Stand: 25.01.2017 14:44 Uhr

Meinung: Muss Journalismus konstruktiver werden?

In den Medien überwiegen schlechte Nachrichten: Kriege, Krisen und Konflikte, wohin man schaut. Darüber zu berichten ist wichtig, aber reicht das aus? Oder sollten Journalisten auch Lösungsvorschläge anbieten und Perspektiven aufzeigen, so wie es das Konzept des "konstruktiven Journalismus" vorsieht?

Was denken Sie?

Im Rahmen der NDR Debatte sind wir der Frage nachgehen, was Sie als Hörer, Zuschauerinnen und User von gutem Journalismus erwarten: Problemberichterstattung oder Perspektiven? Ausgewählte Antworten haben wir auf dieser Seite veröffentlicht.

Ihre Meinung

  • J. Wagner, Köln

    Journalismus steht in der Pflicht, Informationen so darzustellen und zu publizieren, wie sich die Realität darstellt. Die Realität ist immer nur ein Puzzle aus unterschiedlichsten Bausteinen.! Aber, und das scheinen immer mehr Journalisten zu vergessen, ihre Sicht gibt auch immer nur einen subjektiver Aspekt aller möglichen Wahrheiten und nie die Wahrheit selbst wieder. Die Einsicht in diese philosophische Weisheit ist offensichtlich bei vielen Berichterstattern verloren gegangen. Journalisten sollen informieren aber, und das ist leider immer häufiger der Fall, sie sollen nicht moralisieren und besserwissend belehren, denn der Leser oder Zuschauer ist souverän genug, tendenzielle oder manpulative Informationen zu erkennen und auszusortieren.

  • M. Belle, Papenburg

    Der Ansatz von Perspective Daily ist eine wichtige Ergänzung zum "Qualitätsjournalismus". Es geht gar nicht um "entweder oder". Die Polemik von Heribert Prantl ist deshalb enttäuschend. Natürlich ist es wichtig, auf Missstände hinzuweisen und Skandale offenzulegen. Aber es ist genauso wichtig, über individuelle und politische Handlungsoptionen zu berichten. Das ist eine alte Erfahrung der der politischen Bildungsarbeit: Sie soll Menschen handlungsfähiger machen und sie nicht in die Verzweiflung treiben. Ich kenne einige kluge und mir wichtige Menschen, die die Süddeutsche nicht mehr lesen, weil sie das Konstruktive dort sehr vermissen. Ich kann das verstehen.

  • J. Herde, Hamburg

    Ich denke, Journalismus und Berichterstattung sollten unbedingt konstruktiver werden. Es geschehen viele schlimme Dinge weltweit und über diese sollte natürlich auch berichtet werden. Aber in einer Zeit, in der jede Facebook-Clickbait-Überschrift mit "Ihr werdet nicht glauben..." und "Schockierend was..." beginnt, auch wenn es nur um den angeblich neuesten Trick im Haushalt geht, sollte sich guter Journalismus mit deutlicher Sachlichkeit und Objektivität davon abgrenzen. Zudem fände ich es sehr gut, wenn nicht über jedes halbware Gerücht berichtet würde - im Sinne von "man mutmaßt..." oder "es wird angenommen das...". Das kann heutzutage jeder kleine Youtuber. Von guter und seriöser Journalistik erwarte ich ordentlich recherchierte Nachrichten, die sich nicht auf "hätte vielleicht sein können" stützt und damit oft genug Hetzern und Verbreitern von 'falschen Nachrichten' Tür und Tor öffnet. Und es schadet davon abgesehen nicht, hin und wieder mal etwas positives zu lesen - es passiert trotz allem Mist auch viel Gutes auf der Welt.

  • Klaus-Michael Solf, Goslar

    Danke für diese Debatte! Ja, Journalismus sollte unbedingt positiver/konstruktiver werden! Durch die übermäßig und allgegenwärtigen Negativ-Meldungen - und zwar aus der ganzen Welt - kann leicht der Eindruck entstehen, es ginge in unserer Welt nur noch bergab... --- da wäre kein Platz für Hoffnung und positive Erfahrungen.. Und doch gibt es sowohl im individuellen Bereich wie auch im größeren gesellschaftlichen Kontext so viele positive Nachrichten, die Leben ausmachen, Zeugnis für Lebendigkeit, für Lebensfreude sind. Ich wurde durch ndr.kultur aufmerksam auf Maren Urner und ihr Projekt - bin heute Mitglied geworden: perspective-daily Und das alles passt hervorragend zu der positiven Philosophie von Natalie Knapp: "Kompass - neu denken" / "Warum Zeiten der Unsicherheit so wertvoll sind"... Als schon etwas älterer Mitmensch (Jahrgang 1950) gebe ich also die Hoffnung auf die Zukunft / auf die Jugend nicht auf!

  • Ursula B. Schnaars, Bremen

    Die Welt ist voller Probleme - Journalisten berichten darüber, bieten Analysen, beschreiben auch Lösungswege. Dennoch bilden Probleme nicht die gesamte Welt ab. Es tut gut und macht Mut, zu lesen, dass sich die Dinge hier und da zum Besseren wenden, Menschlichkeit, Gestaltungswillen und kulturelles Leben nicht auf der Strecke bleiben. Für mich gehört auch das zu einem guten Journalismus.

  • Yvonne Kortekamp, Seelze

    Journalismus muss nicht nur negativ sein. Es ist völlig überzogen von jedem Unglück in der Welt zu berichten ohne die Positiven Seiten zu benennen. Ich erleben jedenfalls täglich positives wie negatives. Ich denke, dass es auch positive Entwicklungen in der Welt gibt über die es sich zu berichten lohnt. Der ständige negative Blick auf die Welt, Europa und Deutschland in den Nachrichten stört mich. Als ich 2016 in den Urlaub fuhr, konnte ich in Bayern Positivnachrichten aus Bayern hören. Diese brachten mich zum Schmunzeln und gaben Anregungen für den alltäglichen Umgang z.B. im Ehrenamt. Mir hat das gefallen.

  • Michael Köhncke, Hamburg

    Was bedeutet bei diesem Thema "konstruktiv"? Berichterstattung ist nie konstruktiv, sie beschreibt aufgrund gesicherter Quellen das Geschehen. Über welche Fakten berichtet wird, entscheidet die Redaktionskonferenz oder am Ende der Chefredakteur. Keinesfalls der Leser, der Wutbürger oder der Staatspräsident. Bei uns kann der Leser sich entscheiden, ob er Berichte bei der Welt, bei taz oder beim NDR abruft. Kommentare, gute Kommentare, sind immer konstruktiv, sie liefern Vorschläge, wie es besser gemacht werden kann. Der Umgang damit erfordert einen kritischen Leser. Aber das scheint gar nicht gemeint zu sein mit dem Begriff "konstruktiver Journalismus ". Was soll denn dann konstruiert werden? Eine heile Welt ohne Sozialneid, ohne Hass und ohne Bürgerkrieg? Das nennt man dann wohl postfaktisch. Und das darf nicht sein. Das Gegenteil von postfaktisch ist für mich der Begriff aufgeklärt. Aufgeklärt zu sein heißt bekanntlich der "selbstverschuldeten Unmündigkeit " zu entkommen. Dieser Aufklärung ist jeder Journalist verpflichtet. Der konstruktive Journalismus ist ein Konstrukt, auf das niemand hereinfallen darf.

