Klassische Musik
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Xuefei Yang, Gitarre
Elias String Quartet
Die Gitarristin Xuefei Yang hat Bachs Werke selbst bearbeitet.
Für den einen oder anderen unter uns steht die Gitarre sicherlich für Lagerfeuer-Romantik. Jeder kennt sie zumindest dem Klang nach, und einige hat sie womöglich zum Erlernen eines Instrumentes animiert, um beim geselligen Beisammensein für Musik sorgen zu können. Ganz anders in China: Dass Xuefei Yang Gitarre lernen wollte, stellte sie eher vor Hindernisse. Die Eltern waren wenig begeistert von der ungewöhnlichen Instrumentenwahl, und an den Musikschulen wurde Gitarrenunterricht nicht angeboten.
Doch Yang hat sich nicht beirren lassen und einen Weg gefunden. Inzwischen ist sie eine vor allem in England bekannte Gitarristin, die beim Label EMI unter Vertrag ist und dort ihre vierte CD veröffentlicht hat mit Transkriptionen von Bachs Konzerten für Geige und für Cembalo.
Wenn Bach die Gitarre gekannt hätte, es sie zu seiner Zeit also schon gegeben hätte, womöglich hätte Bach einige seiner Konzerte für dieses Instrument komponiert oder bearbeitet, sagt Yang. Und tatsächlich ist der gezupfte Klang der Gitarre nahe am Cembaloklang, bei der die Saiten durch den Tastenanschlag angerissen - mit anderen Worten: gezupft - werden.
Leichtfüßig und sehr tänzerisch kommt Yangs Bach daher. Es sind ihre eigenen Bearbeitungen. Vorbild waren ihr die Transkriptionen, die Bach selbst von seiner Musik angefertigt hat. Seine Werke für Violine beispielsweise, die auch auf der Flöte, der Laute oder dem Cembalo gespielt werden konnten. Und so fand Yang heraus, dass sein d-Moll Konzert für Cembalo wohl auf ein verschollenes Violinkonzert zurückgeht.
Dicht und intensiv gestaltet Yang die langsamen Sätze. Sie versinkt geradezu in ein enges Zusammenspiel mit dem Elias Quartett aus London, das den Orchesterpart übernimmt und mit dem die junge, in Großbritannien lebende Chinesin viel ausprobiert hat, um gelungene Transkriptionen zu finden.
Ein Hauch von spanischem Flamenco weht durch Bachs Violinkonzerte. Doch das schadet ihnen keineswegs. Yang beweist Stil durch ihre Phrasierungen. Sie betont die spannungsreichen Seufzer und die tänzerischen Elemente der Musik und beruft sich zudem auf die Umarbeitungen für Laute, dem Instrument, das man als Vorläufer der Gitarre bezeichnen könnte.
So schön sie auch musiziert sind - die Solostücke, die Yang bearbeitet hat, klingen leider etwas kitschig - etwa das berühmte Air oder das C-Dur Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier.
Doch so ist für jeden Geschmack etwas dabei und geschmackvoll arrangiert sind diese Klassiker allemal.

Xuefei Yang