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Der Mann ist einfach nicht tot zu kriegen: Vier "Stirb langsam"-Filme hat Action-Held "John McClane" alias Bruce Willis überlebt - jedes Mal verschwitzt, verschrammt und mit verdrecktem Unterhemd. Anfang 30 war er beim ersten Mal. Und nun riskiert er - mit knapp 58 - noch einmal Kopf und Kragen. Nun kommt Teil 5 der legendären Action-Reihe in die Kinos: "Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben".
Ganz scheinen die alten Haudegen auf ihre Form nicht mehr zu vertrauen. Wie Sylvester Stallone in seinem neuen Action-Film holt sich auch Bruce Willis diesmal Verstärkung von der Next Generation der coolen Kerle.
Neuentdeckung Jai Courtney hat die Ehre, als McClane junior in Erscheinung zu treten, und belächelt den Senior prompt als Steinzeit-Helden. "Was ist das, eine Piratenpistole? - Ja, Old School. Passt doch. Wie Du!" (Filmzitat)
Neu an "Stirb langsam" Teil 5 ist also, dass Vater und Sohn McClane hier vereint gegen Bösewichter kämpfen. Allerdings haben die beiden jahrelang kein Wort miteinander gesprochen. Bei ihrem Wiedersehen in Moskau fliegen also in vielerlei Hinsicht die Fetzen. Der junge McClane muss hier einen Atomwissenschaftler vor der Russen-Mafia beschützen und kann - auch wenn er's ungern zugibt - Papas fachmännische Hilfe gut gebrauchen.
Eins jedenfalls gelingt Regisseur John Moore: Eine Action-Sequenz fürs Guinness-Buch der Rekorde! An einer endlosen, Fahrzeug verschleißenden Verfolgungsjagd quer durch Moskau soll er 78 Tage getüftelt haben. Das Ergebnis ist wirklich atemberaubend!
Gute alte handgemachte Stunts, dafür steht die "Stirb langsam"-Reihe. Und in dieser Hinsicht gibt's auch in Teil 5 nichts zu meckern. Dafür vermisst man Bruce Willis' coole Sprüche! Sein John McClaine war ja einst der Prototyp des augenzwinkernden Action-Helden. Diese Selbstironie blitzt hier nur noch gelegentlich auf.
Besser könnte man auch das dramaturgische Konzept des Films nicht beschreiben! Einem faulen Plutionium-Deal auf der Spur, rennen die McClanes - ohne Schutzanzug - einfach rein in die Ruine von Tschernobyl und schießen herum, bis sich alles in ein flammendes Inferno verwandelt hat. In Sachen Logik ist das Drehbuch ein Super-GAU. Und zwischen Helikopter-Attacken und detonierenden Atomfässern verliert man irgendwann das Interesse an der Story. Spannend für uns Deutsche immerhin: Sebastian Koch, der als zwielichtiger russischer Atomphysiker in diesem Hollywood-Spektakel mitmischen darf.
Leider hat Sebastian Koch nicht genug Szenen, um annähernd so glänzen zu können wie einst Alan Rickman oder Jeremy Irons als Willis-Widersacher. Und auch im Gesamtvergleich fällt "Stirb langsam Teil 5" schwer ab. Das 80er Jahre-Retro-Konzept - Autos schrotten und böse Russen abknallen - funktioniert nur bedingt. Wer über fulminante Action-Sequenzen staunen will, der ist hier immer noch richtig. Darüber hinaus hält sich der Spaß in Grenzen.
Mimikbefreit
Was soll man auch eine tiefschürfende Story erfinden, wenn man einen Hauptdarsteller hat, der nur eine Mimikvariante hat, egal, wie er sich gerade fühlt. Nämlich die, die man auch auf den Plakaten in... [mehr]