  • Klaus-Rüdiger, Lübeck

    Als Funk-Amateur habe ich Gelegenheit - global - auch über Medien zu diskutieren. Nicht allein technisch, auch inhaltlich, orientieren sich viele Funk-Freunde weltweit "online" . Einige "Jüngere" leben direkt in Ihrer Internet-Blase und haben sich - weitgehend - von den "historischen" Medien verabschiedet. Diese sind dann auch für den professionellen Journalismus nicht mehr erreichbar. Eine Entwicklung, die auch im Alltags-Jugend-Bereich erkennbar ist. Konstruktiv : Medien könnten versuchen, die "Platt-Formen" ( im wahren Sinne ) zu erreichen. Die Einrichtung des Formats "Funk" ( nur online? ), als Jugend-TV-Stream sehe ich als - verzweifelten - Versuch, "Jugend" doch noch für den herkömmlichen Medien-Format-Bereich zu interessieren. Warum wird aus "KIKA" nicht "JU-KA" ( ?? ) terrestrisch abgestrahlt ? Längst gibt es auch viele Zuschauer-Verweigerer der "Tagesschau" : Verkündung war gestern ( Tonfall des Sprecher-Personals ) / außerdem gilt es als nicht mehr "tragbar", ein komplettes Welt-Tags-Geschehen in 15 Minuten zu "pressen". Ausführlichere Nachrichten-Magazine laufen dann - für viele "Werktätige" - einfach zu spät. Konstruktiv : mehr Hörer-/ Zuschauer-Beiräte in den Entscheidungs-Gremien ( ? ). Allgemein gilt das Programm-Angebot in TV/Hörfunk/ ... online, der "Öffentlich-Rechtlichen" als nicht besonders"attraktiv" / gemessen am finanziellen Aufkommen und Aufwand. So viele "Tier-Park-Freunde" ( Serie ) und Daily-Soap-Fans, gibt´s - gerade unter Jüngeren - nicht / ... die sind aber eh schon "online" ( 4ever ? ). Für Sie, als Medien-Arbeiter und Dienstleister, meine besten Wünsche für viel Erfolg, beim Versuch der Herstellung eines Programms, das nicht nicht nur die Zielgruppe "Senioren-Heim" bedient.

  • Hans-Ulrich Meißner, Hameln

    Gut, dass Sie dieses Thema entdeckt haben. Aber warum erst jetzt? Ich habe schon seit Jahren zunehmend den Eindruck, dass die Dominanz schlechter Nachrichten in Rundfunk und TV die positiven Seiten alltäglicher gesellschaftliche Realität nicht abbildet und dieses Fehlen gedrückte Stimmung befördert. Dabei gibt es gibt genügend positive Kontraste – auch in Zeiten von Banken- und Abgasskandalen, Kriegen, Attentaten, Naturkatastrophen usw. - Themen, über die natürlich berichtet werden muss. Millionen von Menschen in Deutschland sind ehrenamtlich tätig. Und es gibt neben Rückschritten und Mängeln in allen gesellschaftlichen, technischen, ökonomischen, politischen, internationalen, ökologischen, sozialen usw. Bereichen viele positive Entwicklungen, Innovationen, Fortschritte, Perspektiven. Das kommt im durch die täglichen Nachrichten mitgestalteten Bewusstsein viel zu kurz. Deshalb: Mehr Gewicht für das vorhandenen Gute, natürlich ohne das Schlechte und das kritisch zu Berichtende auszublenden. Man erntet, was man sät.

  • Peter Wagner, Berlin

    Ich bin der Meinung, dass Journalismus zu allererst wieder gründlicher und handwerklicher werden muss und alle möglichen Quellen zur Verfügung stellen sollte, die ein Format verwendet, bevor die Frage von Perspektive gestellt werden sollte. Mit gründlicher meine ich zum Beispiel bestimmte Agenda-orientierte Wordings zu vermeiden, bestimmte Narrative nicht zu bedienen, Übertreibungen, Vereinfachungen und Spekulationen zu vermeiden. Der Journalist Wolf Schneider hat dazu (nur ein Beispiel) umfassende Werke zur Verfügung gestellt. Das trifft nicht nur auf Zeitungsartikel, Onlinemagazine, sondern gerade auch auf Fernsehjournalisten zu.

    Wenn ein Moderator der ARD 2,5h nach dem Anschlag vom Breitscheidplatz den Terrorexperten fragt, ob das ganze nicht ein Angriff gegen das christliche Abendland insgesamt sei, bevor irgendjemand irgendetwas weiß, kräuselt sich bei mir alles innerlich - weil hier eine Spekulation erzeugt wird, mit der das Narrativ der Religions- und Kulturkampfes bedient wird. Es müssen ja nicht immer nur nüchterne Fakten sein, aber weniger Spekulation, weniger Forcieren von bestimmten Narrativen ist sehr viel dienlicher, um bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen, politische Diskurse, etc. nicht weiter zu befeuern. Dasselbe gilt für Trump-Wahlen: Warum interessiert das unsere Journalisten so sehr? Weil es einfach ist, weil es ihnen vorgesetzt wird, genauso wie Fußballweltmeisterschaften, usw. - wenn dann mal jemand darüber berichtet, was im Deutschen Bundestag bei solchen medialen Events eigentlich so abgestimmt wird, dann ist es für eine Meinungsbildung der Öffentlichkeit oft schon zu spät. Hier gilt: Jeder Nachricht von Wert sollte der gebührende Platz eingeräumt werden, es kann nicht sein, dass bestimmte Themen wochenlang den medialen Diskurs beherrschen.

    Weiter geht es mit den Quellen. Ich lese oft Zeitungsberichte, in denen dann steht, eine Person hätte dieses und jenes gesagt. Mir fehlen dann die Quellen: Wann hat die Person das gesagt und wer bestätigt das? Gibt es vielleicht noch eine andere Deutung des Gesagten? Gerade Online-Angebote haben die Möglichkeit so viel mehr Videos, Fotos, Links und Gegenanzeigen darzustellen, dass ich es als sehr störend empfinde immer nur mit ungenauen Informationen versorgt zu werden. Das gilt aber auch für Zeitungsartikel. So wie wissenschaftliche Arbeiten ihre Quellen angeben, sollten dies auch Zeitungsartikel im gewissen Rahmen tun. Aber auch Transparenz hinter den Kulissen ist wichtig: Wie stellen Journalisten sicher, dass ihre Berichterstattung neutral ist oder wann reflektieren sie ihre Rolle kritisch? Gerade im Hintergrund von Klagen der Zeit gegen die Satiriker der "Anstalt", wegen investigativ-journalistischer Erkenntnisse, die die Neutralität der Zeit infrage stellen, sollte jeder einzelne Journalist verpflichtet sein eine selbstreflektive Passage in seine Artikel einzuweben, denn keine Journalist ist frei von Werturteilen und systemischer Färbung.

