"Wagner-Wahn"-Zyklus endet am Wochenende
Ob Opernhäuser oder Verlage, ob CD-Labels oder Radioprogramme - der 200. Geburtstag von Richard Wagner treibt die Musikwelt um. Die Staatsoper Hamburg hatte sich aus diesem Anlass etwas ganz Besonderes vorgenommen: Sie zeigt alle zehn Hauptwerke des Komponisten - "Wagner-Wahn" innerhalb von drei Wochen. 16.266 Opernfans sahen die Aufführungsserie, die am 2. Juni mit der "Götterdämmerung" endete. Für die zehn Vorstellungen reisten Wagner-Freunde aus 30 verschiedenen Ländern nach Hamburg, darunter Gäste aus Argentinien, Japan, Russland und den USA.
Angela Denoke und Klaus Florian Vogt über ihre "Wagner-Erlebnisse"
- 22.05.2013 11:10 Uhr - Autor/in: Mende, Hans-Jürgen
Die beiden Wagner-Interpreten Angela Denoke und Klaus Florian Vogt erzählen von ihren persönlichen Wagner-Erlebnissen.
Inszenierungen namhafter Regisseure
"Wagner-Wahn" an der Staatsoper Hamburg - 61 Kilogramm bringen allein die Partituren auf die Waage. Reine Spieldauer aller zehn Werke: 39 Stunden und 45 Minuten, 1.234 Kostüme waren im Einsatz. Zu dem Spektakel waren Opernfans aus aller Welt nach Hamburg gereist.
Tatsächlich ist es sehr selten so, dass ein Opernhaus alle Hauptwerke Wagners im Repertoire hat, und das auch noch in Inszenierungen namhafter Regisseure, so wie in Hamburg: sei es der "Tannhäuser", inszeniert von Harry Kupfer, "Der Fliegende Holländer" in der Regie und im Bühnenbild von Marco Arturo Marelli oder die schon legendäre Deutung von "Tristan und Isolde" durch Ruth Berghaus aus dem Jahr 1988.
Intendantin der Staatsoper Hamburg und Hamburgische Generalmusikdirektorin Simone Young atand bei allen "Wagner-Wahn"-Aufführungen selbst am Pult.
Robert Wilson inszenierte "Parsifal" und Peter Konwitschny war gleich im "Wagner-Wahn"-Zyklus zweimal vertreten mit viel diskutierten Arbeiten: mit "Lohengrin" und "Die Meistersinger von Nürnberg". Hinzu kam: "Der Ring des Nibelungen", inszeniert von Claus Guth, einem der gefragtesten Opernregisseure der jüngeren Generation.
"Wagner-Wahn": Zehn Werke in drei Wochen
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Mit Teil vier von Wagners Nibelungen-Werken, der "Götterdämmerung," endete die Aufführungsserie des "Wagner-Wahns" in Hamburg 2013.
"Tristan und Isolde" - Die Staatsoper Hamburg nimmt in dieser Spielzeit die legendäre Inszenierung von Ruth Berghaus aus dem Jahre 1988 wieder auf.
Ein Seemann ist dazu verdammt, über die Meere zu fahren, bis die Liebe einer Frau ihn erlöst. 1996 inszenierte Marco Arturo Marelli Wagners "Der fliegende Holländer". Auch das Bühnenbild stammt von Marelli.
Peter Konwitschny war im "Wagner-Wahn" gleich zweimal vertreten: Neben "Lohengrin" zeigt die Staatsoper Hamburg auch seine Inszenierung der "Meistersinger von Nürnberg" aus dem Jahr 2002. Startenor Klaus Florian Vogt sang Walther von Stolzing.
"Parsifal" wurde in der legendären Inszenierung des amerikanischen Regisseurs Robert Wilson aus dem Jahr 1991 gezeigt. Schlichte Ausstattung, mystische Beleuchtung - schon bei vorherigen Wiederaufnahmen war das Publikum begeistert.
1990 führte Harry Kupfer Regie für den "Tannhäuser", den das Opernhaus nun wieder zeigte. Petra Maria Schnitzer übernahm die Partie der Elisabeth und der Venus, den beiden Frauen, zwischen den Tannhäuser sich nicht entscheiden kann.
Richard Wagners Opernzyklus "Der Ring des Nibelungen" besteht aus insgesamt vier Teilen. "Das Rheingold", erster Teil des "Ring"-Zyklus, inszeniert von Claus Guth, wurde Ende Mai gezeigt.
Szene aus "Die Walküre", zweiter Teil des "Ring"-Zyklus in der Regie von Claus Gluth. Linda Watson übernahm die Brünhilde in allen vier Teilen.
Szene aus "Siegfried". Christian Franz stand als Loge, Siegmund und Siegfried in allen vier "Ring"-Teilen auf der Bühne.
Mit "Lohengrin" in der Inszenierung von Peter Konwitschny begann die Aufführung der zehn Hauptwerke Richard Wagners an der Staatsoper Hamburg.
Mit "Lohengrin" in der Inszenierung von Peter Konwitschny begann die Aufführung der zehn Hauptwerke Richard Wagners an der Staatsoper Hamburg.