Spielfilme im NDR Fernsehen
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Bevor er mit "Schtonk" an der Kinokasse erfolgreich war, feierte der Regisseur Helmut Dietl in den 80er-Jahren große Erfolge im Fernsehen. Mit Serien wie "Monaco Franze" oder der Gesellschaftsatire "Kir Royal", die Kultstatus erreichte. Als eine Art Fortsetzung davon kommt nun "Zettl" in die Kinos.
Ach, was waren das doch für gute alte Zeiten, in denen in der Münchner Schickeria-Szene noch Zunft und Ordnung herrschte. Die Medienmaschinerie um den Klatschreporter Baby Schimmerlos war zwar unmoralisch aber menschlich und die Regeln klar:
"Die kommt nicht rein. Sieht doch süß aus, die kleine Maus. Ja ja kleine Maus, die kommt raus, die kleine Maus. Und wer rein kommt, das bestimm ich - ich, ich und sonst niemand." (Filmzitat)
Wer nicht im Klatschblatt erschien, war zweifelsohne draußen. Baby Schimmerlos war die unangefochtene Autorität. Die Geliebte an seiner Seite Mona Mödlinger, und sein Verbündeter der skrupellose Fotograf Herbie Fried.
Senta Berger und Dieter Hildebrand verkörperten diese Figuren. Mit ihnen gibt es ein Wiedersehen in "Zettl" - und damit haben sie sich keinen Gefallen getan. Sie hätten an diesem Punkt ihrer Karrieren wirklich etwas Besseres verdient.
In "Zettl" geht es um den gleichnamigen Chauffeur, dargestellt von Bully Herbig, der nachdem sein Boss am Brandenburger Tor tödlich verunglückt ist, dessen Chefredakteursposten einnimmt. Es soll ein neues Klatschmagazin erscheinen. Berlin ist nun der Austragungsort für verschiedene Ränkespiele rund um die Medien, Machenschaften von Politikern und die Eitelkeiten der Emporkömmlingen.
An Dialekten mangelt es nicht in "Zettl", vom Oberbayerischen übers Schwäbische bis hin zum Schweizerischen ist alles vertreten, nur ist es eher nervig, als unterhaltsam. Die Handlung ist vermeintlich komplex, so dass es schon nach kurzer Zeit schwer fällt, so etwas wie eine Geschichte auszumachen. Die Figuren sind - nicht wirklich wie es der Untertitel prophezeit - gnadenlos charakterlos, sondern vielmehr seicht und langweilig.
Und Helmut Dietl ist ein Regisseur, der sich zumindest auf gewisse Visionen verlassen kann: "Der Film wird sehr, also, wurde uns bestätigt, also meine Vorahnung wurde bestätigt, wird sehr unterschiedlich aufgenommen" Der Unterschied dürfte in der Abstufung des Negativen liegen. Das ist schade, und weder für die Zuschauer noch für Helmut Dietl ein Spaß.