  • Norbert Balzer, Cuxhaven

    Erich Kästner wurde einmal gefragt: "Herr Kästner, wo bleibt das Positive?" Die Antwort: "Ja, wo bleibt es nur?" Ja, wo bleibt das Gute und Schöne in der Welt? "Entführter Hund einer Rentnerin nach einem Jahr wieder daheim", kann das die richtige Strategie für konstruktiven Journalismus sein? Leider ist die Welt voller Machthaber und irrer Despoten, Umweltdesaster, Industrielobbyisten, Kriege, Korruption, verwirrter Fundamentalisten jeglicher religiöser - auch christlicher – Ausrichtung, gewissenloser Wissenschaftler (KI / Roboter / Human Design etc.) usw. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wo also bleibt das Positive? Überlebt es nur noch im rein Privaten?

    Ich bin Jahrg. 1949, hatte jahrzehntelang den SPIEGEL abonniert, der immer voll war von "Tatarenmeldungen" und "Hiobsbotschaften". Kann man diese Flut an Katastrophenmeldungen ein Leben lang aushalten ohne an der Welt zu verzweifeln? Kaum. Den SPIEGEL habe ich abbestellt. "Flüchten oder standhalten?" fragte Horst Eberhardt Richter in seinem Buch. Sich einigeln, wäre eine dritte Möglichkeit, die Zeiten zu überdauern, um nicht ganz verrückt zu werden. In vielen Gesprächen mit Gleichaltrigen habe ich sehr oft die Aussage gehört: "Gut, dass ich schon so alt bin und die nächsten Jahrzehnte nicht mehr erleben muss. Ich bedauere nur meine Kinder und Enkel."

    War man in früheren Zeiten, trotz aller Fährnisse und Bedrückungen nicht im Grunde doch der Ansicht, es würden die nächsten Generationen es einmal besser haben? Wie sehr müssen wir doch jenen Zeiten nachtrauern in denen Ulrich von Hutten (1488-1523) sagen konnte: "O Jahrhundert, o Wissenschaft, es ist eine Lust zu leben. Die Studien blühen, die Geister regen sich. Barbarei, nimm dir einen Strick und mach' dich auf Verbannung gefasst!" Stattdessen hat das vergangene Jahrhundert die schlimmsten Barbareien der Menschheitsgeschichte gesehen. Würde man Hutten in die heutige Zeit versetzen, müsste er sich wohl den Strick nehmen.

    Fänden die Journalisten tatsächlich Positives von Belang, das tatsächlich über den Tag und das rein Private hinausweist und eine Perspektive in die nähere oder fernere Zukunft darstellt, wäre das nur zu begrüßen. Es steht allerdings zu befürchten, dass die Ausbeute an solchen Nachrichten eher mager ausfällt, und es sich wieder nur auf den entlaufenen Hund reduziert. Noch eine Anmerkung zum "Journalisten-Neusprech" – immer wieder ein Ärgernis. Neuerdings wird in RF und TV eine "Schalte" zu einem Korrespondenten hergestellt. Ist es zu viel verlangt, anstelle des "e" an das Wort auch noch "-ung" anzuhängen? Offenbar. Desgleichen werden Fremdwörter nicht nur unsinnig, sondern auch völlig falsch gebraucht, z.B. hat man Platzangst keineswegs, wenn man sich beengt fühlt, sondern man leidet dann an Klaustrophobie. Einen Auftrag, nicht nur zu berichten, sondern auch (Sprach-)Bildung zu vermitteln, kann man selbstverständlich nur schwer erfüllen, wenn es einem selbst daran mangelt.

  • Erek Laatz, Oldenburg

    Konstruktiver Journalismus, also Journalismus, der über Fakten und Folgen berichtet und dabei Lösungswege aufzeigt, die anderswo bereits erfolgreich umgesetzt worden sind, ist meines Erachtens nach unbedingt zu befürworten. Gespickt mit Hintergrundinformationen kann dieser Journalismus Stories entwickeln, die den Leser / Hörer fesseln und begeistern. Wichtig ist allerdings, dass die publizistischen Grundsätze unbedingt Beachtung finden!

    Ein Beispiel: Serverausfall am Hamburger Flughafen. Die Folgen: Keine Starts und Landungen für eine halbe Stunde, die daraus resultierenden Auswirkungen sind noch am Nachmittag spürbar. Die Story: Wenn ein ausgefallener Server bereits den Flugbetrieb eines Airports lahmlegt, was geschieht, wenn ein landesweiter Stromausfall etwa in Schleswig-Holstein von mehr als 10 Stunden die Infrastruktur lahmlegt? Keine Ampeln, die gepriesene Voice-over-IP Telefonie versagt, Internet geht nicht mehr, Handynetze fallen nach ein paar Stunden aus, weil die UPS Akkus der Sendemasten erschöpft sind. Die Versorgung der Bevölkerung ist nur eingeschränkt möglich, Tanken: Geht nicht (keine Pumpen), Geldautomat: Ebenso, Trinkwasser- und Erdgasversorgung fällt aus und so weiter.

    Die Lösungen: Nachhaltige Versorgungskonzepte für Behörden, Kritische Infrastrukturen und den Handel. Dazu zählen vor allem das verpflichtende Vorhalten von Notstromgeneratoren und Kraftstoffen für die genannten Einrichtungen. Sirenen zur Warnung der Bevölkerung in den Kommunen müssen reaktiviert werden u.s.w. Der Bürger sollte neben Vorräten auch ein batteriebetriebenes Radio, Kerzen, Decken, Taschenlampen und Batterien vorhalten - also in der Summe die Erarbeitung und durchaus auch Erprobung funktionierender Zivilschutzmaßnahmen. Dann ist Journalismus fesselnd, packend und interessant und wird vielleicht auch die Menschen ansprechen, die sich bislang eher desinteressiert zeigten.

  • Andrea Hastrich, Berlin

    Zu jedem Missstand gibt es das gute Gegenstück - neudeutsch "Best Practice". Wenn man das kennt, kann man vergleichen und möchte man den Missstand abstellen. Erfolgreiche Organisationen nutzen diese Möglichkeit. Oder ganz einfach: Wohin wir unsere Aufmerksamkeit lenken, das gedeiht.

