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Es war ihr einziges Konzert in diesem Jahr. Anna Netrebko und Erwin Schrott haben in der Hamburger Laeiszhalle am Dienstag Arien und Duette aus Oper, Operette und Musical präsentiert. Begleitet wurden sie von den Hamburger Symphonikern unter der Leitung von Claudio Vandelli.
Besonders die Duette der beiden Opernstars waren beim Publikum beliebt.
Lindgrün, hell, schulterfrei das Kleid vor der Pause, leuchtend rot im zweiten Teil. Dunkel, kraftvoll, mit so viel Erotik das Timbre ihres Soprans - wer das Glück hat, Anna Netrebko live zu erleben, der versteht den Zauber dieser Sängerin und ihre phänomenale Karriere. Gleich mit ihren ersten Tönen beim Hamburger Gastspiel hatte die russische Künstlerin ihr Publikum gefangen.
Mal charmant tänzelnd wie in Luigi Arditis "Kusswalzer", mal hoch-virtuose Koloraturen wie in Donizettis "Liebestrank" oder lange, lyrisch-spannungsvolle Melodien voller Intensität wie bei Puccinis "O mio babbino caro" oder Dvoraks "Lied an den Mond". Anna Netrebko fasziniert und überzeugt nach wie vor mit technischer und musikalischer Souveränität. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dieses Niveau über so viele Jahre zu halten!
Leidenschaft und Erotik zeichnen das Timbre von Anna Netrebkos Sopran aus.
Charme, Witz und Erotik hat der uruguayische Bassbariton Erwin Schrott mindestens genauso viel wie Anna Netrebko. Wie er bei seinen Auftritten als Leporello aus Mozarts "Don Giovanni" oder als Mephisto aus Gounods "Faust", oder als Dulcamara in Donizettis "Liebestrank" einerseits Komik, andererseits Diabolik herüberbrachte, das war schon gekonnt, Spiellust inklusive.
Erwin Schrott hat einen Bassbariton zum Verlieben, den er technisch souverän führt. Alles kann er mit seiner Stimme machen. Nur manchmal machte er ein bisschen zu viel. Es wäre nicht nötig gewesen, man glaubt ihm sofort, dass er ein exzellenter Sänger ist. Weniger wäre an diesem Abend manchmal mehr gewesen! Das gilt übrigens auch für Dirigent Claudio Vandelli, der die Hamburger Symphoniker ziemlich anheizte.
Das Paar erntete viel Applaus in Hamburg.
Am besten kamen die Duette an: Lehars "Lippen schweigen" oder Gershwins "Porgy and Bess". Es spielt wohl eine Rolle zu wissen, dass Anna Netrebko und Erwin Schrott nicht nur ein Paar auf der Bühne, sondern auch im Leben sind. Die Stimmung in der Hamburger Laeiszhalle war jedenfalls blendend, das Publikum war aus dem Häuschen, nicht nur weil Anna Netrebko und Erwin Schrott sogar eine kleine Walzer-Einlage tanzten.