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Das Kirchenlexikon - N wie Nahtoderfahrung

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Ich war vor vier Jahren sehr krank; Ich bin dann ins Koma gefallen und zurückgeholt worden. Und in dieser Zeit war ich "nahtod". Ich bin geschwebt und habe alles von oben mit angeschaut. Das ist mein Problem: Wie kann ich mit dieser Erfahrung zurecht kommen?

Ein Nahtod-Erlebnis ist tatsächlich etwas, das einen Menschen komplett aus der Bahn werfen kann. Wenn Menschen für kurze Zeit klinisch tot sind - z.B. bei einer Operation oder bei einem Unfall - dann erleben sie oft Seltsames. Weltweit berichten Menschen darüber, und es sind ganz ähnliche Erfahrungen: Sie schweben z.B. unter der Decke und sehen sich auf dem OP-Tisch liegen. Oder sie gehen auf einen Lichttunnel zu, und Verwandte kommen ihnen entgegen. Manche berichten auch von einer Lichtgestalt und sagen: "Das ist Christus" oder "Das ist Gott". Diese Erfahrungen sind sehr eindrücklich und seltsam.

"Zurechtkommen" kann man mit diesen Erfahrungen gar nicht, denn wir haben so etwas noch nie erlebt. Dieses Erlebnis passt einfach nicht in unser Weltbild! Aber es kann helfen, sich die Erklärungen anzuschauen, die zum Beispiel die Mediziner geben. Sie sagen, dass in einer Nahtod-Erfahrung im Gehirn ein bestimmter Stoff ausgeschüttet wird - und der erzeugt Traumbilder und Visionen. Das heißt: Diese sind nicht beweisbar und entziehen sich der wissenschaftlichen Forschung. Sie sind ganz einfach persönliche Erfahrungen, die Menschen entweder bereichern oder verunsichern. Andere sagen, dies sei ein Beweis für die Existenz der Seele: Die Seele verlässt den Körper in der Todeserfahrung.

Ich habe das alles miterlebt. Ich habe über den Ärzten geschwebt und habe genau gesehen, wie ich im Bett lag und behandelt wurde. Und da war dann meine Mutter und mein Bruder, die ja alle schon verstorben sind. Sie waren da und haben auf mich gewartet. Da bin ich nicht mit zurecht gekommen...

Schwellenerfahrungen wie diese führen tatsächlich an die Grenze der Wissenschaft und an die Grenze des eigenen Verstehens. Hier wird unser Alltag von einer ganz anderen, uns unbekannten Wirklichkeit berührt. Diese Erfahrung verunsichert, aber sie verbindet auch. Viele Menschen haben ähnliches erlebt und berichten darüber.

Was mir wichtig ist bei diesen Erfahrungen: Menschen erleben, dass sie im Todesmoment nicht allein sind: Da ist jemand, der auf uns wartet. Oft wird von verstorbenen Angehörigen berichtet, die uns "entgegenkommen". Andere sehen eine Lichtgestalt, die sie in dem dunklen Tunnel der Todesfahrung empfängt.

Das ist eine uralte biblische Erfahrung. So heißt es schon im Psalm 23: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, den du bist bei mir." Ob das auch eine Hilfe für Sie sein kann?

Autor: Jan von Lingen

Aus: "Noch eine Frage, Herr Pfarrer. 111 himmlische Antworten", LVH, 2010.

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