  • Nathalia Andres, Hamburg

    Journalismus sollte sich der Verantwortung bewusst sein, die er gegenüber der Gesellschaft hat. Er übernimmt auch einen großen Teil der Bildung einer Gesellschaft, die die Bürger abverlangen können. Leider unterliegen die Nachrichten überwiegend nur noch einem Unterhaltungswert und sich einer daraus resultierenden einseitigen Berichterstattung. Schlechte Nachrichten schüren Ängste, viele Menschen reagieren sogar mit innerer Leere oder sogar Depression. Journalismus beeinflusst also, kann eine Gesellschaft misstrauisch machen und sie in eine bestimmte Richtung lenken. Ist die Informationsfreiheit aufgrund der einseitigen Berichterstattung bedroht, ist auch die Grundlage der Demokratie gefährdet. Der Bürger wird zu einem Zuschauer, der völlig ohnmächtig jegliche Art von "bedrohenden" Informationen aufnimmt und seinen eigenen Geist dabei abschaltet. Im Journalismus stecken aber auch viele Chancen. Sie können auch in eine andere Richtung lenken, nämlich in die des engagierten positiv gestimmten Bürgers, der Mut hat sich auseinanderzusetzen, sich zu engagieren und somit positiv das gesellschaftliche Leben beeinflusst. Journalisten sollten objektiv berichten, aber den Mut zur eigenen Meinung nicht verlieren, um einen öffentlichen Diskurs zu "provozieren".

  • Manfred Rebentisch, Lübeck

    Es gibt weltweit so viele Menschen, die sich für eine gerechtere Welt engagieren, die in der Berichterstattung nicht vorkommen. Seien es die Ärzte ohne Grenzen, die Greenpeace Menschen, die Leute von Attac oder Amnesty International. Ihr alltägliches Engagement verdient mehr Aufmerksamkeit abseits der Schlagzeilen. Wie wäre es, wenn man in den ständigen Nachrichten auf NDR Info jedesmal auch einen Bericht aus diesem Alltag bringt? Zum Beispiel, wenn die Aktiven von Rettet den Regenwald e.V. erfolgreich ein Staudammprojekt verhinderten oder seltene Tierarten schützen konnten. Der tägliche Einsatz "Die Welt retten" erzeugt Reibung, beruht auf Diskussion und ist oft frustrierend. Darüber, wie mit den Problemen konstruktiv umgegangen werden kann, kann man auch berichten. Wenn ich hundertmal am Tag höre, dass Trump eine Mauer zu Mexiko baut oder die AfD das Mahnmal für eine Schande hält, bringt mich das nicht weiter, erzeugt das nur ein Gefühl von Ohnmacht. Wenn ich zwischendurch Nachrichten hören würde, wie Aktive in den USA versuchen, Trump etwas entgegenzusetzen oder höre, wie Menschen argumentativ mit AfD-Anhängern reden, erzeugt das Hoffnung und das Gefühl von "Ja, ich kann was machen".

  • Nadine Kistner, Hamburg

    Wir bekommen tatsächlich das Gefühl, die Welt sei grausamer und brutaler geworden. Schön wäre mehr über positive Ereignisse in der Welt zu erfahren. Großartig nun von einem Land zu wissen, das kein Militär mehr hat.

  • Melitta von Eich, Husum

    Die wichtigen Diskussionen finden immer im Feuilleton statt… Konstruktiver Journalismus ist ein Teil auf dem Weg zu einer Berichterstattung, die den desaströsen Zustand der Welt nicht nur als alternativlos beschreibt. Medien, die über Visionen, Utopien und Perspektiven berichten, gelungene Lösungsansätze vorstellen, zeigen auf, dass es auch anders geht, weil es anders gehen muss. Parteinahme für den Wandel!

    Ein zweiter wichtiger Schritt wäre eine tiefer gehende, nicht schlagwortartige Berichterstattung: Der eigentliche Skandal der Höcke-Rede in Dresden ist nicht seine Aussage zum Holocaust-Mahnmahl, sondern die Rede insgesamt - mit ihrem bei Nationalsozialisten entlehnten Spannungsbogen und der dazugehörenden Grundrhetorik. Nicht seine Einzelaussagen, das Gesamtambiente incl. Saalausstattung und Publikum erzeugte am Ende den Brechreiz. Das gehört analysiert und benannt, um aufzuzeigen worum es dem Mann und seiner Partei geht. Die Fokussierung auf das Holocaust-Mahnmal ist oberflächlich und viele Menschen verstehen die Aufregung gar nicht. Zweites Beispiel Bernie Sanders: Immer wieder als "Sozialist" betitelt, wo er aus europäischer Sicht bestenfalls rechter Sozialdemokrat ist. In den USA ist dieser elementare Unterschied überwiegend völlig unbekannt, der Begriff wird aber von unseren Medien übernommen.

    Wesentlich auch das Weglassen von Meldungen, zumindest in den Nachrichten: Busunglück in Indien, Vergewaltigung in der Grafschaft Bentheim, Serverausfall aus ungeklärten Umständen am Hamburger Flughafen (letzteres gut aufgehoben in der Rubrik "Wetter und Verkehr"), Ablösesumme für Fußballprofi XY sind nicht die Dinge, die "Welt bewegen", dafür aber zur depressiven Verstimmung der Hörer beitragen.

    Meldungen, die permanent das Gefühl des Ausgeliefertsein in einer grauenhaften Welt verstärken, verstärken bei vielen Menschen auch den Wunsch nach einfachen Lösungen und starken An-Führern.

    Konstruktiver Journalismus, keine "Schönschreiberei": unbedingt "Ja"! Investigativer Journalismus: unbedingt "Ja"!

  • Hans Dr. Schymroch, Laboe

    Ich glaube, es würde schon schöner sein, weniger unwichtige negative Nachrichten zu bringen. Mich interessiert es überhaupt nicht, ob in Japan ein Sportflugzeug abgestürzt ist oder es in den USA bei einem Zugunfall fünf Verletzte gab oder in Brasilien bei einem Autounfall drei Menschen starben. Den dadurch freiwerdenden Raum könnte man für sachliche oder positive oder schöne Informationen nutzen, z.B. über die Elbphilharmonie oder eine Erhöhung der Gehälter der KITA-MitarbeiterInnen, aber bitte nicht über das "schöne" Gesäß von Kim Kardashian!

  • Peter Rieper, Braunschweig

    Ich bin ein Rentner, 76 Jahre alt, und höre täglich Radio NDR. Leider stelle ich einige Fehlentwicklungen fest, die aus meiner Sicht mehr als bedenklich sind; im einzelnen:

    Die öffentlich-rechtlichen Sender (und damit auch der NDR) haben einen klaren Bildungsauftrag, kommen dem aber nur sehr eingeschränkt nach. Durch die von ihnen verwendete Sprache fördern sie schlichtes Denken und populistische, antidemokratische Tendenzen. Die von mir kritisierten Hauptpunkte:

    Die Gewaltenteilung, Hauptmerkmal eines demokratischen Staatswesens, scheint unter Journalisten kaum noch bekannt zu sein. So unterscheiden sie selten zwischen gesetzgebender und vollziehender Gewalt. Sehen sie irgendwo Anlass zu Kritik, so werden in der Regel "die Politik" oder "die Politiker" an den Pranger gestellt.

