"Den lieben Gott wird das cool lassen"
Die Piusbruderschaft hat mit Gebeten gegen das Theaterstück "Gólgota Picnic" protestiert. mehr
"Wie könnte Verständigung von Kulturen und Religionen im Großen und Kleinen möglich sein?“ Die Frage hat Gotthold Ephraim Lessing vor über 200 Jahren gestellt - und die Frage ist bis heute nicht so richtig beantwortet. Im Hamburger Thalia-Theater laufen seit dem 18. Januar die Lessingtage. Ein internationales Theaterfestival zum Thema Toleranz, Religion.
Szene aus "Gólgota Picnic": Das Gastspiel des Centro Dramático Nacional (Madrid) und des Théâtre Garonne (Toulouse) sorgt für Protest.
Für heute Abend ist ein Spektakel angesagt. Auf der Bühne "Gólgota Picnic" von Rodrigo Garcia, vor dem Theater eine Protestdemo der Pius-Bruderschaft: Piusbruder Steiner hat eine Mahnwache und eine Gebetskundgebung für heute Abend angekündigt, sollte das Stück nicht abgesetzt werden. Volksverhetzung, Blasphemie und Pornografie werfen die frommen Brüder dem Stück vor: "Eine fast barbusige Frau nimmt eine Kreuzigungspose ein. Das ist eine bewusste Pervertierung und für uns Christen mehr als verletzend", wird Pater Andreas Steiner zitiert.
Verklagen will die Bruderschaft das Thaliatheater außerdem. Das Gute in unserem Land ist ja: Niemand muss sich das ansehen und seine empfindsame religiöse Seele drastischen Eindrücken aussetzen. Aber wer möchte, kann es sich ansehen, Religionskritik ist erlaubt. Vielleicht wäre es schlauer, sich das Stück anzusehen und das anschließende Gesprächsangebot wahrzunehmen?
Das käme der Frage von Lessing etwas näher: "Wie könnte Verständigung von Kulturen und Religionen im Großen und Kleinen möglich sein?"