Klassische Musik
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Klaus Florian Vogt und das Orchester der Deutschen Oper Berlin
Leitung: Peter Schneider
Als vor zwei Jahren auf dem Grünen Hügel in Bayreuth Jonas Kaufmann erstmals den Lohengrin gesungen hat, war der Hype gigantisch. Alle erwarteten Wunder von dem dunkel gelockten Kaufmann, der schon fast als Sexidol der Opernbühne gehandelt wird.
Als dann im vergangenen Jahr der norddeutsche Klaus Florian Vogt die Partie bei den Bayreuther Festspielen übernahm, fürchteten viele, das sei ein künstlerischer Verlust. Das Gegenteil war der Fall: Vogt gilt vielen längst als der beste Lohengrin, der derzeit zu erleben ist. Der Schwanenritter mit der ätherischen Aura gilt als seine Paraderolle. Nun hat er ein ganzes Album herausgebracht, das dem Heldentum gilt. Und natürlich singt er auch hier die Gralserzählung.
Vogt ist einer der wenigen Tenöre, die auch im dritten Akt des Lohengrin noch in der Lage sind, ein fantastisches Piano zu singen. Er suggeriert, nach all den Turbulenzen des vorangegangenen dramatischen Opernabends, allein mit seiner sanften, schlanken Stimme die Aura der mystischen, weit entfernten Gralswelt.
Während Vogt sich im vergangenen Sommer auf sein Bayreuther Lohengrin-Debüt vorbereitete, unternahm er einen kleinen Ausflug in die Deutsche Oper Berlin, um dort das Konzert zu geben, das nun als Mitschnitt vorliegt: "Helden" nennt er das Album, auf dem er nicht nur Wagner singt, sondern auch Mozarts Tamino, Lortzings Zar, Flotows Lionel. Den Heldenbegriff fasst Vogt da ziemlich weit. Falls er von ihm stammt - möglicherweise stecken ja auch die Marketingstrategien seiner Manager dahinter, die Vogt zum Helden der Opernwelt stilisieren wollen. Ob das gelingt, bleibt dem Empfinden des Publikums überlassen - denn der kraftstrotzende, virile Kerl ist Vogt nicht.
Vogt singt mit einer sehr schlanken, jugendlichen, fast naiven Stimme. Das passt auf manche Rollen perfekt. Bei anderen könnte man sich schon eine farben- und nuancenreichere, lebenserfahrenere Stimme vorstellen. Wenn Webers Max im Freischütz buchstäblich höllische Qualen durchleidet, mit dem Satan zu tun hat, sein Leben retten muss - dann kann Vogts Stimme zu schlicht wirken.

Klaus Florian Vogt