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Aus gesundheitlichen Gründen nimmt der deutsche Bassbariton Thomas Quasthoff Abschied von der Bühne. Das teilte das Management des 52-Jährigen am Mittwoch in Wien mit. Quasthoff selbst erklärte zu seinem Rückzug: "Ich habe mich entschlossen, mich nach fast 40 Jahren aus dem Konzertleben zurückzuziehen, weil es mir meine Gesundheit nicht mehr erlaubt, dem Anspruch, den ich immer an mich selbst und an die Kunst gestellt habe, gerecht werden zu können."
Quasthoff gehört zu den profiliertesten Konzertsängern weltweit. "Ich habe dem Beruf sehr viel zu verdanken und gehe ohne Bitterkeit." Nun freue er sich auf "neue Herausforderungen" in seinem Leben. So wolle er sich künftig intensiv dem Sängernachwuchs widmen und wie bisher an der Hochschule für Musik sowie bei internationalen Meisterkursen unterrichten. Zudem werde im Rahmen der neuen Reihe "Thomas Quasthoffs Nachtgespräche" als Sprecher bei Lesungen und am Konzerthaus Berlin auf der Bühne zu sehen sein.
9.11.1959 geboren in Hildesheim, private Gesangsausbildung in Hannover
1988 Erster Preis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD
1999 Umjubelter Auftritt in der Carnegie Hall, New York, mit Schuberts "Winterreise"
2000 Erster Grammy für das Album "Des Knaben Wunderhorn" -
2003 Operndebüt in "Fidelio" bei den Salzburger Osterfestspielen
2004 Echo Klassik der Deutschen Phonoakademie
2005 Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
2007 Bestseller-Jazz-Album "Watch What Happens"
2009 Herbert-von-Karajan-Musikpreis, Baden-Baden
Seit 2004 Professur Musikhochschule "Hanns Eisler" Berlin
Quasthoff, der mit einer Contergan-Schädigung geboren wurde, blickt auf eine beispiellose Karriere zurück. Obwohl er wegen seiner Contergan-geschädigten kurzen Arme und Beine zunächst nicht Musik studieren durfte, setzte er sich mit seinem warmen Bassbariton als Sänger durch. Im Lauf seiner langjährigen Karriere erhielt er unter anderem den Karajan-Musikpreis, mehrere Klassik-Echos und drei Grammys. Quasthoff arbeitete unter anderem mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, James Levine und Zubin Mehta zusammen. Zudem unterrichtet er Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Wegen einer Kehlkopfentzündung musste er im vergangenen Jahr aber bereits viele Auftritte absagen.