. Für das Kind hat Fenja Meyer Verantwortung übernommen und trifft sich nun wöchentlich mit ihm - für mindestens zwei Stunden: "Dann macht man alle möglichen Sachen. Zum Beispiel hilft man schulisch oder macht Freizeitaktionen wie Rausgehen, ins Kino gehen. Sie braucht einfach noch viel Unterstützung. Man merkt, wie viel sie das vorantreibt, wenn wir Freizeitaktionen machen, zum Beispiel Reiten. Das können die Eltern leider nicht finanzieren. Das können wir als Verein eben ermöglichen."

Helfen als großes Glück

Menschen zu helfen empfindet die 19-jährige Studentin als großes Glück. Da sie sich ohnehin gern mit Kindern und Heranwachsenden beschäftigt, sei das Projekt ideal für sie, sagt Fenja. Sich für das kleine Mädchen zu engagieren bedeute, für sie nicht nur zu geben, sondern auch viel zurückzubekommen: "Ich bekomme es einfach jedes Mal zu spüren, wenn ich mit ihr etwas unternehme. Das ist auf jeden Fall sehr schön. Es gibt einem ein wirklich ein gutes Gefühl, weil man weiß, dass sie das voranbringt und in ihrem eigenen Lebensweg unterstützt. "

Am liebsten wäre es Fenja Meyer, sie könnte ihr Betreuungskind noch lange begleiten. Ihr Wunsch ist es, ihrem Patenkind noch viele Jahre zur Seite zu stehen: "Es geht darum, dass man Menschen an die Hand nimmt, die eigentlich sonst in dieser Gesellschaft untergehen würden. Es bringt der Gesellschaft und einem selbst sehr viel, wenn diese Leute gestärkt werden."

Vier weitere Ehrenamtliche dazugeworben

Sich ehrenamtlich zu engagieren, sagt Fenja Meyer, sollte eigentlich für jeden selbstverständlich sein. In einer gut funktionierenden Gesellschaft gehöre soziales Engagement idealerweise einfach für jeden dazu. Inzwischen hat sie vier weitere Freiwillige aus ihrem Freundeskreis überzeugen können, sich bei Abila zu engagieren und Paten für Kinder zu werden: "Abila ist ein Projekt für Kinder und mit Kindern, die einfach ein paar Schwierigkeiten haben. Zum Beispiel schulisch oder durch den familiären Hintergrund. Oft gibt es Familien, die finanziell nicht so gut ausgestattet sind und deren Kindern man einfach mehr bieten kann."

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Dieses Thema im Programm:

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