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Ein Organspendeausweis kann leben retten.
In Deutschland warten 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan. Täglich sterben drei Menschen, die vergeblich gewartet haben. Jetzt befasst sich der Bundestag mit Organspenden. Tacheles fragt: Ist eine Organspende gelebte Nächstenliebe? Ist es richtig, einem sterbenden Menschen, dessen Herz noch schlägt, Organe zu entnehmen, damit andere Menschen leben können? Oder hat jeder Mensch das Recht auf einen unversehrten Tod?
Der evangelische Landesbischof Friedrich Weber wirbt für die Organspende. Sie könne ein Zeichen der Nächstenliebe sein. Allerdings habe niemand Anspruch auf ein Spenderorgan.
Renate Greinert hatte in die Organentnahme ihres Sohnes eingewilligt, nachdem dieser verunglückt war. Seitdem kritisiert sie Organspende: "Mein Sohn war ein Mensch, ein Individuum, keine Sache und erst recht kein Recycling-Gut.", sagt sie heute.
Der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Frank Ulrich Montgomery, sieht das ganz anders. Er möchte die Menschen davon überzeugen, "dass sie, wenn das Leben zu Ende ist, anderen mit einer Organspende zum Leben verhelfen können."
Dr. Paolo Bavastro wendet sich gegen Organspende: Durch die medizinisch hoch umstrittene Definition des Hirntods würden Sterbende zu Toten erklärt. "Diese Definition muss dringend überholt werden", sagt er. Deshalb nennt der Kardiologe aus Stuttgart Organspende "Tötung".
Marc Bargmann hat von einem Spender eine Lunge und ein Herz erhalten und kann dank der Transplantation seine Kinder aufwachsen sehen: "Für mich ist das ein geschenktes Leben."
Sendetermine auf Phoenix
15. April um 13 Uhr und 24 Uhr
Pastor Jan Dieckmann moderiert "Tacheles - Talk am roten Tisch". Fernsehpastor Jan Dieckmann ist das Gesicht von "Tacheles". Der kameraerfahrene Seelsorger macht sich stark für einen offenen Dialog, bei dem religiöse und kulturelle Unterschiede deutlich angesprochen werden. "Nur so können wir Vorurteile überwinden und zum friedlichen Miteinander kommen", sagt der Moderator von Tacheles.
Darüber, ob sich jeder selbst der nächste ist, diskutiert die Runde bei Tacheles TV.
Streitbare Gespräche in Deutschlands ältestem Fernsehstudio: Prominente, Fachleute und Betroffene reden Tacheles miteinander, am roten Tisch in der Marktkirche in Hannover. Bei Tacheles geht es seit 1999 um brisante Themen und unterschiedliche Werte. Ab sofort können die Zuschauer im Anschluss an die Fernsehaufzeichnung auch ihre eigenen Fragen an die prominenten Gäste richten. "Tacheles" setzt auf eine Streitkultur, die ohne verbale Tiefschläge, aber deutlich in der Sache auf eine Klärung brisanter Streitfragen zielt.
Phoenix, der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF, überträgt die Debatten bundesweit. Im Internet unter www.tacheles.tv, in der "Evangelischen Zeitung" und in weiteren Kirchenzeitungen sind sie auszugsweise nachzulesen, bei NDR Info zu hören.