offen gesagt ...
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Bereits jeder fünfte Jugendliche leidet unter Essstörungen.
Nach einer Studie des Berliner Robert-Koch-Instituts sind Essstörungen keine Seltenheit: Gut ein Fünftel der 11- bis 17-Jährigen in Deutschland zeigt Symptome einer Essstörung. Mädchen sind davon häufiger betroffen als Jungen. Typisch für Magersucht ist ein starker Gewichtsverlust, den die Betroffenen bewusst herbeiführen. Sie sind auffallend dünn und empfinden sich auch dann noch als zu dick, wenn sie schon stark untergewichtig sind.
Immer mehr Heranwachsende leiden unter Essstörungen - und die Ursachen sind vielfältig. Pastor Jan Dieckmann spricht mit Eltern von magersüchtigen Kindern.
Sabine Heine engagiert sich in einer Elterngruppe für essgestörte Kinder.
Was passiert eigentlich bei Magersucht, wenn das eigene Kind immer weniger isst, ja fast zu verschwinden droht? Alle sehen es, keiner spricht darüber. Die Eltern haben oft alles versucht, ihr Kind zum Essen zu bewegen, doch die Ursache für diese Krankheit liegt tiefer. Die Heilung ist ein langer Weg, in dem Eltern und Kinder gemeinsam lernen müssen neu miteinander umzugehen, nicht nur beim Essen. Für die Eltern ist das oft eine Zerreißprobe, wie zum Beispiel für Sabine Heine. Ihre älteste Tochter (20) lebt in einer speziellen Wohngruppe für essgestörte Jugendliche. Seit Sommer 2009 engagiert sich Heine in einer Elterngruppe für Angehörige essgestörter Kinder, die ihr Kraft und Zuversicht gibt. Sie sagt über sich selbst: "Ich musste lernen, dass ich nicht verantwortlich bin."
Bulimie gehört zusammen mit der Magersucht zu einer weitverbreiteten Essstörung. Bulimische Menschen sind meist normalgewichtig oder eher schlank. Kennzeichen der Essstörung sind häufige Hungerattacken, bei denen Betroffene in kurzer Zeit sehr viel essen. Um nicht zuzunehmen, lösen bulimische Menschen selbst Erbrechen aus oder betreiben agressiv Sport.
Christiane Höne hat Angst um ihre magersüchtige Tochter Christina.
Das Schicksal von Sabine Heine teilt auch Christiane Höne, die sagt: "Ich habe Angst um meine Tochter". Ihre Tochter Christina leidet ebenfalls unter Magersucht, die die "ganze Familie belastet". Pastor Jan Dieckmann sprach mit beiden Müttern über ihren Umgang mit der Krankheit in "offen gesagt ...", der christlichen Talkreihe, diesmal aus der St. Stephanus-Kirche in Hamburg.
Waage e.V.
Beratungsstelle für Frauen mit Essstörungen (auch Online-Beratung)
Eimsbütteler Straße 53, 22769 Hamburg
Tel. (040) 491 49 41
Mo 10 bis 13 Uhr, Do 15 - 17 Uhr
E-Mail: info@waage-hh.de
Rauhes Haus (Wohngruppe weibliche Jugendliche & junge Frauen)
Beim Rauhen Hause 21, 20535 Hamburg
Tel. (040) 655 91-0
E-Mail: kommunikation@rauheshaus.de
Die Brücke e.V.
Beratungs- und Therapiezentrum auch bei Esstörungen
Walddörferstraße 337, 22047 Hamburg
Tel. (040) 66 61 33; Esstörungstherapie: 450 44 83 oder 668 36 36
E-Mail: info@bruecke-online.de
Eß-o-Eß im Frauentreff
Spezielle Gruppenangebote für Frauen und Mädchen mit gestörtem Essverhalten Kurt-Schumacher-Platz 5, 24109 Kiel
Tel. (0431) 52 42 41
KASKADE
Beratung, ambulante Behandlung, Selbsthilfegruppe (Mädchen & junge Frauen)
Kurze Straße 14, 37073 Göttingen
Kontakt über Petra Biertümpfel (0178) 198 86 09
Anonyme Esssüchtige Deutschland
Postfach 10 62, 28062 Bremen
Tel. (0421) 32 72 24
Renate Kunze
"Ich bin müde, kraftlos und herzleer".
Wie Mütter die Magersucht und Bulimie ihrer Töchter erleben und bewältigen
ISBN: 3407221711
Beltz Verlag, 2006
Michael Schulte-Markwort, Sabine Zahn
Magersucht: Effektive Hilfe für Betroffene und Angehörige
Patmos Verlag, 2011
ISBN: 3843600260
Bärbel Wardetzki
Iss doch endlich mal normal! Hilfen für Angehörige von essgestörten Mädchen und Frauen.
Kösel-Verlag, 1996
ISBN: 3466304067
Caroline Wendt
Ich kann nicht anders, Mama: Eine Mutter kämpft um ihre magersüchtigen Töchter
Knaur TB, 2011
ISBN: 3426783878