Unsere Glocken im Norden
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Pfarrer Lars Bratke liebt an "seiner" Kirche die Norddeutsche Schlichtheit.
Seit Jahren kämpfen die Kirchen gegen sinkende Mitgliederzahlen. Viele Gotteshäuser mussten geschlossen, anderweitig genutzt oder gar abgerissen werden. Umso verwunderlicher ist es, dass im Urlauberort Schillig, nördlich von Wilhelmshaven, die katholische Kirche gerade einen Neubau fertig gestellt hat.
Kirche St. Marien
Wind und Wetter hatten den Kalksandstein der alten St.-Marien-Kirche zerstört. Entstanden ist jetzt nicht irgendeine neue Kirche, sondern eine mit ganz besonderer Architektur. Das neue Bauwerk ist beeindruckend und - etwas ungewöhnlich für eine Kirche. Es ist alles Andere als pompös. Vor allem der Innenraum besticht durch seine Schlichtheit: Geformt wie ein Kreuz mit runden Ecken, weiß und hell mit Bänken aus heller Eiche, die beinahe kreisförmig vor dem ebenerdigen Altar stehen. Auf Ornamente, eine Hochkanzel und sogar einen Beichtstuhl haben die Planer verzichtet. Gebeichtet werden kann jedoch trotzdem, in einem eigenen Beichtzimmer.
4,7 Millionen Euro hat der Bau gekostet. Eine stolze Summe für den winzigen Küstenort mit gerade mal 116 Einwohnern; Zumal er protestantisch geprägt ist. Doch hier steht eine so genannte "Urlauberkirche". 1,2 Millionen Gäste übernachten jedes Jahr in Schillig. Da bleibt die Kirche - zumindest in den Sommermonaten - selten leer.