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Blau verfremdetes Motiv: Eine ausgerollte Filmrolle. © © Henry Schmitt - Fotolia.com_23277998_M Fotograf: © Henry Schmitt - Fotolia.com_23277998_M
 

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"Ziemlich beste Freunde" rühren zu Tränen

von Krischan Koch

Neben den großen Hollywoodproduktionen schafft es auch immer mal wieder ein europäischer Film an die Spitze der Kinocharts. "Ziemlich beste Freunde", die bewegende Komödie über eine ungewöhnliche Freundschaft, ist in Frankreich der Kinohit der Saison. Fünf Millionen Franzosen stürmten innerhalb von zwölf Tagen die Kinos.

 

Ein Underdog will einen Stempel und bekommt eine Chance

Driss ist frisch aus dem Knast entlassen und will eigentlich nur einen Stempel für die Arbeitslosenversicherung, als er sich pro forma bei dem querschnittsgelähmten Philippe um eine Stelle als Pfleger bewirbt.

Aber der reiche Großbürger will dem jungen Schwarzen aus dem Banlieue eine Chance geben und stellt ihn ein. Die beiden verstehen sich besser als gedacht. Philippe mag Driss respektlose, freche Art. Und der Sozialhilfeempfänger findet Spaß an seiner Aufgabe. Nur mit der klassischen Musik und der modernen Kunst mag er sich noch nicht anfreunden.

Eine Geschichte mit wahren Wurzeln

Die Geschichte basiert auf einem authentischen Fall. Diesen Philippe Pozzo di Borgo, der seit seinem Unfall mit dem Gleitschirm querschnittsgelähmt ist, gibt es wirklich. Die beiden französischen Regisseure Olivier Nakache und Eric Toledano haben sich mehrmals mit ihm getroffen: "Er war sehr charmant und nach unserem ersten Gespräch war er einverstanden, dass wir seine Geschichte verfilmen. Wir waren uns alle einig, dass es unbedingt eine Komödie werden sollte. Aber dann ist es vor allem ein Film über das wirkliche Leben geworden."

Weder falsches Pathos noch Hollywoodrührseligkeit

Die beiden französischen Regisseure halten gekonnt die Balance zwischen Tragik und Komik. Sie vermeiden falsches Pathos und klebrige Hollywoodrührseligkeit. Die Dialoge sind herrlich respektlos. Philippe genießt es, dass ihm endlich mal jemand ohne Mitleid begegnet. Statt im Behindertenbus düst das ungleiche Paar im Maserati durchs nächtliche Paris und feiert Partys mit käuflichen Damen. Philippe bringt Driss Beethoven näher. Und Driss zeigt dem Bildungsbürger, wie sich guter Funk anhört.

Etwas märchenhaft ist das natürlich schon, wie arm und reich, behindert und nicht behindert zusammenfinden. Aber Omar Sy als cooles Großmaul und Francois Cluzet, der stets ein bisschen an Dustin Hoffman erinnert, sind einfach ein wunderbares Leinwandpaar. Das ist eine Hymne an das Leben, wirklich komisch und sehr bewegend, sodass wir am Ende dann doch ein paar Tränen verdrücken.

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