Spielfilme im NDR Fernsehen
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Neben den großen Hollywoodproduktionen sorgen im amerikanischen Kino auch immer wieder kleinere Independentfilme für Furore. Ein solcher Film war das Liebesdrama "Blue Valentine". Regisseur Derek Cianfrance und sein Hauptdarsteller Ryan Gosling gewannen zahlreiche Preise. Jetzt haben sie zusammen einen neuen Film gedreht. "The Place beyond the Pines".
Luke (Ryan Gosling) ist Vater geworden und will seiner Familie etwas bieten.
Luke (gespielt von Ryan Gosling) ist Motorradstuntman und ein wortkarger Einzelgänger. Mit einem Jahrmarkt zieht er von einem Provinzkaff zum nächsten bis er von seiner Freundin Romina (Eva Mendes) erfährt, dass er Vater geworden ist. Luke träumt von einem ganz normalen Familienleben.
Er beginnt Banken auszurauben. Doch bei einem Überfall misslingt die Flucht auf dem Motorrad. Luke wird von dem übereifrigen Kleinstadtpolizisten erschossen. Damit beginnt der zweite von drei Teilen des Films, in dem es um den Cop Avery geht, der jetzt als Held gefeiert wird und zusammen mit seinen korrupten Kollegen die beschlagnahmte Beute unterschlägt.
Aus dem Motorradstuntman wird ein Bankräuber.
Der smarte Jungstar Bradley Cooper spielt den Cop herrlich zynisch. Eva Mendes ist als alleinerziehende Mutter kaum wiederzuerkennen. Und Ryan Gosling mit platinblonder Frisur und dilettantischen Tatoos verkörpert den "White Trash" erschreckend echt.
"In dem Film sind alle gleichberechtigt. Die Schauspieler und die Laien, die mitspielen. Die Leute in den Bankraubszenen haben außer mir alle in der Bank gearbeitet oder es waren Kunden. Dadurch haben wir einen ganz anderen Grad von Echtheit erreicht. Alle spielen das fantastisch", erklärt Ryan Gosling.
Cop Avery (Bradley Cooper) beschlagnahmt und unterschlägt zusammen mit seinen korrupten Kollegen die Beute.
Da wird nicht viel geredet. Allein durch die Bilder hält der Film zweieinhalb Stunden die Spannung, bis zum bitteren Ende, wenn sich Jahre später im dritten Teil die halbwüchsigen Söhne von Polizist und Bankräuber über den Weg laufen. Regisseur Derek Cianfrance inszeniert elektrisierend direkte Banküberfälle, aber auch sehr echte Alltagsszenen aus der Provinz, wo man Dosenbier trinkt und Bruce Springsteen hört.
Nach dem Tod von Luke muss Romina (Eva Mendes) ihr Baby allein großziehen.
Cianfrance bringt die Tristesse zum Schillern und entwickelt daraus ein bewegendes Drama. Ihm gelingen traumhaft schöne, sehr melancholische Bilder wie auf einem Edward-Hopper-Gemälde. Das ist ein bitterer Abgesang auf den amerikanischen Traum und gleichzeitig ein Film, wie er nur aus den USA kommen kann. Amerika meilenweit entfernt von Hollywood.