Verkehrsmeldungen für Niedersachsen
Staus, Baustellen, Gefahrenhinweise - die aktuelle Verkehrslage mehr
Schon heute sind mehr als zwei Millionen Menschen auf Pflege angewiesen.
Deutschland altert - immer mehr Menschen sind pflegebedürftig. Heute sind es rund zwei Millionen, in 20 Jahren werden über drei Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein. Schon jetzt klagen Heime über Kostendruck und Personalnot. Viele Familien haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie ihre Angehörigen in ein Heim bringen. Die Pflege zu Hause überfordert dagegen vielfach. Wie lässt sich der Pflegenotstand aufhalten? Darüber diskutiert Pastor Jan Dieckmann mit seinen Gästen bei Tacheles TV am 20. Juni aus der Marktkirche Hannover.
Der württembergische Landesbischof Frank O. July fordert mehr Geld für Pflegeinrichtungen.
Der Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank July, fordert: "Es muss endlich ein Ruck für die Pflege durch die Gesellschaft gehen." July beklagt die unzureichende finanzielle Ausstattung von Pflegeeinrichtungen - zwei von drei Diakonieeinrichtungen schrieben rote Zahlen. Schuld daran sei auch der Kostendruck der Kassen.
Die Journalistin Anette Dowideit kritisiert dagegen die Heimbetreiber, denen es nur um "Profit auf Kosten alter Menschen" ginge. Nach Recherchen in zahlreichen Heimen kommt sie zu dem Schluss: "Wir leisten uns in einem reichen Land wie Deutschland keine menschenwürdige Pflege."
Dem widerspricht Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Trotz aller Mängel verfüge Deutschland über eines der besten Pflegesysteme weltweit. "Durch das neue Pflegegesetz werden pflegende Angehörigen aufgewertet."
Pflegebedürftigkeit werde zu häufig auf den Kostenfaktor reduziert, sagt Heiner Geißler.
Der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler ist einer der profiliertesten Sozialpolitiker Deutschlands. In den 1970er-Jahren gründete er in Rheinland-Pfalz die bundesweit ersten Sozialstationen - und war später maßgeblich an der Einführung der Pflegeversicherung beteiligt. Geißler kritisiert, das Thema Pflegebedürftigkeit werde zu häufig auf den Kostenfaktor reduziert.
Martina Rosenberg pflegte neben ihrem Beruf ihre demenzkranke Mutter. In dem Buch "Mutter, wann stirbst du endlich?" beschreibt sie, wie sie an der Belastung fast zerbrach. Ihr Vorwurf: Politik und Gesellschaft lassen pflegende Angehörige allein.
Donnerstag, 20. Juni 2013
Beginn: 19.00 Uhr
Einlass: 18.00 Uhr
Ort der Veranstaltung:
Marktkirche
Hanns-Lilje-Platz 2
30159 Hannover
Sendetermine auf Phoenix:
Sonntag, 23. Juni, um 13 und 24 Uhr
Sonntag, 30. Juni, um 17 Uhr
Pastor Jan Dieckmann moderiert "Tacheles - Talk am roten Tisch". Fernsehpastor Jan Dieckmann ist das Gesicht von "Tacheles". Der kameraerfahrene Seelsorger macht sich stark für einen offenen Dialog, bei dem religiöse und kulturelle Unterschiede deutlich angesprochen werden. "Nur so können wir Vorurteile überwinden und zum friedlichen Miteinander kommen", sagt der Moderator von Tacheles.
Streitbare Gespräche in Deutschlands ältestem Fernsehstudio: Prominente, Fachleute und Betroffene reden Tacheles miteinander, am roten Tisch in der Marktkirche in Hannover. Bei Tacheles geht es seit 1999 um brisante Themen und unterschiedliche Werte. Ab sofort können die Zuschauer im Anschluss an die Fernsehaufzeichnung auch ihre eigenen Fragen an die prominenten Gäste richten. "Tacheles" setzt auf eine Streitkultur, die ohne verbale Tiefschläge, aber deutlich in der Sache auf eine Klärung brisanter Streitfragen zielt.
Diskussionsrunde bei Tacheles
Phoenix, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, überträgt die Debatten bundesweit. Im Internet unter www.tacheles.tv, in der "Evangelischen Zeitung" und in weiteren Kirchenzeitungen sind sie auszugsweise nachzulesen, bei NDR Info zu hören.