    Dass es sich dabei oftmals um Fehlhandlungen der Verwaltung handelt, bleibt in der Regel unberücksichtigt. Auch macht man sich selten Gedanken darüber, ob denn Politiker auf Bundes-, Landes- oder kommunaler Ebene gemeint sind. Offenbar sind viele Ihrer Damen und Herren damit bereits überfordert und können das in der Folge auch nicht ihren Hörern bzw. Zuschauern vermitteln.

    Die Begriffe "Behörde" oder "Verwaltung" kommen bei Ihnen kaum noch vor. Stattdessen spricht man fast nur noch von der "Bürokratie" - auch hier in der Regel ohne konkrete Angaben, wer denn eigentlich gemeint ist. Ganz sicher gibt es in der öffentlichen Verwaltung Vorgänge, die man auch bürgerfreundlicher und mit weniger Aufwand abwickeln könnte. Sie dürfen aber ganz sicher sein, dass dies für alle großen Unternehmen und damit auch für die Verwaltungen der öffentlich-rechtlichen Sender gilt. Der Unterschied ist nur, dass dort keine Journalisten nachfragen und Kritik üben, denn wer will es sich schon mit einem lukrativen (potentiellen) Arbeitgeber verderben?

    Eine weitere bedenkliche Entwicklung, die ebenfalls den Bildungsauftrag ignoriert und Ihnen eigentlich peinlich sein müsste, ist die zunehmende Verwendung einer Art von dümmlichem Deutsch, bei dem in fast jeden Satz ein zusätzlicher Artikel oder das Wort "da" eingefügt wird; dazu zwei modellhafte Beispiele: Bundeskanzlerin Merkel, die fliegt heute nach Moskau. In Moskau, da trifft die Bundeskanzlerin heute Präsident Putin.

    Ich bin gespannt, ob Sie meine Kritik veröffentlichen werden.

  • Holger Rohrbach, Ahrensburg

    Konstruktiver Journalismus. Zunächst erwarte ich, daß weniger Meldungen von Sprechern der Regierung und der in ihnen vertretenen Parteien verbreitet werden. Meist geschieht das sogar, ohne sie zu hinterfragen. Auf die Hintergrundrecherche kommt es mir an. Und auf kontroverse Debatten, vor allem unter Einbeztug von NGOs, die meist die besten Recherchen anstellen: Ich habe wie viele das Gefühl, daß Journalisten in Funk und Fernsehen und in den etablierten Nachrichtenagenturen sich gar nicht mehr die Zeit nehmen oder sie auch dank Stellenkürzungen gar nicht mehr haben, gründlich nachzuforschen, aus welchen sie ihre Berichte beziehen und wessen Interessen sie damit bedienen. "Nachrichten" von Geheimdiensten, die dann von Regierung und Parteien für taktische Machtspiele mißbraucht werden, müßten eigentlich mit großer Skepsis betrachtet werden.

    Konstruktiv möchte ich mir auch solchen Journalismus wünschen, der positive, Mut machende Beispiele aufgreift, z.B wie sich Menschen am Rande der Gesellschaft, ob in unseren Städten und Dörfern, an den "Mauern" Europas oder - auch ganz aktuell: mitten in Syrien oder Afghanistan - durchschlagen: Solche Menschen, die Opfer unserer unfairen Handelspolitik und Rüstungsexporte sind, dürfen nicht vergessen werden!

  • Jan Merz, Frankfurt

    Das Problem sind nicht negative Nachrichten, sondern die Art und Weise der Handhabe von Ereignissen. Nachrichten sind heute zu personalisiert. Das heißt, es wird häufig nicht auf das Handeln der Personen und die Auswirkungen für die Gesellschaft, die Wirtschaft oder die Kultur geschaut, sondern auf die Person selbst: Aus welchen Motiven heraus handelt sie, was bringt es der Person, wie steht sie jetzt da gegenüber der Konkurrenz, was macht die Handlung/Aussage mit der Partei/dem Unternehmen, ist das Verhältnis nun zerrüttet, deutet sich gar ein Machtkampf an? In den USA spricht man dann von horse-race journalism. Dieser dominiert die Berichterstattung und so verliert sich der Blick auf das Wesentliche: Die Taten und die Bewertung und Einordnung dieser in einen Gesamtkontext.

  • Dr. Peter Hirsch-Reinshagen, Betzendorf

    In meiner ehemaligen Tätigkeit als Professor im Ausland der auch viel Kontakt mit der dortigen Fakultät für Journalismus hatte, habe ich immer behauptet "Journalisten sind die Lehrer bzw. Dozenten mit der größten Anzahl an Schülern bzw. nicht immatrikulierten Hörern". Im Idealfall sind sie die Brücke zwischen den vielen relevanten Geschehnissen die sich in der Welt ereignen und den Bürgern. Bei der Ausübung dieser Aufgabe müssten/sollten sie Information sammeln, auf Echtheit überprüfen und in so einer Form zusammenfassen, dass sie für jeden Bürger verständlich wird. So die nüchterne Darstellung dieses so schwierigen Berufes. Leider ist auf Grund der gewaltigen Adressatenmenge schon in den Anfängen erkannt worden, dass die Medien (Berichterstattung) ein sehr mächtiges Werkzeug sind, die ganze Völker in ihrer Meinung grundlegend beeinflussen können. Diese Tatsache wird heutzutage gründlich ausgenutzt. Das beste Beispiel wird uns z.Zt. täglich vorgeführt.

    Vor diesem Hintergrund komme ich auf Ihre Frage zurück. Was erwarten wir als User von gutem Journalismus: Problemberichterstattung oder Perspektiven?

    Zur Problemberichterstattung ist zu bemerken, dass wir als User sensationshungrig sind. D.h. mit anderen Worten die schlechten Nachrichten beeindrucken uns mehr als die guten. Außerdem wäre zu klären: wie soll die Problemberichterstattung aussehen? Wahrheitsgetreu oder schon tendenzartig gefärbt, wie es heute schon Gang und Gebe ist? Geringe Änderungen in einem Satz genügen ja, um ein und derselben Nachricht eine ganz andere Färbung zu geben.

    Zur Idee der Perspektiven stellen sich auch Fragen. Wir, die User, sind kontinuierlich von einer schier unübersehbaren Flut von Nachrichten überschüttet. Wie soll (was sehr wünschenswert wäre) auch ein mehrköpfiges Team von Journalisten "Highlights" herauspicken können um sie in Perspektiven zu verwandeln? Eine riesige und dringend notwendige Herausforderung!!! Als User wäre ich unendlich dankbar, wenn ich im Laufe des Tages statt sich wiederholender Problemberichterstattung, Perspektiven und konstruktive Gedanken hören/lesen könnte.

