NDR Kultur - Hören und Genießen
Das Kulturprogramm für Deutschlands Norden im Radio. mehr
Vorgestellt von Margarete Zander
Wie klingen die Sterne? Gibt es einen Klang des Weltalls? Daniel Hopes neues Album führt in die Galaxien. "Spheres" heißt es und versammelt Werke vom Barock bis zur Gegenwart.
Als Kind war Daniel Hope fasziniert von von Carl Sagan, einem berühmten Astronom und Physiker.
"Ist da draußen etwas? Ich fände es schön", erklärt Hope und zeigt das Staunen eines Kindes, wenn er das sagt. "Den Begriff Sphärenmusik habe ich mit acht Jahren zum ersten Mal gehört, und zwar von Carl Sagan. Sagan war ein Astronom und Physiker, und als kleiner Junge war ich komplett fasziniert davon und habe draußen immer den Mond und die Sterne angeschaut. Er war befreundet mit Yehudi Menuhin, er war in Gstaad, und es gab ein Treffen. Er war ein extrem freundlicher, interessierter Mann und ich ein wilder kleiner Junge."
Mit seinen Fernsehsendungen in der BBC und seinen Büchern hat der amerikanische Astrophysiker Sagan Millionen begeistert. Seine Blicke in die Sterne waren beliebte Abenteuerreisen.
Als Hope im letzen Jahr eine Radiosendung zum Thema Sphärenmusik hörte, da war plötzlich all die Faszination von damals wieder da und das Thema für die neue CD geboren. "Ich liebe den Gedanken", so Hope, "dass etwas, was nicht erklärbar ist, wie die Musik, was aus einer anderen Welt kommt, was so eine Magie hat, und trotzdem laut Pythagoras, laut Kepler, eine absolute Begründung in Formel und Existenz hat. Die erste Idee, die ich dabei hatte, war: Wie kriege ich eine Verbindung zwischen der Sphärenmusik und der Musik von heute? Gleich als erstes war mein Vorschlag, nur neue Komponisten zu nehmen und sie etwas schreiben zu lassen."
Spheres
Werke von Johann Paul von Westhoff, Ludovico Einaudi, Philip Glass, Gabriel Fauré, Jean Baptiste (de) Racine, Lera Auerbach, Arvo Pärt, Elena Kats-Chernin, Alex Baranowski, Gabriel Prokofiev, Max Richter, Alex Baranowski, Aleksey Igudesman
Interpreten: Daniel Hope (Violine), Jacques Ammon (Klavier), Chié Peters (Violine), Juan Lucas Aisemberg (Viola), Christiane Starke (Violoncello), Jochen Carls (Kontrabass)
Deutsches Kammerorchester Berlin, Mitglieder des Rundfunkchors Berlin
Leitung: Simon Halsey
Gemeinsam mit dem Dirigenten Simon Halsey entwickelte er einen Spannungsbogen von der Renaissancemusik über Michael Nyman und Arvo Pärt bis zu Ludovico Einaudi. Dabei blieb nicht alles in einem watteweichen Echo-Klangraum. "Der Text bei Fauré handelt vom ewigen Licht, es geht also um das Außerirdische", erklärt Hope. "Aber es war auch eine sehr persönliche Sache, weil ich dieses Werk selber im Chor gesungen habe, ich habe dieses Stück immer geliebt."
Die meisten Titel dieser CD bewegen sich in der Sprache und Ästhetik von Filmmusik, von den Mitwirkenden intensiv ausgestaltet. Aber das Programm wirkt ein bisschen zusammengewürfelt und musikalisch nicht so in der Tiefe der Sphären, wie man es sich vorstellen könnte. Diese CD ist für den Geiger "die Zündung für eine Idee, die dann ein Leben nach sich hat."

Daniel Hope