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Werke von Diamond, Foote, Barber, Schuman
do.gma Chamber Orchestra
Leitung: Mikhail Gurewitsch
Im Jahr 1995 haben mehrere Filmregisseure das Manifest "Dogma 95" veröffentlicht, in dem sie sich gegen unnötige Effekte und technische Raffinessen, gegen eine Entfremdung des Kinos von der Wirklichkeit wandten. Der Geiger Mikhail Gurewitsch übertrug diese Ansichten auf das Musikgeschäft: Alle marktschreierischen Tendenzen, Hochglanz-Cover und dergleichen mehr sind ihm ein Dorn im Auge. Als er 2004 ein Streichorchester gründete, gab er ihm - in Anlehnung an das Film-Manifest - den Namen "do.gma chamber orchestra". Nun hat das Orchester seine zweite Einspielung vorgelegt - mit ausschließlich amerikanischen Werken.
Die großen amerikanischen Komponisten haben alle eines gemeinsam: Der Großteil ihrer Schaffenszeit fällt ins 20. Jahrhundert. Die klassische Musik hat also in Amerika noch eine relativ junge Tradition. Aus diesem Repertoire hat das do.gma Chamber Orchestra nun ein abwechslungsreiches Programm gestrickt.
Für keinen Geringeren als den Dirigenten Dimitri Mitropoulos schrieb David Diamond im Jahr 1944 sein Stück "Rounds", ein dreisätziges Werk, das auf Kanonformen im England des 16. Jahrhunderts zurückgreift.
Arthur Foote ist der älteste Komponist auf dieser CD. Er nahm noch Unterricht bei Stephen Heller und reiste 1876 eigens zu Eröffnung der Festspiele nach Bayreuth. Seine "Suite" ist dreiteilig. Nach einem eher traditionell gehaltenen Präludium folgt ein ausschließlich gezupftes Intermezzo.
William Schuman leitete mehr als ein Jahrzehnt lang die renommierte Juilliard School, später das Lincoln Center - zwei kulturelle Hochburgen in New York. Seine 5. Sinfonie schrieb er ausschließlich für Streicher. Im Mittelpunkt steht der langsame, trauerbehaftete Mittelsatz.
Einer der bekanntesten amerikanischen Komponisten ist Samuel Barber. Neben dem Adagio for Strings spielt das do.gma-Orchester dessen Opus 1, eine Serenade. Hier sind die Qualitäten des Ensemble geradezu exemplarisch eingefangen: ein perfektes Zusammenspiel und Nuancenreichtum bis in kleinste Schattierungen, vor allem in den leisen Regionen.
Das do.gma-Kammerorchester mit seinem Geige spielenden Leiter Mikhail Gurewitsch findet eine gelungene Balance aus Hingabe und Zurücknahme, aus Risikobereitschaft und Präzision. Hier wird betont durchsichtig und variabel musiziert. Die jazzigen Elemente fliegen einem furios um die Ohren, die rhythmischen Strukturen klingen locker wie aus dem Handgelenk gespielt. Diese Einspielung beweist, wie wenig wir (noch) mit der klassischen amerikanischen Musik vertraut sind.

do.gma Chamber Orchestra