    Führende und anerkannte Denker und Politiker haben in der Vergangenheit an verschiedenen Stellen darauf hingewiesen, dass in Deutschland ein Umdenken ins positive notwendig ist. Nicht gleichzusetzen mit Schönfärberei! Das Ziel, positives Denken zu erreichen, ist grundsätzlich (nur) durch die Mitwirkung bzw. Unterstützung der Medien möglich. Es ist noch lange kein Allgemeingut!! Mit all dem was wir heute im täglichen Leben erfahren, kann ich mir daher vorstellen, dass manch ein Bürger dem NDR sehr dankbar wäre, wenn Sie es erreichen könnten, mit konstruktivem Journalismus ein oder mehrere Lichter in dieser Dunkelheit anzuzünden!!! Damit wäre dem Land und den nachkommenden Generationen geholfen.

  • Annegret Prystawik, Elmshorn

    Ganz klar ja! Welcher Mensch kann die Masse an schlechten Nachrichten in Word und Bild noch ertragen geschweige denn verarbeiten?! Ich habe mich selber schon in Frage gestellt, weil mein "Weltschmerz" immer größer wurde. Dabei war meine Seele nur überfordert mit dem, was ich über die Medien an Informationen über Katastropen, menschlichem Leid, Intrigen, Verbrechen usw. zugespielt, aufgedrängt bekommen habe. Es gibt natürlich ein Gegenmittel. Weniger ist bekanntlich mehr. Nach dem verfahre ich und es hilft :-))

  • Heike Möhlmann, Nienburg

    Ich stimme absolut zu. Ich wünsche ihn mir nicht nur konstruktiver im Sinne von: auch gute Beispiele, Entwicklungen, Stellungnahme etc. sind es wert und machen neugierig auf eine Auseinandersetzung damit. Ich wünsche mir auch eine größere Vielfalt. Seit den Wahlenkämpfen in den USA beherrscht die US amerikanische Szenerie unsere Nachrichtenwelt. Häufig an erster Stelle, manchmal sogar die überwiegende Zeit der Nachrichtensendungen. Gutes Beispiel ist gerade auch selbst Ihre Onlineseite von NDR Kultur.

    Etwas über unsere europäischen Mitgliedsländer aktuell zu erfahren, ist in Nischen verpackt. Was ist eigentlich los in Griechenland. Vermutlich hören wir wieder etwas, wenn sie zahlungsunfähig sind und neues Geld brauchen. Über ihre Bemühungen nichts. In Rumänien kämft gerade der Präsident an der Seite der BürgerInnen gegen die Regierung um die Demokratie. Hat Belgien inzwischen eigentlich eine dauerhafte Regierung, oder wartet der Jounalismus darauf, dass aus den berüchtigten Stadtteilen wieder Terrorakte zu vermelden sind. Was für wunderbare Bemühungen um Europa gibt es in unseren Nachbarstaaten? Oder bei uns?

    Ich erlebe die derzeitigen Nachrichten häufig ohne substanziellen Informationsgehalt. Ich blätter morgens online die Zeit, den Spiegel, Tagesspiegel durch. Sie gleichen sich unglaublich. In den hinteren Seiten dann die wirklichen Informationen. Überwiegend höre ich Radio, NDR Kultur und WDR 5. Derzeit: TRUMP - TRUMP - und nochmal Trump. Das wirkliche Leben findet leider nur am Rande statt. Es ist gut, wenn darüber nun diskutiert wird. Vielen Dank!

  • Anett Bossong, Braunschweig

    Ich bin schon länger auf der Suche nach positiven, ermutigenden Nachrichten. Meistens sind solch ermutigenden Meldungen eher im Netz zu finden so wie z.B. der Friedensmarsch tausender Frauen mit unterschiedlichem religiöden Hintergrund in Israel (prayer of the mothers) o.a. In den printmedien gibt es solche Meldungen eher selten, leider! Eine kleine Ausnahme ist z.B. die Rubrik in der ZEIT "Was mein Leben reicher macht" - sehr persönliche Erlebnisse zwar, aber dennoch nicht weniger wirksam. Als Psychotherapeutin weiß ich, wie wichtig Ermutigung ist, wenn wir zur Veränderung motivieren wollen. Ich würde mir eine Kultur der Ermutigung in unserer Gesellschaft sehr wünschen und die Medien hätten hier sicher eine große Wirkkraft. Ich persönlich achte inzwischen darauf sehr sparsam mit dem Anschauen von negativen und zum Teil abschreckenden Nachrichten umzugehen und mich trotzdem geziehlt zu informieren. Abschließend möchte ich Ihnen ein dickes Lob aussprechen, dass Sie dieses Thema aufgegriffen haben! Danke

    Nachtrag: Ergänzung zu meinem vorherigen Beitrag: ein tolles Beispiel für Ermutigung trotz aller Krisen in der welt - der Film "Tomorrow" Absolut sehenswert!

  • Joachim Müller, Riepsdorf

    Ich halte "konstruktiven" Journalismus für einen abwegigen Widerspruch in sich. Meines Erachtens ist alleinige Aufgabe des Journalismus, Fakten zu recherchieren und zu veröffentlichen. Die objektiven Tatsachen sollen dann Grundlage meiner eigenen Meinungsbildung sein. Ich möchte mir meine Meinung nicht von Journalisten vorschreiben lassen.

    Die Aufgabe von öffentliche-rechtlichen Rundfunk-Anstalten ist die objektive Berichterstattung. Mit "konstruktivem" Journalismus ist diese nicht mehr gewährleistet. Damit schaffen sich ARD und ZDF selbst ab.

  • E. Reuter, Bünsdorf

    Ich bin davon überzeugt, dass wir positive Vorbilder und Anregungen brauchen, um aus der "Schreckenherrschaft" herauszukommen, die die Schreckensnachrichten auf uns ausüben. "Zeigen, was ist" betrifft doch auch die vielen kleinen positiven Projekte. Man braucht nur auf "transition town" zu schauen, oder die Bewegung "Colibri" in Frankreich, die ganz konkret mensch- und umweltfördernde Maßnahmen, Wohn- und Arbeitsformen etc. aufzeigen. Ich bin unbedingt für einen aufbauenden Journalismus, der Mut macht, sich selbst aktiv an der Wende zu mehr Umweltschutz und sozialem Miteinander zu beteiligen.

  • Burkart Dietrich, Hameln

    es reicht eine objektive und faire berichterstattung. der zuschauer, hörer, leser sollsich daraus seine eigene meinung bilden können. hierbei sollte aber auch erwähnt werden, dass eine information vollständig wiedergegeben werden muss. - das weglassen ganzer teile, je nach politischer oder ideologischer einstellung des journalisten, ruft hiermit auch eine falschmeldung hervor. - wir leben in einem grossartigen land, das auf den gebieten politik, wirtschaft, sozialem zusammenhalt und hilfsbereitschaft soviel positives hervorbringt , dass hin und wieder auch hierüber berichtet werden muss - natürlich auch aus anderen ländern. wir müssen der " german angst " den boden unter den füssen wegziehen!

