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Vorgestellt von Magdalene Melchers
"Don't worry, be happy" - seit dieser unwiderstehlichen Aufforderung von 1988 steht der Name Bobby McFerrin für unverwechselbare Vokalkunst. Mit seinem neuen Album "Spirityouall" lädt der gebürtige New Yorker dazu ein, Lieder zu hören, die seine Kindheit prägten.
Ohne den Glauben könne er nichts, meint Bobby McFerrin: "Der Grund, warum ich überhaupt singe, ist Jesus."
Das neue Album von Bobby McFerrin gleicht einem gesungenen Gebetbuch. "Spirityouall" erzählt von der Kraft des Glaubens, von Gottvertrauen und der Magie der Musik.
Das Booklet ergänzt die musikalischen Eindrücke um sehr persönliche Statements. Die Psalmen in der Bibel seien wie ein Songbook. Ohne seinen Glauben, so beschreibt es McFerrin, könne er nichts. Er könne nicht die Augen öffnen, nicht laufen, nicht sprechen und nicht singen.
Stilistisch widmet sich das Album Spirituals, Jazz, Blues - doch McFerrin verwandelt hinlänglich bekannte Titel in neue Klangerlebnisse. "Mein Vater war der erste afroafrikanische Sänger an der Metropolitan Opera", erzählt der Sänger. "Deswegen habe ich viel Verdi, Mozart und Beethoven gehört, aber auch Gershwin, Count Basie und Ella Fitzgerald. Das ist, als würde man in der Schweiz aufwachsen: Der Vater spricht Italienisch, die Mutter Französisch, die Tanten Deutsch und die Onkel Italienisch. Dann ist es selbstverständlich, die Sprachen zu hören und zu sprechen. Und so ist das bei mir mit Klassischer Musik und Jazz."
Von Paulchen Panther zu Air von Bach, von diffiziler Tongestaltung bis hin zu improvisatorischen Meisterleistungen bietet die Stimme von McFerrin Facetten, die zeitlos klingen und verklingen.
"Spirityouall" ist eine Einladung, sich begeistern zu lassen von der Verschmelzung gleichgesinnter Musiker in Kompositionen und Inspirationen, besonders im Duett mit der Bassistin und Sängerin Esperanza Spalding. Der Stimmakrobat Bobby McFerrin betont mit seinem neuen Album, wo er verankert ist. "Der Grund, warum ich überhaupt singe, ist Jesus", bekennt McFerrin. "Ganz oft stelle ich mir vor, er säße im Publikum, und ich singe für ihn. Darum geht es für mich."

Bobby McFerrin