  • Peter Hofmann, Hamburg

    Früher war die Tagesschau der ARD für mich das Datum, nach dem sich alle weiteren Termine des Abends richten mussten. Verabredungen fanden statt "Nach der Tagesschau". Inzwischen verzichte ich immer öfter auf die Tagesschau, da mich der negative Grundtenor der Berichterstattung zu sehr deprimiert. Gelegentlich ertappe ich mich dabei, dass ich Nachrichten in den privaten Sendern sehe, wenn auch mit schlechtem Gewissen. Hier finde ich öfter als in den öffentlich rechtlichen Nachrichtenformaten auch mal neutrale und versöhnliche Themen.

    Natürlich erwarte ich eine objektive Berichterstattung über die Themen des Tages. Nur kann ich nicht mehr so klar erkennen, was das ist: objektiv. Form und Inhalt der Berichterstattung sind immer gebunden an den Berichterstatter. Dieser beeinflusst durch die Auswahl der Themen, deren Länge und Aufmachung. d.h. ich erhalte nicht die objektive Nachricht, sondern gleichzeitig zwangsläufig auch die Sicht der Redaktion/des Redakteurs auf die Welt. Inzwischen lese ich wieder mehr Tageszeitungen. Hier kann ich zumindest die Themen auswählen, die mich interessieren und die Länge der Nutzung selbst bestimmen.

  • B. Störkmann, Krefeld

    Es geht nicht um negative oder positive Berichterstattung - es geht um objektive Berichterstattung. Es geht darum Fakten korrekt wiederzugeben, Quellen zu nennen und Zusammenhänge aufzuzeigen. Um es mit Hans Joachim Friedrichs zu sagen: Distanz halten, sich nicht mit einer Sache gemein machen, weder gut noch schlecht und im Umgang mit Katastrophen nicht in öffentliche Betroffenheit versinken. Es geht doch darum den Zuschauer, Hörer oder Leser zu informieren - seine Meinung bilden muss er sich schon selber.

  • H. Schröder, Hamburg

    "Meist nur schlechte Nachrichten": Nein; "alle Nachrichten"! Wenn Journalisten nach Lösungsvorschlägen suchen halte ich das für einen Irrweg. Sie sind, obgleich sie "über" ein Thema berichten, in der Regel "keine Fachleute". Ich wünsche mir zu vielen Themen Darstellungen aus unterschiedlichen Sichtweisen. Widersprüchliche Sichtweisen oder Quellen regen mich zum Nachdenken über ein Thema an. Wenn ein Journalist mir gleich Lösungen anbietet so kann die Aussage in einigen Fällen schon an Manipulation des Lesers führen. Fazit: Kein Mensch - auch kein Journalist - hat den Stein der Weisen gefressen; daher keine Lösungsvorschläge.

  • Jürgen Ohls, Köln

    Ja. Unbedingt. Jede Erweiterung oder Verschiebung der Perspektive ist sinnvoll.

  • C. Knoop, Worpswede

    Ich möchte auf Antonowskys "Salutogenese" hinweisen und die Frage in diesem Zusammenhang stellen: Wann bleiben wir gesund? Er sagt: Wenn wir das Gefühl haben, etwas zu verstehen, zu begreifen, wenn wir das Gefühl haben, aktiv etwas handhaben zu können und wenn wir einen Sinn erkennen können, dann ist die Chance auf seelisch-geistig-physische Gesundheit groß. Andernfalls droht Lethargie, Depression, Ohnmacht und Zynismus. Und das Gefühl von Ausweglosigkeit. Menschen brauchen aber das Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit, um handlungsfähig und liebes-lebensfähig zu bleiben. Ich wünsche mir einen Journalismus der positiven Verbundenheit.

  • Susanne aus Hannover

    Journalismus ist nicht für Lösungsvorschläge verantwortlich. Er sollte unvoreingenommen, möglichst sachlich, objektiv und von allen Seiten berichten. In letzter Zeit haben meinem Empfinden nach die Deutschen Medien da überaus nach gelassen. Beispiel: Als die Flüchtlingsströme so stark los gingen und so viele Menschen kamen, gab es im Deutschen TV kaum noch Fakten. Wollte ich wirklich wissen, was gerade passiert, dann habe ich die Nachrichten auf 3sat geschaut. Was ich außerdem mittlerweile sogar richtig abstoßend finde, dass die Medien, Moderatoren etc. polarisieren, moralische Aussagen machen und eigene Meinungen anbringen, wo sie berichten und beleuchten sollten.

  • Dr. P. Guse, Melide

    Meistens sehe ich mir am Abend im Fernsehen nacheinander die Hauptausgaben der "Heute" Sendung im ZDF, der Schweizer Tagesschau und der Tagesschau der ARD an. Die ARD-Tagesschau bringt am meisten Problemberichterstattung, die Schweizer Tagesschau am wenigsten, ist am ausgewogensten, berichtet auch von erfreulichen Ereignissen sowie Wissenswertem und Interessantem im guten und schönen Sinne. Wir brauchen eine neue Ausrichtung der Berichterstattungsphilosophie der Nachrichtenredaktionen. Die derzeitige Berichterstattung ist überwiegend einseitig auf negative und skandalöse Ereignisse beschränkt. Das ist überhaupt nicht repräsentativ für die Vielzahl der täglichen Ereignisse in unserem Land, in Europa und auf der ganzen Welt. Es vermittelt dem Zuschauer ein völlig verzehrtes Bild von der Wirklichkeit.

  • Carmen Döll, Lübeck

    Ich habe heute Vormittag mit großer Freude gehört, dass NDR Info nicht mehr ausschließlich über Krisen und Probleme berichten will. Ich hatte vom "konstruktiven Journalismus" noch nichts mitbekommen. Nur insofern, dass ich eine dringende Notwendigkeit dafür sehe. Laut Frau Spiewak beschäftigt man sich nun auch mit der Frage, ob es für "das Problem" bereits Perspektiven / Lösungsansätze gebe. Und man wolle inspirieren. Finde ich großartig! Bitte gegen mögliche Widerstände weitergehen auf diesem Weg. Wir brauchen dringend mehr positive Nachrichten - Nachrichten, WIE es gehen KANN. Interessant: Frau Spiewak räumt ein, dass dieser neue Journalismus mehr Arbeit macht, denn alle, die zuarbeiten, schauen noch durch "die alte Brille". Da sag ich mal: steter Tropfen höhlt den Stein. Festhalten. Vorbild sein. Es gibt Pioniere und Follower...

  • Dr. U. Wiese, Glücksburg (1/2)

    Schauen Sie sich Ihre auf zwei Alternativen ausgerichtete Fragestellung an: "Problemberichterstattung oder Perspektiven?" - Lassen Sie einmal das Wort "Problem-" weg, da es bereits durch Vor-Sortierung eine Manipulation beinhaltet, also: "Berichterstattung oder Perspektiven?" - Jetzt wird es deutlich: Es gibt keine Alternative, da es um Berichterstattung, also objektive Darlegung von Sachverhalten geht. Das andere, die Interpretation, Einschätzung und Beurteilung ist vom Bericht zu trennen [...] Wenn es an einem Tag nur objektiv zu erfassendes Negatives zu berichten gibt, dann ist es eben so. Unerträglich wären selektive Wahrnehmung, Schönreden und nun, wie heute zu lernen, "alternative Fakten".

  • Dr. U. Wiese, Glücksburg (2/2)

    "Konstruktiver Journalismus" würde Manipulation bedeuten. [...] Objektive Berichterstattung mit sorgfältiger Recherche und stabiler Datenlage ("am Tag der Amtseinführung von B. Obama waren x Besucher zugegen, am Tage der von D. Trump y ") sollte oberstes Gebot sein und es ermöglichen, dass der Sachverhalt als solcher gar nicht mehr diskutiert werden kann.- Guter, solider Journalismus sollte insofern weiter so sein wie solide, objektive Daten akquierierende Wissenschaft.- Bewahren Sie uns also vor diesem merkwürdigen Konstrukt des " Konstruktiven Journalismus".

  • M. Kruse, Hildesheim

    Es ist gut und richtig, die ungeheuren Missstände dieser Welt zu benennen, aufzudecken und für Gerechtigkeit zu sorgen. Der Journalismus in einer / unserer Demokratie ist ein geeignetes Mittel dafür. [...] Ungefragt, zeitweise habe ich das Gefühl, dieser destruktiven Berichterstattung nicht ausweichen zu können. Doch ich habe die Wahl- den Fernseher abzuschalten[...]. Sehr gut kann ich mir vorstellen, dass Nachrichten im Radio/ Fernsehen positiv enden. Eine gute Tat / Nachricht aus der Welt, eine aus Europa und eine aus einem unserer Bundesländer. Positive Nachrichten machen auch Lust auf die Vielfalt der Welt, stimmen neugierig auf die bunten Facetten der Möglichkeit und Begegnungen.

  • R. Nacken, Helmste

    Eine Berichterstattung sollte folgendes umfassen: 1. Problemdastellung, 2. Chancen und Risiken, 3. Ggf. Handlungsbedarf bzw. Maßnahmen, 4. Erwartete Wirksamkeit oder nachgewiesene Wirksamkeit. Der Oberbegriff "Perspektive" erweitert meiner Auffassung nach die Qualität (z.B.Informationsgehalt) einer Berichterstattung. Ich möchte Sie hiermit ermuntern, machen Sie weiter - gehen Sie weiter.

  • K. Spohrs, Lehre

    Mich bedrückt die Summe der unendlichen Probleme auf der Welt sehr. Um mich zu schützen und Kraft für die von mir zu lösenden Probleme zu behalten, schalte ich sehr häufig Nachrichtensendungen mit Bildern nicht mehr ein. Sie verfolgen mich tief in den Schlaf. Nachrichten lese ich zum großen Teil nur noch. Da kann ich schnell sehen, was ich verkrafte und was nicht. Ich weiß sehr genau, dass das auch vielen meiner Bekannten so geht. Ja, der Journalismus muss sich ändern, sonst verliert er seine Zuhörer. Ja, das Grauen auf der Welt ist riesig, aber die Berichterstattung übersteigt bei weitem das, was ich am Abend vertrage.

  • E. Baum-Kittlitz, Hamburg

    Der NDR sollten faktengetreu berichten. Wenn es Positives zu vermelden gibt, umso besser; dies sollte dann nicht zugunsten einer Schreckensnachricht unter den Tisch fallen. Kritisch sehe ich oft die Interviews auf Ihrem Sender. Die Interviewer stellen ihre Fragen zu oft von der Warte dessen, der die Antwort schon weiß, sie geben dem Interviewten zu wenig Zeit sich zu erklären und unterbrechen, um die gewünschte Antwort (die sie nicht bekommen werden) zu hören. Das macht der Deutschlandfunk z.B. sehr viel besser. Davon abgesehen, ist der NDR Info meine Wahl, wenn ich schnell zur Viertelstunde das Neueste erfahren möchte.

  • M. Neumann, Hamburg

    Ich fände es sehr angenehm, wenn eher lösungs- als problemorientiert berichtet würde und wenn das Tempo der Berichterstattung zu Gunsten der Abgewogenheit und Korrektheit reduziert werden würde. Manchmal denke ich, täte mehr Gelassenheit (das ist nicht Gleichgültigkeit) und ein bisschen mentaler Abstand gut.

  • L. Straus, Berlin

    Um Gottes Willen! Bloß keine Lösungsvorschläge von Journalisten! Das wäre ja noch mehr Nanny-Journalismus. Bitte lieber Wissenschaftler aus verschiedenen Lagern einladen und diese dazu interviewen. Nicht immer die gleichen zehn Leute. Mehr nachvollziehbare Studien zu Themen von verschiedenen unabhängigen Instituten, bitte bei sogenannten Experten, Mitarbeiter interessensgeleiteter NGOs, Stiftungen und Parteistiftungen als solche benennen. Studienergebnisse auch kritisieren, konträre Meinungen zulassen. Vor allem gleichwertig auch konservativ liberale Meinungen zulassen. Und bitte bitte Meinungen klar kennzeichnen! Und vor allem Quellen angeben, Quellen angeben, Quellen angeben!! Ihre Hörer sind kein Kinder!

  • Prof. H. Schymroch, Laboe

    Only bad news are good news! Aber nur, weil viele wenig gebildete Menschen sich daran aufgeilen zu sehen, wie andere Menschen leiden oder sterben. Wenn man also Quote und dadurch Kasse machen will, muss man schlechte Nachrichte aus der ganzen Welt bringen, und wenn es auch nur drei Tote bei einem Bahnunfall in Kirgisien sind. Ich sehe mir außer lokalen keine Nachrichten mehr im Fernsehen an sondern scrolle sie am Rechner durch und wähle was ich sehen will.

  • H. Leinemann, Kiel

    Ja, der Journalismus muß konstruktiv (-er, am -sten) werden, denn Mißstände bestehen immer in einem Zusammenhang mit anderen Situationen; aus dem Zusammenhang gerissen, sind Mißstände nur noch Geschosse gegen irgendetwas/irgendjemanden, d. h. man befindet sich im Krieg, den irgendeine Seite gewinnen MUSS - und die andere verlieren muß. - Will man jedoch nicht gegeneinander Krieg führen, keine Verlierer produzieren, sondern miteinander zu einer besseren Lösung kommen, müssen auch Mißstände im Zusammenhang gesehen werden, also auch dem, daß Lösungsmöglichkeiten vorgestellt werden, die in einen Gedankenaustausch mit den Lesenden führen.

  • A. Tanas, Köln

    Negative Nachrichten sorgen für Frustration und Perspektivenlosigkeit und das mündet in Hass und Verzweiflung. Und in einem Rechtsruck, weil ohnehin "alles den Bach runter geht". Ich bin dafür, dass mindestens die Hälfte der News positive Nachrichten sein sollten.

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Dieses Thema im Programm:

Redezeit | 23.01.2017 | 06:55 Uhr

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